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Sonderanfertigung für Pilotprojekt

Eiprofiladapter ermöglichte Übergang auf kreisrunde Rohre

Ralph Seidel, Polier Bernhard "Paule" Müller und Antonio Iennaco (v. r.) fachsimpeln über die Einsatzmöglichkeiten der VPC-Rohrkupplung.

Immenstadt (ABZ). – Braune HS-Kanalrohre, VPC-Rohrkupplungen, BI-Adapter, HS-Abzweige mit Vario-Muffen sowie ein speziell für die Kanalbaubaumaßnahme angefertigter Eiprofiladapter mit Übergang auf kreisrunde Rohre waren die Hauptdarsteller eines kürzlich abgeschlossenen Pilotprojekts, bei dem die Geiger Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG im Auftrag der Stadt Immenstadt im Allgäu erstmals Produkte von der Funke Kunststoffe GmbH einsetzte. Im Zuge einer Neugestaltung des Innenstadtbereichs wurde ein rd. 200 m langer Abschnitt eines Mischwasserkanals erneuert. Kamerabefahrungen hatten beim alten Kanal starke Schäden am Eiprofil gezeigt, sodass nur eine Neuverlegung in Frage kam, erklärt Robert Kennerknecht, Leiter des Tiefbaureferates der Stadt.

Der Auftraggeber und das Planungsbüro Bauen und Umwelt (PBU) entschieden sich erstmals für Kanalrohre aus dem Werkstoff PVC-U. Zum Einsatz kamen braune HS-Kanalrohre in den Nennweiten DN/OD 400 und DN/OD 500 von der Funke Kunststoffe GmbH. Alle Bauteile des HS-Kanalrohrsystems sind wandverstärkt. Sämtliche Formteile entsprechen der Rohr-Klasse SDR 34. "Das Rohrsystem verfügt mindestens über eine Ringsteifigkeit von ? 12 kN/m²", erklärt Ralph Seidel, Fachberater Außendienst, Geschäftsbereich Tiefbau, Funke Kunststoffe GmbH. "Das heißt, schon ab einer Verlegetiefe von 0,5 m hält es Verkehrslasten bis SLW 60 stand." Die wurzelfesten und wurzeldichten Rohrverbindungen, die gute Hydraulik und die absatzfreien Verbindungen fördern eine sichere Wasserableitung. Auch die Verlegevorteile spielen eine Rolle. HS-Kanalrohre haben sich als wirtschaftlich erwiesen – vom Transport über das Abladen bis hin zum Verlegen. Eine Aussage, die Joachim Heßmann, Bauleiter Tief- und Straßenbau bei der Geiger Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG, bestätigt. "Der Grund hierfür liegt vor allem in dem niedrigen Eigengewicht, das schwere Baugeräte zum Einfädeln überflüssig macht", so Heßmann. Auch die Mitarbeiter des ausführenden Unternehmens lobten, dass sich die Rohre mit wenig Aufwand und flexibel verarbeiten ließen.

Polier Bernhard "Paule" Müller von der Geiger Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG hat vor allem ein anderes bautechnisches Merkmal überzeugt: Alle Bauteile des Kanalrohrsystems sind mit einer fest integrierten FE-Dichtung ausgestattet. Dabei ist das Dichtungsmaterial an den Stützring aus PP angespritzt. Bereits ab Werk ist die Dichtung in die vorgeformte Sicke bzw. Dichtungskammer eingelegt, so dass ein Herausdrücken oder Vergessen beim Verlegen gar nicht mehr auftreten kann. Im Rahmen der Tiefbaumaßnahme wurden zusätzlich 15 Hausanschlüsse neu erstellt. Sie wurden über den HS-Abzweig 45° in den Sammler eingebunden. Das Formteil kann mit einer Vario-Muffe ausgestattet werden. Sie sorgt dafür, dass angeschlossene Rohrverbindungen schwenkbar sind. Ein integriertes Kugelgelenk lässt sich im Bereich von 0° bis 11° frei bewegen. Ein entscheidender Vorteil bei der Verlegung von Hausanschlussleitungen, bei denen es erfahrungsgemäß zu Zwängungen im Muffenbereich kommen kann. Mögliche Folgen sind Undichtigkeiten oder Wurzeleinwuchs. Beim Übergang der neuen Hausanschlussleitungen an die alten Rohrmaterialien der betroffenen Grundstücke setzten die Tiefbauer darüber hinaus die Funke VPC-Rohrkupplung ein. "Hiermit lassen sich Rohre der gleichen Nennweite aus unterschiedlichen Werkstoffen optimal und sicher miteinander verbinden – und das trotz bauartbedingt stark unterschiedlicher Außendurchmesser", so Seidel weiter.

Für die Erneuerung des Mischwasserkanals in der Bahnhofstraße in Immenstadt kamen braune HS-Kanalrohre zum Einsatz.

Die VPC-Rohrkupplung besteht aus einer reduzierbaren Dichtmanschette aus Elastomergummi, einem zentrisch reduzierbaren Fixierkorb aus Kunststoff sowie zwei Edelstahlbändern zur Krafteinleitung für eine beidseitige, separate und stufenlose Durchmesseranpassung. In den Fällen, in denen die alten Hausanschlussleitungen nur innen kreisrund sind – wie z. B. Betonrohre mit Fuß oder Betonrohre mit Scheitelverstärkung – sorgt der Funke BI-Adapter für eine zuverlässige Verbindung. Der Adapter besteht aus einer Innenhülse aus nicht rostendem Stahl, einer abdichtenden EPDM-Manschette und einem Spreizkeil, der ebenfalls aus nicht rostendem Stahl gefertigt ist. Nach dem Einsetzen ins Rohr wird die EPDM-ummantelte Hülse durch das Einschlagen des Keils geweitet und an die Rohr-Innenwandung des Rohres formschlüssig angepresst. Mehrere ringförmig angeordnete Dichtungsrippen sorgen für eine dichte Verbindung. Auf das andere Ende des BI-Adapters wird im nächsten Arbeitsschritt die im Lieferumfang enthaltene VPC-Rohrkupplung aufgesetzt und befestigt. Damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, dass ein außen kreisrundes Rohr angeschlossen werden kann.

Rohre und Formteile aus der Funke Produktpalette haben bei dem Pilotprojekt in Immenstadt überzeugen können. Die beteiligten Baupartner zeigen sich nach Abschluss der Tiefbaumaßnahmen mit dem Ergebnis zufrieden – sowohl in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und technische Parameter wie auch mit Blick auf Nachhaltigkeitsaspekte.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 50/2018.

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