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Städtische Nachverdichtung

Modernes Wohnquartier entsteht in nachhaltiger Holzbauweise

Die einzelnen Module werden passgenau eingehoben.

Karlsruhe (ABZ). – Auf einem ehemaligen Gelände der Deutschen Bahn im Karlsruher Stadtteil Knielingen entsteht derzeit ein "grünes", autofreies Wohnquartier. Das Gebäudeensemble haben die Verantwortlichen "elements" getauft. Es wird nach seiner Fertigstellung aus zwölf Doppelhaushälften mit Wohnflächen zwischen 136 und 170 m² sowie aus vier Mehrfamilienhäusern bestehen.

Erstere werden in Holzständerbauweise, letztere in ökologischer Holzelementbauweise errichtet. Die dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser beinhalten 58 Wohneinheiten. Die besonderen Anforderungen bei der Planung und Umsetzung der KfW-40- und KfW-55-Häuser verantwortet Christoph Waterstraat, Zimmerer und Geschäftsführer der mit dem Auftrag betrauten W+W Holzelementbau Nordbaden GmbH.

Das Grundstück auf dem das neue Wohnquartier errichtet wird, ist städtebaulich in zwei Bereiche geteilt: Die zwölf Doppelhaushälften (KfW-55-Standard) werden an einer vorbeiführenden Straße gebaut und über diese erschlossen. Entlang einer weiter dahinter verlaufenden Bahntrasse entstehen die vier Mehrfamilienhäuser (KfW-40), die durch eine Schallschutzwand mit integrierten Balkonen verbunden sind. Die so erzielte kammartige Struktur ermöglicht beruhigte Freiräume und Grünzonen zwischen den Wohnhäusern, teilen die Organisatoren mit. Unter dem gesamten Gebäudekomplex legten die Ausführenden eine rund 140 m lange Tiefgarage an, die ausreichend Platz für die Fahrzeuge der Mieter und ihrer Besucher bieten soll.

Drei der vier Mehrfamilienhäuser sind mit Ein-, Zwei-, Vier- und Fünf-Zimmer-Wohnungen ausgestattet, der vierte Baukörper ist als Appartementhaus mit Ein-, Zwei- oder Drei-Zimmer-Appartements konzipiert. "Das Ziel des Bauträgers war es, die vorhandene Infrastruktur möglichst flächeneffizient zu nutzen und das gesamte Umfeld durch eine gleichermaßen nachhaltige wie attraktive Bauweise aufzuwerten", erklärt Christoph Waterstraat. "Mit der Ausführung in Holzständer- beziehungsweise Holzelementbauweise werden jedoch nicht nur diese Ansprüche erfüllt, sondern auch die hohen schallschutztechnischen Anforderungen zuverlässig eingehalten. Darüber hinaus bietet diese Bauweise natürlich elementare Vorteile in puncto Bauzeit und Wirtschaftlichkeit."

Bevor Waterstraat und sein Team auf der Baustelle mit der Montage der innerhalb von rund drei Monaten vorgefertigten Elemente für die Mehrfamilienhäuser beginnen konnte, wurden die ersten – und einzigen – Bauteile in Massivbauweise errichtet. Die freitragenden Balkonfronten sowie die Treppenhäuser und die Fahrstuhlschächte wurden als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt. "Diese Grundkonstruktionen haben jedoch fast keine Verbindung mit den von uns eingebauten Holzelementen, was auch unter Schallschutzgesichtspunkten von Bedeutung ist. Einzig die Bodenplatten berühren den Stahlbeton", erläutert der Experte.

Betrachtet man die Außenwände der Mehrfamilienhäuser hat man es streng genommen mit drei unterschiedlichen Fassadenaufbauten zu tun. Die Holzfassaden, die zu den Innenhöfen zwischen den Häusern zeigen, bestehen – von innen nach außen – aus einer Lage Gipsfaserplatten (12,5 mm) sowie einer Schalung aus 15 mm starken OSB-Platten. Diese Fassade übernimmt zugleich die dampfbremsende Funktion innerhalb der Konstruktion.

Die Gefache zwischen den 240 mm starken Holzständern wurden vollständig mit dem Ultimate-HBF-034-Holzbau-Filz von Isover gefüllt. Auf der Außenseite finden sich eine 100 mm starke Holzweichfaserplatte, eine darauffolgende 40 mm breite Hinterlüftungsebene sowie eine abschließende Lärchen-Rhombus-Schalung. "Der schnelle Baufortschritt ist unter anderem eine Konsequenz aus dem hohen Vorfertigungsgrad" berichtet Holzbauprofi Waterstraat. "In unserer Werkstatt werden die Holzelemente nahezu komplett, inklusive der Schalung montiert. So benötigen wir für die Grobmontage eines der Mehrfamilienhäuser in der Regel nur rund acht Tage und für die Detailausführungen noch einmal etwa 14 Tage.

