Softwareanwendung MWM-Libero

Innovatives System ermöglicht schnelle Abrechnung

Spezialisiert auf den Tief- und Rohrleitungsbau, bearbeitet die im münsterländischen Heek ansässige Eggert GmbH mit 70 Mitarbeitenden Aufträge von kommunalen Energieversorgern, Kommunen, Landesbetrieben und Unternehmen.
MWM Bau digital
Eggert setzt auf moderne Erkundungstechnik wie Georadar-Systeme. Diese ebnen den Weg für eine risikofreie Verlegung von Leitungen und Kanälen, die Überprüfung bisheriger Pläne sowie die Erkundung von Verlegetrassen vor der Anwendung von grabenlosen Verlegeverfahren.

Heek/Bonn (ABZ). – Damit das Aufmaß und die Abrechnung der Projekte mühelos vonstatten gehen, nutzen die Tiefbauspezialisten die Software MWM-Libero des Bonner Softwarehauses MWM Software & Beratung GmbH. Da im Rohrleitungsbau unbekannte Trassenführungen Gefahren und Schadenspotenziale bieten, setzt Eggert auf modernste Erkundungstechnik wie Geo- radar-Systeme. Diese ebnen den Weg für eine risikofreie Verlegung von Leitungen und Kanälen, die Überprüfung bisheriger Pläne sowie der Erkundung von Verlegetrassen vor der Anwendung von grabenlosen Verlegeverfahren.

Bei der Horizontalbohrtechnik ist der münsterländische Betrieb nach eigenen Angaben federführend.

Vier Anlagen mit einer Zugkraft von 4 bis 18 t setzen die Rohrleitungsbauer dazu ein und mieten – wenn nötig – weitere Anlagen hinzu.

Als Winfried Leusbrock 2011 das Unternehmen gründete, führte er zeitgleich MWM-Libero ein. Dabei handelt es sich um ein Programm für Aufmaß und Mengenermittlung sowie Bauabrechnung. Er kannte das System von seiner früheren Arbeitsstelle, kam gut damit zurecht und wollte es weiterhin verwenden.

LV als GAEB-Datei einlesen

Vor der Abrechnung steht die Angebotsbearbeitung. Zwecks Abgabe eines Angebotes erhält das Unternehmen vom potenziellen Auftraggeber eine GAEB- Datei im Format GAEB DA XML mit dem Leistungsverzeichnis (LV). Dieses liest Lucas Althoff, mitunter zuständig für die Angebotserstellung, in das Programm für die schnelle Angebotsbearbeitung, MWM-Pisa, ein. Die Software stellt das LV mit den entsprechenden Positionen und den jeweiligen Kurz- und Langtexten in Tabellenform dar.

Zusätzliche, nicht im LV enthaltene Positionen, wie etwa den Einsatz eines Georadar-Systems, kann der Kalkulator auch nachträglich einfügen. Rund 80 % der Auftraggeber entscheiden sich den Verantwortlichen zufolge für den Einsatz eines Georadar-Systems, da dieses die kostenträchtige Durchführung von Suchschlitzungen und Suchschachtungen überflüssig mache. Zecks Submission schickt Althoff das bepreiste LV als GAEB-Datei zurück zum Auftraggeber.

Erhält die Eggert GmbH den Auftrag, lesen die Mitarbeitenden die Daten in MWM-Libero ein. Einzelne Positionen können mit den verhandelten Nachlässen angepasst werden. Büroleiter Markus Herick, zuständig für die Abrechnung, erklärt: "Das Programm bietet unter anderem die Möglichkeit, entweder einen prozentualen Nachlass über alle Positionen zu hinterlegen oder spezielle Nachlässe bei einzelnen Positionen. Auch kann ich Skonti extra aufführen."

