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Starkes Team

Windräder an holländischer Küste aufgestellt

Beim Aufbau der Windräder: Im Windpark Bouwdokken durften die beiden Krane ihre Qualitäten gemeinsam unter Beweis stellen – bei Hubhöhen von bis zu 100 m und Lasten von bis zu 150 t.

Vrouwenpolder /Niederlande (ABZ). – Für den Kunden Enercon sollte der Krandienstleister Sarens in der Nähe des holländischen Nordsee-Orts Vrouwenpolder zwei Windkraftanlagen im Windpark Bouwdokken errichten. Projektvorbereitung und -durchführung waren eine erste Herausforderung, denn der Standort der beiden Windräder befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Freizeitpark Neeltje Jans, der bald öffnen sollte und dessen Betrieb durch die Arbeiten keinesfalls gestört werden durfte. Um den Aufbau so schnell wie möglich abzuwickeln, setzte Sarens für jede Anlage daher jeweils einen eigenen Kran ein: neben einem Demag CC 3800-1 Raupenkran auch den PC 3800-1 Sockelkran. Beim Demag PC 3800-1 handelt es sich um das Sockel-Pendant zum CC 3800-1. Beide Krane sind überaus starke Vertreter der 650-Tonnen-Tragfähigkeitsklasse, wobei der PC 3800-1 die Raupe in Sachen Lastmoment noch übertrifft: Sein Lastmoment liegt mit 9252 mt noch etwas über dem des CC 3800-1 mit 9152 mt.

Die herausragende Eigenschaft der Sockelvariante ist jedoch ihre gute Einsatzfähigkeit bei unebenen Bodenverhältnissen: Während Raupenkrane zur Nutzung ihrer Nenntragfähigkeit einen großflächig perfekt begradigten Untergrund von 0 bis 0,3° Gefälle benötigen, braucht der PC 3800-1 lediglich vier tragende Flächen für die Abstützungen, die noch nicht einmal perfekt zu einander nivelliert sein müssen. Denn seine Abstütz-zylinder können kleinere Toleranzen problemlos ausgleichen – bis zu 2,1° auf einer 12 x 12 m großen Abstützfläche. Damit erfordert er deutlich weniger Untergrundvorbereitung. "Das macht den PC 3800-1 für uns immer wieder unentbehrlich", erklärt Sarens-Projektleiter Pascal van der Spoel, der neben den beiden Demag-Geräten zudem noch eine ansehnliche Flotte weiterer Krane beim Enercon-Projekt im Einsatz hatte: "Wir waren zusätzlich mit je zwei 200- und 500-Tonnen-All-Terrain-Kranen sowie einem weiteren 200-Tonnen-Raupenkran auf der Baustelle. Diese nutzten wir vornehmlich für das Entladen und die Vormontage der Bauteile", berichtet van der Spoel, der zeitweise mit bis zu 15 Kollegen vor Ort war.

Mit der Deadline im Nacken veranschlagte das Sarens-Team zehn Wochen für die Arbeiten im Windpark – inklusive Entladen, Vormontage und Aufbau der Windkraftanlagen. "Da die Baustelle in der windreichen Region zwischen Oosterschelde und der Nordsee liegt, hatten wir jedoch einen Zeitpuffer eingeplant, um etwaige Verzögerungen durch zu starken Wind kompensieren zu können", erläutert Projektleiter van der Spoel, dessen Team sich zuvor im Zweibrücker Werk hinsichtlich der maximal zulässigen Windstärke für Arbeiten mit den beiden Kranen in den jeweiligen Konfigurationen rückversichert hatte. Außerdem konstruierte die Sarens-Mannschaft spezielle Vorrichtungen, um die Hauptausleger falls notwendig vor aufkommendem Starkwind sicher auf den Boden ablegen zu können. Das Team sah sich jedoch mit einer weiteren Herausforderung konfrontiert: Die Baustelle lag inmitten eines Vogel-Brutgebiets, das wiederum Teil der Deltawerke ist, dem Schutzsystem gegen Hochwasser und Sturmfluten in Zeeland – es genießt einen besonders strengen Schutz des niederländischen Amtes für Wasserwirtschaft, daher waren zahlreiche Anforderungen zu erfüllen, bevor die Arbeiten aufgenommen werden konnten. "Zudem war auf dem Gelände des Vergnügungsparks nicht genügend Platz zum Lagern der erforderlichen Komponenten und zur Vorbereitung vorhanden. Diese Umstände setzten uns natürlich hinsichtlich der Einhaltung unseres Zeitplans zusätzlich unter Druck", betont van der Spoel.

Deshalb war sein Team in Sachen Flexibilität gefordert und musste sich auf die Zuverlässigkeit und Leistung der beiden Krane verlassen können – und auf gutes Wetter hoffen. Was die Krane anging, hatte niemand im Team Bedenken. Denn mit 650 t Tragfähigkeit bei einer Ausladung von 12 m und ihrem maximalen Lastmoment von mehr als 9000 mt sind der Demag PC 3800-1 und der CC 3800-1 stark genug, um solche Windkraftanlagen zu errichten. "Nicht zuletzt deshalb haben wir uns für die beiden Demag-Krane bei diesem Einsatz entschieden", so van der Spoel: Der PC 3800-1 wurde in LSL 11-Konfiguration mit 126 m Auslegerlänge gerüstet, der CC 3800-1 in LSL 12 mit 117 m Ausleger plus 12 m Verlängerung.

Während die Bauteile der Anlagen per Schiff über den Seeweg auf die Baustelle gebracht wurden, kamen die Krane auf dem Landweg: Der PC 3800-1 aus einem Windpark in Spanien und der CC 3800-1 aus Metz, wo er beim Bau eines Fußball-Stadions benötigt wurde. Im Windpark Bouwdokken durften die beiden dann ihre Qualitäten gemeinsam unter Beweis stellen – bei Hubhöhen von bis zu 100 m und Lasten bis 150 t. Der Aufbau der Windkraftanlagen erforderte den Hub von jeweils elf Bauteilen: Fünf Turmelemente plus Gondel, Generator, Nabe und drei Rotorblätter. Da alle Bauteile in horizontaler Lage angelandet wurden, mussten sie für die Hübe zunächst in vertikale Position gebracht werden. Hierfür wurde ein Hilfskran eingesetzt. Komplexe Projekte dieser Art bewältigt Sarens seit Jahren erfolgreich, nicht zuletzt durch gute Vorbereitung und die sorgfältige Werkzeugauswahl – Prozesse, die Sarens bei jedem Projekt konsequent befolgt und die für die Teams zur professionellen Routine gehören. "Die Hübe erledigten die beiden großen Demag-Krane ohne Probleme mit ihrer enormen Kraft und hohen Präzision. So wie schon bei unzähligen Einsätzen zuvor", resümiert Pascal van der Spoel zufrieden, der den engen Zeitplan zu keiner Zeit in Gefahr sah.

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