Sonnenhaus Löwenstein auf Plus-Energie-Niveau

Wohlfühlklima durch gesunde Baustoffe erreicht

Das Einfamilienhaus bei Heilbronn wurde in wohngesunder Ziegelbauweise mit dem perlitverfüllten Poroton-Ziegel T7-P errichtet. In drei Etagen stehen mehr als 257 m² Nutzfläche zur Verfügung. Im Kellergeschoss befinden sich eine separat zugängliche Einliegerwohnung sowie der Hauswirtschaftsraum samt Technik.

Löwenstein (ABZ). – Ein gesundes Wohnklima und so energieautark wie möglich leben: Das waren die wichtigsten Ziele für die dreiköpfige Familie beim Bau ihres neuen Zuhauses in Löwenstein bei Heilbronn. Als Wandbaustoff für das Einfamilienhaus kam deshalb nur Ziegel in Frage. Der perlitverfüllte Poroton-Ziegel T7-P in der Stärke 42,5 cm trägt entscheidend dazu bei. Denn dieser Wandbildner ist hochwärmedämmend, Hitze und Feuchte regulierend. Ein angenehmes Raumklima zu jeder Jahreszeit sowie dauerhafte Energieeinsparung sind das Ergebnis. In Verbindung einer Solarthermie mit Wasserspeicher und Photovoltaik inklusive Batteriespeicher deckt dieses Haus den Energiebedarf weitestgehend selbst ab und wird so zum Sonnenhaus auf Plus-Energie-Niveau.

Beim Hausbau wollen Bauherren alles richtig machen, vor allem in Sachen Wohngesundheit. Denn bis zu 90 % unserer Zeit verbringen wir in geschlossenen Räumen. Durch die hohen gesetzlichen Anforderungen zum energiesparenden Bauen werden Häuser immer luftdichter. So bleibt zwar Wärme im Haus, angenehmes Raumklima wird jedoch zu einer besonderen Herausforderung. Hier punkten Naturbaustoffe wie die mit dem natürlichen Vulkangestein verfüllten Poroton-Mauerziegel. Sie gewährleisten nicht nur hervorragenden Wärmeschutz ohne zusätzliche Außendämmung, sondern auch ein gesundes Raumklima. Weder emittieren sie Gifte noch Schwermetalle, Gase oder Feinstaub. Hinzu kommt: Gebäude aus Ziegel sind mit geringem Wartungsaufwand und Standzeiten von bis zu 100 Jahren besonders nach- und werthaltig. Doch nicht nur beim Wandbaustoff achtete die Bauherrenfamilie auf Wohngesundheit und Nachhaltigkeit, alle verwendeten Baustoffe sind emissionsgeprüft. Der etwa 2 cm starke Kalkinnenputz unterstützt zusätzlich die Feuchteregulierung der Ziegelwand. Geplant und schlüsselfertig gebaut wurde das Löwensteiner Einfamilienhaus von der KHB-Creativ Wohnbau aus Heilbronn. Firmenchef Rainer Körner hat es sich zum Ziel gesetzt, wohngesunde und nachhaltige Häuser zu bauen, die ihren Energiebedarf weitestgehend selbst durch die Kraft der Sonne decken. Laut Statuten des Sonnenhaus-Institut e. V. wird ein Gebäude als Sonnenhaus bezeichnet, wenn mindestens 50 % seines Energiebedarfs für Heizung und Warmwasser solar gedeckt wird. Bei diesem Haus wurden diese Werte weit überschritten. Der Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser wird zu 68 % über Solarthermie gedeckt. Ein fast 11 000 l fassender Wassertank puffert die Wärmeenergie. Zusätzlich produziert die Photovoltaik-Anlage auf dem Satteldach knapp 6000 kWh Strom im Jahr zum Betrieb von Haushaltsgeräten wie Waschmaschine oder Kühlschrank. Nicht genutzter Strom wird in einer Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 6,3 kW im Technikraum gespeichert, erst dann wird überschüssiger Strom ins Netz eingespeist.

Insgesamt werden damit mehr als 50 % der benötigten Energie auf dem eigenen Hausdach erzeugt. Rein rechnerisch wäre dieses Sonnenhaus mit einem Primärenergiebedarf von 7,4 kWh und einem Heizbedarf von 35,2 kWh/m² im Jahr ein Plus-Energiehaus, wenn die Nachheizung durch eine Wärmepumpe erfolgen würde. "Dies wollten aber weder wir noch die Bauherren", sagt Rainer Körner. Denn Wärmepumpen verbrauchen den größten Teil ihrer Energie im Winter und müssen mit teurem und umweltschädigendem Kraftwerksstrom betrieben werden, so Körner. Deshalb heizen die Bauherren bei Bedarf mit einem an den Wasserspeicher angeschlossenen, etwa 30 kW leistenden Heizkamin nach. Im Winter reiche es aus, den Ofen alle paar Tage zu befeuern, sagt die Bauherrin. So käme man auf einen Holzverbrauch von knapp sechs Raummetern im Jahr, was Heizenergiekosten von weniger als fünfzig Euro pro Monat entspreche. Die Kraft der Sonne nutzt die Familie zusätzlich durch große Fensterflächen. Insbesondere in den Übergangszeiten im Herbst und Frühjahr erwärmt sie die Räume dadurch auf natürliche Weise. Im Sommer hält Verschattung die Hitze draußen, so dass ganzjährig angenehme Raumtemperaturen erreicht werden.

Hauptgrund für die großen Fensterflächen war aber der Wunsch nach lichtdurchfluteten Räumen. Im großzügigen, offen gestalteten Wohn-/Essbereich bspw. sind alle Fenster bis auf das Küchenfenster bodentief ausgeführt. An der zum Garten hin orientierten Seite sogar über Eck, wobei die Lösung im Essbereich mit jeweils einer Hebe-Schiebetür besonders viel Lichteinfall ermöglicht. Das Haus hat drei Etagen, im Keller befinden sich der Raum für die Haustechnik und eine separat zugängliche Einliegerwohnung. Im Erdgeschoss sind Wohn-/Essbereich mit Küche und Hauswirtschaftsraum sowie Gäste-Dusch-WC und Gästezimmer untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich Schlaf- und Ankleide- sowie das großzügig gestaltete Eltern-Badezimmer. Außerdem sind hier das Kinderzimmer mit dazugehörigem Dusch-WC und ein Arbeitszimmer untergebracht. Insgesamt stehen etwa 257 m² Nutzfläche zur Verfügung.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 18/2017.

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