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Sicherheit ist planbar

Brandschutz bei Bauwerken in modularer Bauweise

Von Oliver Patt

Oliver Patt, Leiter Forschung & Entwicklung.

Morsbach. – Brandschutz ist zentraler Bestandteil einer jeden architektonischen Planung – unabhängig von Gebäudegestaltung und Bauweise. Das hochkomplexe Thema erfordert von allen Beteiligten umfassende Fachkompetenz und Erfahrung – bei den ersten Entwurfsüberlegungen angefangen, über das Genehmigungsverfahren hinweg bis hin zur Bauausführung. Moderne Modulbauweise mit Alho als Modulhersteller und Generalunternehmer bietet "Planen und Bauen aus einer Hand" und mit dem Einsatz präzise und bedarfsgerecht vorgefertigter Raummodule aus Qualitätsproduktion gerade auf dem Gebiet des Brandschutzes viele Vorteile und eine hohe Sicherheit für Bauherren, Planer und Gebäudenutzer. Moderne Modulgebäude in Alho-Qualität verstehen sich in erster Linie als dauerhafte und somit als nachhaltige und clevere Alternative zur konventionellen Bauweise. Sie sind baukonstruktiv und bauphysikalisch ausgereift, energetisch optimiert und architektonisch anspruchsvoll. Grundsätzlich ist die Modulbauweise für Neubauten aller Art und für Anbauten, insbesondere für Aufstockungen geeignet. Dabei muss beachtet werden: Modulbau und Containerbau sind zwei unterschiedliche Bauweisen, die nicht miteinander verwechselt werden dürfen. Modulgebäuden sind dauerhafte Gebäude, daher werden die allgemein üblichen bauordnungsrechtlichen Vorschriften angewendet mit einer Vorgehensweise vergleichbar dem Massivbau. Dies gilt natürlich auch für den Brandschutz.Im vorbeugenden baulichen Brandschutz sind der Feuerwiderstand von Bauteilen und die Brennbarkeit von Baustoffen von Bedeutung. Grundlagen für die Beurteilung des Brandschutz bilden die DIN 4102-2-ff und die europäische harmonisierte Norm DIN EN 13501-2. Nach diesen beiden Normen erfolgt die brandschutztechnische Einstufung der Modulkonstruktion in die erforderlichen Schutzklassen gemäß der jeweils zuständigen Landesbauordnungen (LBO).

Weiter bilden Verwendbarkeitsnachweise bekannter Hersteller die Grundlage für die Verkleidung der einzelnen Stahlbauelemente. Im eigentlichen Brandschutznachweis, werden alle getroffenen Maßnahmen in Anlehnung an die entsprechenden Gutachten und die dazugehörige Tragwerks-planung zur Abnahme dem Prüfer vorgelegt und genehmigt. Alho-Raummodule verfügen über kein starres Korsett, sondern sind individuelle Produkte, die aufgrund der Variantenvielfalt nicht über eigene Verwendbarkeitsnachweise verfügen können. Daher ist der Bezug auf Produkte (allgemein bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP); allgemein bauaufsichtliche Zulassung (abZ); namhafter Lieferanten erforderlich, was dem Nutzer unabhängig von der Gebäudegeometrie ein Höchstmaß an Planungssicherheit bietet. Standardisierte Brandschutzlösungen werden in den industriellen Fertigungsprozess integriert und in der Lean Produktion des Alho-Werks an dafür ausgerüsteten Arbeitsplätzen verfahrenssicher verbaut. Jeder Arbeitsschritt ist vor Produktionsbeginn auf die Anforderung abgestimmt, welche sich bezüglich der LBO an das Bauteil und diverse brandschutztechnisch relevanten Materialien richten. Eine abschließende Qualitätskontrolle überprüft vor Auslieferung eines jeden Moduls die Qualität der Ausführung. Vorgefertigte Bauteile (z. B. Brandschutzverkleidungen) werden auf der Baustelle nach einem detaillierten Montageplan von ausgebildeten Fachkräften montiert und komplettieren das Gebäude.

