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Spiel mit Raum und Licht

Wohnhaus in Y-Form entstanden

Das zweigeschossige Wohnhaus steht auf einem Eckgrundstück. Das Gebäude wurde so konzipiert, dass es vor Blicken aus der Nachbarschaft schützt und sich in die Landschaft öffnet.

Cambride/Großbritannien (ABZ). – Mit Cambridge verbindet man vor allem Universitätsgebäude, die Kathedralen gleichen, das King's College mit seiner gotischen Kapelle oder das St. John's College mit dem markanten Eingangstor. Für seinen großen Namen ist Cambridge aber eher ein kleines Städtchen mit gemütlichen Charme.

Neben historischer Architektur laden insbesondere die Parks und Gärten der Stadt Besucher und Einwohner zum Verweilen ein. In Central Cambridge wurde 2018 ein ganz besonderes 350 m³ großes, zweigeschossiges Wohnhaus auf einem Eckgrundstück fertiggestellt, welches einen weitreichenden Blick durch Bäume über Felder hinweg erlaubt. Die Form des Ursprungsentwurfs des Gebäudes glich einem "Y" und wird daher von den Architekten des in Cambridge ansässigen Büros chadwickdryerclarkestudio "Y-House" genannt. Aufgrund des kreativen Einsatzes von Hagemeister-Klinker der Sortierung Weimar HS im Modulformat sowohl für das Innere des Gebäudes als auch für die Außenfassade, wird eine Brücke zwischen innen und außen geschlagen. Die wichtigsten Faktoren für die Gestaltung des "Y-House" waren die Maximierung der Aussichtsmöglichkeiten und des Tageslichts unter der Berücksichtigung, die Privatsphäre der Nachbarn zu erhalten. Das Design entstand in mehreren Iterationen, bei denen mithilfe von dreidimensionalen Computermodellen und Animationen die potenziellen Eigenschaften von Raum und Licht visualisiert und besser verständlich gemacht wurden.

Die besondere Form des "Y" kristallisierte sich im Planungsprozess heraus: Aus einer Mittelachse entfalten sich verschiedene Nutzzonen. Ein zentraler, mit zweigeschossiger Höhe versehener Raum bildet einen Wohn-, Küchen- und Essbereich. Dieser wurde so konzipiert, dass er im Sommer die intensive Sonne abschirmt und gleichzeitig im Winter wertvolles Licht hineinlässt. Vom Wohnbereich aus gelangt man über große verglaste Schiebetüren auf eine erhöhte Terrasse und in den Garten. Das Haus integriert im ersten Stock einen privaten Innenhof, der von einem Badezimmer geteilt wird. Eine Außentreppe ermöglicht dort den direkten Zugang zum Garten. Im zweiten Geschoss erlaubt ein verglaster Arbeitsraum den Blick über die Baumkronen des umgebenden Pinienbestandes.

Harmonierender Materialmix: Eine Kombination aus Ziegelsockel und einer mit Nadelholzpaneelen beschichteten zweiten Geschossebene dominiert die Eingangsseite des Wohnhauses.

Der Bauherr hatte den Wunsch, das Haus einerseits vor Blicken aus der Nachbarschaft zu schützen und es andererseits in die Landschaft zu öffnen, um viel Licht in alle Räume zu bringen. Für die Außengestaltung kamen verschiedene Materialien zum Einsatz. Eine Kombination aus Klinker und geschossübergreifenden Glasflächen dominiert die Gartenseite. Ein Materialmix aus Ziegel für den Sockel und Nadelholz für die mit Paneelen verkleidete zweite Geschossebene kennzeichnet die Eingangsseite des Gebäudes.

Das längliche Modulformat des hellen, meist beigefarbenen Weimar-Klinkers von Hagemeister harmoniert mit der Linienführung der Holzpaneele und lässt den Ziegelsockel leicht und schwebend wirken. Dieser bietet gleichzeitig Privatsphäre. Die Schlafzimmer liegen hinter angewinkelten Schlitzfenstern, die so Sichtschutz bieten. Das Haus besteht aus einer Reihe versetzter Ebenen aus Klinker, Holz und Putz. Das Dach ist teilweise begrünt und wird zur Solarenergiegewinnung genutzt.

Das Gebäude vermittelt im Innern eine intensive Erfahrung von Raum, Weite und Licht und öffnet sich durch verschiedene architektonische Details in die umgebene Landschaft, so die Architekten. Die teilweise verklinkerten Innenwände lassen Außen und Innen verschmelzen. Sie führen Farbe und Fugenbild der Außenfassade gezielt fort. Verschiedene Fensteröffnungen wurden so gestaltet, dass Tageslicht zu unterschiedlichen Zeiten aus verschiedenen Richtungen in den Wohnraum strömt. Der Klinker als nachhaltiger Baustoff ergänzt das ressourcenschonende Energiekonzept des Hauses, indem zum Beispiel die thermischen Eigenschaften zu einem angenehmen Raumklima beitragen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 49/2021.

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