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Stahlstützen als Design-Element

Tragkonstruktion in Sporthalle liegt offen

Auf der Naturschiefer-Fassade der neuen Sporthalle des TV Oberstedten e. V. prangt das Vereinslogo.

Oberstedten (ABZ). – Mit einem hohen Anspruch an Energieeffizienz und eine vielseitige Nutzung wurde die neue Sporthalle des TV Oberstedten e. V. konzipiert. "Mit der 'Halle der Zukunft' wollen wir unseren jetzigen und auch zukünftigen Mitgliedern eine moderne Sportstätte anbieten, die allen Anforderungen gerecht wird", erklärt Klaus Lenz, 1. Vorsitzender des TV Oberstedten. Die alte Halle war stark sanierungsbedürftig. Die neue Halle misst 23 x 34 m und hat eine Grundfläche von 780 m². Die Traufhöhe beträgt 7,4 m und ist unterteilt in zwei Geschosse, die mit einem Fahrstuhl barrierefrei verbunden sind.

Auf der Naturschiefer-Fassade prangt das Vereinslogo. Durch den gläsernen Eingangsbereich gelangt man ins lichtdurchflutete Foyer. Von hier aus führt ein Flur vorbei an Sozial- und Sanitärräumen, der Geschäftsstelle und dem Vereinsarchiv. Durch eine Doppeltür gelangt man zu der 300 m² großen Einfeld-Sporthalle. Sie erstreckt sich über beide Geschosse und hat eine Fußbodenheizung. In den angrenzenden Geräteräumen lagert die Ausrüstung. Ein besonderes Gestaltungsmerkmal sind die offen liegenden Stahlstützen der Tragkonstruktion. Ein Lichtband im Dach sorgt zusätzlich zu den Fensterreihen für Tageslicht und dient der Belüftung.

An der Unterseite der Decke erkennt man die schallabsorbierenden Lochblechelemente des LMR600-Systems von Astron. Das doppelschalige Industrie-Stehfalzdach ist mit einer 260 mm Isolierung versehen (U = 0,17 W/m²K) und Herstellerangaben zufolge äußerst langlebig. Denn die einzelnen Paneele werden bei der Montage maschinell um 360° gebördelt und weisen somit keine Durchdringungen in der Dachfläche auf. Die Wände bestehen aus vorgefertigten Leichtbetonelementen. Darin ist ein Dämmkern integriert (U = 0,28 W/m²K). Sie haben einen wetterfesten Zementputz. Der offenporige Innenwandbelag verringert den Schall.

Die Stahlstützen liegen offen. An der Unterseite der Decke erkennt man die schallabsorbierenden Lochblechelemente des LMR600-Systems von Astron.

Im Obergeschoss sind der Vereinsraum samt Wintergarten, Balkon und Teeküche sowie ein 200 m² großer Mehrzweckraum und zusätzliche sanitäre Anlagen untergebracht.

Das Bauprojekt ist nachhaltig und energieeffizient: Durch die Verwendung von Stahl konnten bei der Tragkonstruktion 10 % an Gewicht gespart werden. Bei der Produktion verringerte sich der Ausstoß von CO2 um 400 t. Eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach dient der Warmwasserbereitung und senkt die Betriebskosten. Über ein KNX-System lässt sich die Haustechnik zentral steuern.

Die Realisierung lag in den Händen der Friedrich Hallenbau GmbH aus Mainz. Durch die flexible Bauweise im Astron-Hallenbau-System konnte die neue Sporthalle nach nur knapp zehn Monaten in Betrieb genommen werden. Die vereinbarten Kosten von 2,1 Millionen Euro wurden eingehalten. Sollte das Gebäude einmal abgerissen werden, lassen sich die Gebäudematerialien gut voneinander lösen und recyceln. Sogar die Wärmedämmung kann wieder aufbereitet werden.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/02/2020.

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