Alho-Raummodule sind hochwertige, aus Stahl gefertigte und zertifizierte Raumtragwerke "Made in Germany". Es sind hochspezialisierte Produkte, die im Ausbauzustand nicht mehr von der "traditionellen Bauweise" zu unterscheiden sind. Ihre nachhaltige Qualität umfasst neben Statik, Wärmeschutz und Schallschutz besonders auch den Brandschutz. Jegliche Vorbehalte bezüglich der Raum- und Aufenthaltsqualität sowie der Sicherheit moderner Modulbauten sind darum definitiv überholt – obwohl sie aufgrund von Negativberichten über Bau-Mängel, die leider immer wieder durch den Einsatz minderwertiger, teilweise importierter Billig-Produkte entstehen, gelegentlich in der Presse Resonanz finden. Stahl ist im Vergleich zu Holz per se ein "nicht brennbares Material", bei Temperaturen ab 500 °C verliert er jedoch zunehmend seine Festigkeit. Um diese Bauteile vor Brand schützen zu können, werden die tragenden Glieder der Konstruktion entsprechend dem Umfang im Verhältnis zur Querschnittsfläche (U/A) mit Trockenbauprodukten verkleidet und geschützt. Dabei richtet sich die Wahl und Ausführung der schützenden Bekleidung nach dem Schutzziel F30, F60 oder F90, das die jeweilige LBO vorschreibt.

Alho greift bei der Herstellung seiner Module und bei der Verkleidung der Stahlbauteile nur auf erprobte und standardisierte Materialien und Details zurück, die von der MFPA Leipzig GmbH (Gesellschaft für Materialforschung und Prüfungsanstalt für das Bauwesen) freigegeben und als geeignet bestätigt wurden. Umfassende Gutachten für die von Alho verwendeten Bauteile und Materialien bewerten die verschiedenen Bauteile hinsichtlich ihrer brandschutztechnischen Bekleidung, in Anlehnung an die entsprechenden Verwendbarkeitsnachweise. Dieses Dokument gibt Planern, Prüfern und Anwendern die Sicherheit, für jede Konstruktion das passende freigegebene Detail konform den bauordnungsrechtlichen Anforderungen aus der LBO einzusetzen.

Neben den vielen Vorteilen der Modulbauweise wie Flexibilität, Schnelligkeit, Festpreis und Termintreue profitieren Architekten bei der Umsetzung ihrer Entwürfe mit Raummodulen und dem damit verbundenen "Bauen aus einer Hand" vor allem von der hohen Planungssicherheit, die bewährte Detaillösungen und Standards gerade im Bereich der Bauphysik und damit auch beim Brandschutz – bieten. Obwohl die Verantwortung für den Brandschutz im Bau grundsätzlich beim Bauherren liegt, sind der beauftragte Architekten bzw. die Bauingenieure dennoch verpflichtet, den baulichen Brandschutz verlässlich herzustellen und letztlich das fertige Objekt durch die Bauaufsicht erfolgreich abnehmen zu lassen. Bei Alho werden all diese Schritte vom Modulbauunternehmen übernommen. Bereits in der Anfragephase stehen den potentiellen Kunden versierte Alho-Mitarbeiter mit Rat und Tat zur Seite. Der Architekt oder Bauherrenvertreter wird zum geplanten Bauvorhaben oder dem dazu bereits bestehenden Entwurf detailliert beraten. Er erhält auf das jeweilige Projekt Lösungsansätze, die sich stets an den Vorgaben der jeweiligen LBO und Vorschriften orientieren.



Bei der Ausführung auf der Baustelle, wird das Schottsystem unter Aufsicht der Alho-Bauleitung gemäß Zulassungen verbaut. Nach Abschluss der Arbeiten, wird jedes Schott dokumentiert und in einer Brandschutzakte als Teil der Revisionsunterlagen zusammengefasst.

Das Unternehmen verfügt über eine Abteilung, die sich allein dem komplexen Thema Brandschutz widmet: Dort werden sowohl konstruktive Brandschutzthemen untersucht und ausgewertet, wie auch die auf das Gebäude optimal abgestimmten Schutzeinrichtungen geplant. Bei Brandschutzkonzepten arbeitet Alho in enger Partnerschaft mit kompetenten, erfahrenen Ingenieurbüros zusammen und erstellt sowohl den baulichen Brandschutz, also den Schutz der Tragkonstruktion, als auch den organisatorischen Brandschutz in Form von Flucht und Rettungswegplänen. Soweit erforderlich wird seitens Alho auch der technische Brandschutz geplant und umgesetzt.

