Stärkster Preisanstieg bei Baumaterialien seit Beginn der Erhebung

Bauen war 2021 teuer wie nie

Berlin (ABZ). – Nach einem Bericht des Statistischen Bundesamtes (Destatis), der unlängst vorgestellt wurde, sind die Erzeugerpreise für einzelne Baustoffe wie Holz und Stahl im Jahresdurchschnitt 2021 so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949 gestiegen.

"Der aktuelle starke Anstieg der Baupreise ist vor allem auf Knappheiten und die damit einhergehenden Preissteigerungen bei Baumaterialien zurückzuführen. Klar ist, steigende Materialpreise sowie staatliche Anforderungen und mehr Klimaschutz kosten Geld. Wichtig ist, dass steigende Preise den Mieterinnen und Mietern nicht eins-zu-eins zur Last gelegt werden", äußerte sich Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.

Deshalb müsse etwa die soziale Frage nach bezahlbarem Wohnraum zusätzlich mit Initiativen der Politik beantwortet werden, die im Dialog mit der Immobilienwirtschaft im Bündnis der Bauministerin für bezahlbares Wohnen gefunden werden müssten. Die "Hängepartie mit der BEG-Förderung" habe den dringenden Handlungsbedarf dafür deutlich gemacht."

Zu Mitte des Jahres rechnet die Branche mit einer leichten Entspannung: "Trotzdem – die Preisentwicklung ist sehr volatil. Auftraggeberinnen und Auftraggeber sowie Bauunternehmerinnen und Bauunternehmer sollten daher auch weiterhin Preisschwankungen in ihren Budgets und Kalkulationen berücksichtigen und sich auf einen fairen Umgang dieser nicht beeinflussbaren Faktoren verständigen", erklärt Müller.

Der Materialmangel in der deutschen Bauindustrie ist nach einer Umfrage des Ifo-Instituts hingegen leicht zurückgegangen. Nachdem im Dezember knapp jedes dritte Hochbauunternehmen (31,3 Prozent) über Lieferengpässe berichtet hatte, war es im Januar noch jedes vierte (25,3), wie die Münchner Wirtschaftsforscher jüngst mitteilten. Im Tiefbau ist die Lage etwas besser, dort meldete noch jedes fünfte Unternehmen (20,4 Prozent) Lieferengpässe.

Weil viele Baustoffe und -materialien jedoch nach wie vor knapp sind, erwartet das Ifo-Institut weiter steigende Baukosten. "Insbesondere im Hochbau mussten die Unternehmen infolge der steigenden Materialkosten ihrerseits die Preise anheben und für die kommenden Monate waren vielerorts weitere Anpassungen vorgesehen", sagte Ökonom Felix Leiss. Ein Problem bleibt auch der Fachkräftemangel. "Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, aber jedes dritte Bauunternehmen findet nicht genug Fachkräfte", sagte Leiss.

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