Sportinternat Hannover

Dachfläche mit Tartan-Belag zu Spielfeld ausgebaut

Hannover Dachbaustoffe
Das Hallendach wurde durch einen abschließenden Oberflächenbelag aus Tartan zu einem zusätzlich nutzbaren Spielfeld. Foto: LandesSportBund Niedersachsen

HANNOVER (ABZ). - Der Passivhausstandard beim Flachdach-Wärmeschutz des Lotto Sportinternats in Hannover wurde durch eine ökologisch und ökonomisch überzeugende Gefälledach-Systemdämmlösung erreicht.

Trotz eines segmentbogenförmig geschwungenen Gebäudegrundrisses konnte dank des vom Hersteller per CAD erstellten Gefälledachplans und der hohen Verarbeitungsfreundlichkeit der Mineraldämmplatten eine zügige Ausführung sichergestellt werden.

Die Erweiterung des Sportinternats durch ein zusätzliches dreistöckiges Internatsgebäude mit integrierter neuer Sporthalle erfolgte nach einem innovativen, ökologisch optimierten Gebäudekonzept. Durch den erzielten Passivhausstandard reichte ein in den Decken integriertes Rohrssystem zur Heizung, Kühlung und Lüftung des Gebäudes aus.

Der hohe umweltschonende Anspruch erstreckte sich neben dem Energiesparkonzept und der umweltgerechten Deckung des Restenergiebedarfs auch auf die eingesetzten Baustoffe. Beim baulichen Wärmeschutz wurden ausschließlich besonders umweltfreundliche Dämmstoffe verwendet. Das Ressourcen schonende, ökologische Konzept wurde auch bei der Auswahl der Dachdämmung konsequent umgesetzt. Bauherr und Planer entschieden für die absolut bindemittelfreie Multipor Mineraldämmung. Der nicht brennbare Dämmstoff (A1) aus gemahlenem Quarzsand sowie Kalk und Zement erfüllt durch seine natureplus-Zertifizierung höchste ökologische Ansprüche.

Zum Abfluss von Niederschlägen wurde ein Dachgefälle von zwei Prozent vorgesehen. Um den für Passivhausstandard notwendigen Wärmedämmwert von UD=0,15 W/m²K zu gewährleisten, war nach der wärmetechnischen Berechnung durch den Dämmstoffhersteller eine mittlere Dämmstoffdicke von 330 mm einzubauen. Sie erforderte eine mehrlagige Dämmung aus Unterlagsplatten (Flachplatten) und geneigten Gefälleplatten. Die Gefälledämmung wurde nach dem vom Hersteller per CAD maßgeschneidert erstellten Gefälledachunterlagen im Werk zugeschnitten und auf Paletten zusammengestellt. Vor Ort erfolgte per Autokran der direkte Transport auf das Flachdach.

Der Dachaufbau inklusive der Dachdichtung war bis zur Oberkante der wurzelfesten Dachabdichtung bei Internatsgebäude und der integrierten Sporthalle identisch. Als Haftbrücke kam auf der Stahlbetondecke ein Bitumenvoranstrich zum Einsatz. Darauf wurde vollflächig eine AL + G 200 S4 Dampfsperre als Behelfsabdichtung aufgeschweißt. Anschließend erfolgte nach dem Gefälledachplan die Verlegung der Multipor-Wärmedämmplatten. Die handlichen, stauchungsfreien Platten (600 x 390 mm) wurden press gestoßen im Verband mit Heißbitumen auf- bzw. untereinander verklebt. Die Stoßfugen blieben dabei unverklebt. Als erste Abdichtungslage wurde eine kaltselbstklebende Polymerbitumen Unterlagsbahn (KSP-Bahn) thermisch aktiviert verklebt. Eine nach FFL geprüfte wurzelfeste Polymerbitumen-Oberlagsbahn diente anschließend als zweite Abdichtungslage. Sie wurde vollflächig aufgeschweißt und gewährleistete im Verbund mit der ersten Lage eine homogene, feuchtesichere Flachdachabdichtung.

Die Dämmarbeiten verliefen aufgrund der leicht zu verarbeitenden Mineraldämmung sehr zügig, heißt es. Dabei wurden insgesamt 2300 m² Dachfläche mit rund 800 m³ Dämmplatten ausgestattet.

"Eine spezielle Herausforderung für uns war, dass wir bündig an die halbrunde Wand der umlaufenden Attika anschließen mussten", erklärt Dachdeckermeister Ulrich Iversen vom für die Dachdämmung und Dachdichtung zuständigen Unternehmen Isotech AFF GmbH. "Grate und Kehlen mussten entsprechend angepasst werden. Nur durch den CAD-Gefälledachplan und weil die Mineraldämmung so leicht zu bearbeiten ist, konnten wir die gleichen Anschlusshöhen ganz exakt realisieren."

Seine Mitarbeiter achteten zu Beginn der Verlegung darauf, dass die Ansatzgebinde am Dachrand absolut schnurgerade verlegt wurden. "Die Platten ließen sich zügig und einfach per Schleifbrett nachschleifen, so dass die oft durch den Domino-Effekt entstehenden Verlegefugen in der Dachfläche vermieden wurden", erläutert Iversen. Da die Multipor-Dämmplatten nicht schwinden, wird eine nachträgliche Fugenbildung baupraktisch ausgeschlossen.

Beim Internatsgebäude wurde auf der eingebauten Dämmung und Dachabdichtung ein Gründach mit aufgeständerter Photovoltaik vorgesehen. Bei der Planung des Hallendaches ließen sich die Architekten in Abstimmung mit dem Bauherrn eine elegante Lösung einfallen. So wurde die Dachfläche durch einen abschließenden Oberflächenbelag aus Tartan zu einem zusätzlich nutzbaren Spielfeld. Dank der druckfesten Mineraldämmplatten ist die daraus entstehende Belastung für die Dachdämmung unproblematisch. Die rund 550m² große Spielfläche wurde durch eine kreativ gestaltete Absturzsicherung mit integriertem Ballfangnetz eingerahmt.

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