Die Ausführungs-Phase auf der Baustelle, wird vor Ort von erfahrenen unternehmensinternen Projekt- und Bauleitern überwacht. Bei Bedarf eingesetzte Nachunternehmer führen ihre Leistung unter Aufsicht der Bauleitung aus und protokollieren die brandschutztechnisch relevanten Arbeiten. Hierbei werden alle Bereiche in einer umfassenden und erprobten Dokumentation erfasst und zur Abnahme der Baumaßnahme dem Bauherrn übergeben. Alho stellt hierbei hohe Anforderungen: In regelmäßigen Bau- und Leistungsbesprechungen werden die jeweiligen Ist- und Soll-Zustände geprüft und bewertet. Dabei finden der Brandschutz bzw. die Brandschutzanforderungen besondere Beachtung.

Ist aufgrund der Gebäudeklasse und/oder einer Anforderung nach Baugenehmigung der Einsatz von Fachbauleitern in Sachen Brandschutz auf der Baustelle erforderlich, wird dieser von Ingenieurbüros gestellt und unter Aufsicht der Alho-Projektleitung eingesetzt. Sowohl das Projektleitungs- als auch das Bauleitungsteam wird in Produktschulungen im Bereich Brandschutz stets auf aktuellstem Stand gehalten und kann die Arbeiten vor Ort darum verfahrenssicher koordinieren.

Risikobewusste und verantwortungsvoll agierende Unternehmen stellen schon aus Eigeninteresse hohe Anforderungen an wirkungsvollen Brandschutz: Beim Bau von Büro- und Verwaltungsgebäuden sichert er nicht nur Leib und Leben der Mitarbeiter, sondern ist auch elementarer Baustein wirtschaftlicher Unternehmenssicherheit. Betriebsunterbrechungen und Sachschäden durch Brandereignisse sowie daraus resultierende Imageschäden können für Unternehmen existenzgefährdend sein.

Die Ausführung vor Ort unterliegt einer strengen Qualitätskontrolle. Erst nach Verschluss und Abnahme der brandschutzrelevanten Durchführungen, dürfen die Wände geschlossen werden.

Die Hamburger Kaffeerösterei J.J. Darboven GmbH & Co. KG, entschied sich 2016 dafür, seine neue Verwaltungszentrale pünktlich zum 150. Firmenjubiläum in Alho-Modulbauweise zu realisieren. Eine Investition in die Zukunft des Traditionsunternehmens, die auch in puncto Brandschutzsicherheit fundiert abgesichert sein sollte und musste. Zum besonderen Schutz der Mitarbeiter richtete der Bauherr auf freiwilliger Basis ein besonderes Frühwarn- und Meldesystem ein. Schnell und verlässlich würde der Alarm über eine 24 Std. besetzte Pforte bei Bedarf an die Feuerwehr weitergegeben werden.

Das äußerst repräsentative, dreigeschossige Gebäude verfügt über insgesamt 2360 m² Grundfläche und wurde nach der Hamburger Landesbauordnung in Gebäudeklasse 4 eingestuft. Dies bedeutet, dass die Tragkonstruktion des Gebäudes in der Feuerwiderstandsklasse F60 AB herzustellen war. Für die Ausbildung der tragenden Stützen, Träger, Decke und Außenwände wurden freigegebene Details herangezogen und in der Planungsphase in die Ausarbeitung integriert. Hierbei wurde die Verkleidung mit Trockenbauprodukten in den erforderlichen Abmessungen in der Architektur beachtet und die Räumlichkeiten daraufhin ausgelegt. Besonders die Verbindungsbrücke zum Bestand und der Anschluss an das neue Modulgebäude wurden hier planerisch genauestens aufeinander abgestimmt.

So sah der Brandschutz für die tragende Konstruktion sowie für Außenwände, Treppenhauswände, Bürotrennwände, Decken und Dachkonstruktion das Schutzziel hochfeuerhemmend F60 vor, im EDV-Raum wurde aufgrund der erhöhten Brandgefahr die Qualität auf F90 feuerbeständig erhöht. Rückblickend auf den gesamten Verlauf mit einer äußerst kurzen Bauzeit, kann dank der bei Alho immer wieder erfolgreich angewendeten planungssicheren Brandschutzlösungen, von einem für alle Beteiligten erfolgreichen Projektverlauf gesprochen werden.

Der Autor ist Leiter Forschung & Entwicklung bei der Alho Holding GmbH.

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