Stihl-Unternehmensgruppe

Stetiger Wachstumskurs wird fortgesetzt

Dieburg (ABZ). – Der Garten- und Motorgerätehersteller Stihl hat laut eigener Aussage ein sehr gutes Geschäftsjahr hinter sich, allerdings stellten Pandemie-Effekte das Unternehmen vor große Herausforderungen. Heribert Benteler, Geschäftsführer der für den deutschen Markt verantwortlichen Stihl-Vertriebszentrale in Dieburg, erläuterte im Gespräch mit der ABZ-Redaktion neue Produkte, Dienste und Planungen für die Zukunft.
Stihl Unternehmenszahlen
"In diesem Jahr liegen wir mit unseren Umsatzerwartungen eigentlich im Plan, wobei die Witterung einen sehr positiven Einfluss auf die Geschäftsentwicklung in Deutschland hatte", fasst Heribert Benteler, Geschäftsführer der Stihl-Vertriebszentrale in Dieburg, zusammen. Foto: Fajga

Die Stihl-Unternehmensgruppe setzt ihren Wachstumskurs aus dem vergangenen Geschäftsjahr fort und erzielte von Januar bis August 2021 laut eigener Aussage einen Umsatz in Höhe von 3,51 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, das wechselkursbereinigte Umsatzplus beträgt demnach 15,4 Prozent. Im deutschen Markt erzielte Stihl bis August 2021 einen Umsatz, der nochmals deutlich über dem starken Vorjahresniveau liegt. Allerdings ist auch in Deutschland die Liefersituation weiterhin angespannt, weshalb Fachhandelspartner und Kunden zum Teil auf bestellte Produkte warten müssen.

Pandemie-Effekte

"Es gibt bestimmte Effekte, die – wie auch schon im letzten Jahr – einen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der deutschen Stihl-Vertriebszentrale wie auch des gesamten Unternehmens haben", erklärt Heribert Benteler, Geschäftsführer der in Dieburg ansässigen Niederlassung. So hat das Unternehmen nach wie vor mit weltweit gestörten Lieferketten und erheblichen Versorgungsengpässen bei Rohstoffen und Bauteilen zu kämpfen. Das betrifft beispielsweise Stahl, Kunststoffgranulat und Elektronikkomponenten. "In diesem Jahr liegen wir mit unseren Umsatzerwartungen eigentlich im Plan, wobei die Witterung einen sehr positiven Einfluss auf die Geschäftsentwicklung in Deutschland hatte. In Summe wurde diese positive Entwicklung durch die Probleme in den Lieferketten allerdings gebremst", erklärt Benteler.

Denn obwohl Produktions- und Logistikkapazitäten angepasst wurden, führten die gestiegene Nachfrage und Probleme in Versorgung und Logistik letztlich zu massiven Lieferverzögerungen. Aktuell laufe die Produktion weltweit auf Hochtouren, um die entstandenen Rückstände aufzuholen und Kunden besser versorgen zu können. Benteler: "Das ist schon eine angespannte Situation, in der sich aber auch andere Branchen oder Hersteller befinden." Im Juli 2021 wurde zudem ein neues Fertigwarenlager in der Vertriebszentrale in Dieburg eingeweiht und in Betrieb genommen. Das Investitionsvolumen belief sich Stihl zufolge auf rund 26 Millionen Euro. Mit dem Neubau will das Unternehmen die Logistikeffizienz erhöhen und damit die Weichen für zukünftiges Wachstum im deutschen Markt stellen.

Umsatz gesteigert

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnete Stihl nach eigenen Angaben auf allen Kontinenten Wachstum beim Absatz. Die seit Mitte letzten Jahres anhaltend hohe Nachfrage nach Stihl-Geräten habe bestätigt, dass mit dem Produktportfolio die Bedürfnisse der Kunden getroffen werden. Beliebte Produkte waren unter anderem der Mähroboter Stihl iMOW, der Akku-Gehölzschneider Stihl GTA 26, Benzin-Motorsägen und -Freischneider für Hobbyanwender sowie die neuen Akku-Produkte für Profis, die im ersten Halbjahr 2021 eingeführt wurden.