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Spezialisiert auf den Tief- und Rohrleitungsbau, bearbeitet die im münsterländischen Heek ansässige Eggert GmbH Aufträge von kommunalen Energieversorgern oder Landesbetrieben. Damit das Aufmaß und die Abrechnung der Projekte mühelos vonstatten gehen, nutzen die Tiefbauspezialisten die Software MWM-Libero. Fotos: Eggert

Diese flexible Möglichkeit sei für Herick ein großer Vorteil. Auf der Baustelle erfasst der Bauleiter zusammen mit dem Vertreter des Bauherren die Massenansätze entweder auf Papier oder digital. Ist letzteres der Fall, werden die Massenansätze in MWM-Libero den einzelnen Positionen zugeordnet. Die Daten können auch per Copy and Paste in den Positionen eingefügt werden. Das Programm stellt neben dem Eintippen der Daten oder der Handschrifterkennung weitere Erfassungsmethoden zur Verfügung. So können die Daten aus REB-DA-11- Dateien und aus Excel importiert oder aus Laser-Entfernungsmessern mittels Bluetooth übertragen werden. Auch können Nutzer das Aufmaß aus Bildern (jpg) und Zeichnungen (dxf), aus Querprofilen sowie die Daten aus GPS-Vermessungssystemen übernehmen.

Ebenso kann der Abrechner Kriterien – denen die Massenansätze neben Positionen zugeordnet werden können – anlegen. Dies könnten zum Beispiel geprüfte und nicht geprüfte Aufmaße (1. Abschlag, 2. Abschlag und folgende) sowie verschiedene Kostenträger sein – abhängig von der jeweiligen Baustelle. Die benötigten Berechnungsformeln sind in MWM-Libero selektierbar, wobei immer die zuletzt benutzte Formel vorgeschlagen wird. Somit können alle Beteiligten – speziell Auftraggeber – das Aufmaß nachvollziehen.

Abweichungen anpassen

Sollten Abweichungen auftreten, können diese mit dem zuständigen Bauleiter angepasst werden. Bei erbrachten Mehrleistungen fügt Eggert diese als Nachtrag in die Baumstruktur ein. Die individuelle Anpassbarkeit des Programms nutzt Eggert auch bei anderen Projekten: So hat das Unternehmen mit einem Stadtwerk einen Rahmenvertrag über drei Jahre abgeschlossen.

"Ab einem gewissen Zeitpunkt mussten wir die Preise anpassen und die Preissteigerung auch bei der Schlussrechnung mitberücksichtigen", erinnert sich Lucas Althoff. Dazu legte Althoff zwei Stammbäume in der Datei an. In diesen konnte er untergliedern, welcher Preis von wann bis wann galt und ab wann der erhöhte Preis zum Tragen kam.

Bei einem anderen Versorger gab es im Rahmenvertrag in den Sparten Tief- und Rohrleitungsbau sowie bei den Stundenverrechnungsätzen unterschiedliche Preisanpassungen von 10,5 und 7 %. Durch eine entsprechende Selektion der einzelnen Positionen konnte Althoff die Preise auf Knopfdruck anpassen.

Abhängig vom Vertrag stellt Herick entweder Abschlagszahlungen oder den Baufortschritt in Rechnung. Die Abschlagszahlungen oder Schlussrechnung (letztere kann schon einmal 500 bis 600 Seiten umfassen), leitet er als DA11-Datei an den Bauherren.

Übersichtlich dargestellt

MWM-Libero sorgt den Entwicklern zufolge dafür, dass auch umfangreiche Baumaßnahmen übersichtlich dargestellt werden und somit besser geprüft werden können. Dabei können die Mengenermittlungen neben den Leistungsverzeichnispositionen beliebigen anderen Kriterien zugeordnet werden, wie etwa Straßen, Kostenstellen, Teilrechnungsnummern oder Achsabschnitten.

Des Weiteren steht dem Abrechner zwecks interner Dokumentation pro Position eine Memofunktion zur Verfügung. Damit dokumentiert er, was bei der Abrechnung der Position zu beachten ist; wie zum Beispiel Veränderungen im Bauablauf, erwartete Mehrmengen, zurückgestellte Abrechnungen, Hinweise zum Grad der Fertigstellung oder ähnliches. Um die Übersicht zu behalten, kann er diese Positionen automatisch in der Baumstruktur markieren und in eine interne Liste drucken lassen. Mithilfe der Suchfunktion kann der Abrechner auch bei großen Baumaßnahmen schnell auf seine Notizen zugreifen, versichern die Entwickler des Programmes.

Als Vorteil sieht Eggert neben der einfachen Handhabung und Übersichtlichkeit des Programms den Service des Softwareunternehmens. "Bei einem Anruf erhalten wir immer eine Antwort auf unsere Frage – und sollte unser Ansprechpartner in einem Termin sein, ruft er direkt danach zurück. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr", ist Herick überzeugt.

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