Für die Dämmung verbauen die Mitarbeitenden Produkte des Herstellers Isover.

Diese schnelle Montage rechtfertigt im Gegenzug den höheren Planungsaufwand im Vorfeld." Neben der Holzfassade befinden sich zwei verputzte Fassaden an den Mehrfamilienhäusern. Die Wandkonstruktion auf der Giebelseite ähnelt der der Holzfassade. Die Ausführenden montierten eine 120 mm dicke Holzweichfaserplatte auf die mit Ultimate gedämmten Holzständer und versahen diese mit einer etwa 8–10 mm starken Putzschicht. Die größten Herausforderungen an die Planungen der W+W Holzelementbau Nordbaden habe jedoch die Fassadenseite hin zur Bahntrasse dargestellt. "Dort rechnet man mit einem Außenlärmpegel von 76 bis 80 dB, was dem früheren Außenpegelbereich VI entspricht. Das heißt, die Außenwände müssen ein Schalldämmmaß von mindestens Rw 65 dB erzielen", betont Waterstraat.

Entsprechend aufwändig gestaltet sich der Wandaufbau: Innenseitig finden sich zwei Lagen Gipsfaserplatten (2 x 12,5 mm), es folgen 27 mm starke Federschienen zwischen die eine 24 mm starke Dämmlage aus Integra-UKF-035-Untersparren-Klemmfilz von Isover verlegt wurde. Hinter einer Dampfbremse finden sich 200 mm Holzständer mit einer Dämmlage aus Ultimate-HBF-034 Holzbau-Filzen, gefolgt von einer 18 mm starken Gipsfaser und einer Holzweichfaserplatte, die abschließend wiederum verputzt wurde.

"Wie schwierig es war, hier die entsprechenden Schallschutzanforderungen zu erfüllen, machen vielleicht die Fenstereinbauten auf dieser Fassadenseite deutlich", so Waterstraat. "Hierfür haben wir spezielle Kastenfenster in die Wandkonstruktionen integriert, die auf ihrer Außenseite über eine Zweifach-Festverglasung und eine zusätzliche Dreifach-Innenverglasung verfügen. Um den Luftschall bestmöglich ,auszusperren', galt gerade dem Bereich der Anschlüsse unser besonderes Augenmerk. Der überzeugende Schallschutz aller Wandkonstruktionen wird unter anderem durch den hohen Strömungswiderstrand der Ultimate-Dämmstoffe gewährleistet."

Eine Schallschutzqualität, die sich das Holzbauteam auch bei der Montage der asymmetrisch aufgebauten Trennwände zunutze machte. Diese sind auf einer Seite einlagig mit Gipsfaserplatten (15 mm) beplankt. Zwischen die dahinter angebrachten 27-Millimeter-Federschienen wurde wiederum ein 24 mm starker Isover-Untersparren-Klemmfilz eingelegt und die Gefache zwischen den 160-Millimeter-Ständern mit einer Lage Ultimate-HBF-034 Holzbau-Filz ausgefüllt. Die andere Wandseite erhielt eine Beplankung aus 2x12,5-Millimeter-Gipsfaserplatten.

"Mit diesem Aufbau erreichen wir bereits ein Schalldämmmaß von Rw 62 Dezibel. Aber da wir natürlich ständig nach Verbesserungsmöglichkeiten Ausschau halten, erproben wir gerade für die nächsten Trennwände den Einsatz des neuen Ultimate-HBF-031-Premium-Holzbau-Filzes, der neben verbesserten mechanischen, wärme- und brandschutztechnischen Merkmalen, über einen nochmals deutlich erhöhten Strömungswiderstand verfügt", teilt der Spezialist mit.

Neben dem Schallschutz, der effizienten Wärmedämmung – die Außenwandkonstruktionen erreichen U-Werte von bis zu 0,116 W/(m²K) – und der Nichtbrennbarkeit der Ultimate-Dämmsysteme sieht Waterstraat noch einen anderen Vorteil: "Die Holzbau-Filze werden als hoch komprimierte Rollenware geliefert. Das bedeutet, dass wir erhebliche Mengen Dämmstoff auf vergleichsweise wenig Platz lagern können. In Fertigungshallen, wo man den vorhandenen Platz vor allem für die Montage benötigt, ein unschlagbarer Vorteil, der wiederum dazu beiträgt, die Vorfertigung und den gesamten Baufortschritt zu beschleunigen", so Waterstraat.

Die ersten beiden Mehrfamilienhäuser des neuen Karlsruher Wohnquartiers wurden bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt, Nummer Drei und Vier folgen im Laufe dieses Jahres. Die zwölf Doppelhaushälften entstehen parallel. Durch den hohen planerischen Einsatz der W+W Holzelementbau Nordbaden GmbH soll ein Ensemble realisiert werden, dessen Gebäude nicht nur hohen Wohnkomfort versprechen, sondern auch die Außenbereiche ein lebenswertes Wohnumfeld schaffen.

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