Auch in diesem Jahr beobachtet Stihl nach eigenen Angaben einen starken Trend hin zu Akku-Geräten. Erfreulich dabei sei, dass sowohl bei Produkten mit Benzin- als auch mit Elektroantrieb ein Absatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich verzeichnet worden sei. "Grundsätzlich verkaufen wir aktuell mehr als die Hälfte unserer Geräte mit einem Akku. Da führt der deutsche Markt das weltweite Geschehen an, wir sind hier in einer Akku-Dynamik, die es nicht in allen Ländern so gibt", erklärt Benteler und führt aus: "Wir haben hier auch besondere Wachstumsraten. Unsere Stückzahlen wachsen jedoch insgesamt bei allen Gerätegattungen, also auch bei benzinmotorgetriebenen Geräten. So haben wir beispielsweise noch nie so viele motorgetriebene Motorsägen verkauft, wie in diesem Jahr. Und wir gewinnen hier auch Marktanteile dazu."

Akku legt zu

Für die Saison 2021/2022 kündigte Stihl einen ganzen Reigen neuer Geräte mit Akku an. Mit der Stihl MSA 300 wurde die leistungsstärkste Akku-Motorsäge im Markt präsentiert, die im Frühjahr 2022 verfügbar sein soll. Ebenfalls vorgestellt wurde das Stihl BGA 300 für professionelle Anwendungen, das ab Mai 2022 das Stihl-Sortiment als erstes rückengetragenes Akku-Blasgerät ergänzt. Es zeichne sich durch seine enorme Blaskraft sowie die sehr hohe Luftgeschwindigkeit aus. Durch das zum Patent angemeldete Stihl-Silencer-System werde es mit maximal 93 Dezibel das leiseste Gerät seiner Leistungsklasse im Markt sein und könne auch in lärmsensiblen Bereichen uneingeschränkt betrieben werden. Weitere Akku-Highlights für Profis sind die Baumpflegesäge des Typs MSA 220 T, die das Sortiment der Stihl-Akku-Baumpflegesägen als leistungsstärkstes Modell anführt, die mobile Transport- und Lade-Box bottTainer, und das ebenfalls neue Mehrfachladegerät AL 301-4.

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Stihl Unternehmenszahlen
Das Sortiment von Stihl wurde unter anderem um die Einstiegs-Benzinmotorsäge der Bezeichnung Stihl MS 162 für private Anwender erweitert. Foto: Stihl

Für die Akkusäge MSA 300 wurde der Akku-Pack Stihl AP 500 S entwickelt. Durch innovative Technologie besticht er laut Hersteller nicht nur durch einen hohen Energieinhalt bei niedrigem Gewicht, sondern auch durch eine deutlich höhere Lebensdauer im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus. "Mit dem AP 500 S stoßen wir in eine neue Leistungsklasse vor, denn mit diesem Produkt schaffen wir es, die nach derzeitigem Stand leistungsstärkste Akku-Motorsäge in den Markt zu bringen", sagt Benteler. Das Akku-Management sei dabei einer der Schlüssel für die Akzeptanz dieser neuen Technologie im professionellen Einsatz, und man sei bereits dabei, eine mit dem Fahrzeugausrüster bott entwickeltes mobiles Ladesystem in den Markt auszurollen.

Neue Dienste

"Die Themen Nachhaltigkeit und Biodiversität werden sicherlich in naher in Zukunft zu neuen Regeln und Zuständigkeiten führen – auch bei Kommunen"; ist sich Benteler sicher, das sei für Stihl eine große Chance. Denn die Bewirtschaftung von Flächen oder Parks werde künftig viel selektiver durchgeführt werden müssen, so der Vertriebschef. "Da kann man nicht mehr einfach mit der großen Maschine alles abmähen, sondern muss Flächen individuell pflegen." Auch dem Thema Nachhaltigkeit werde künftig mehr Aufmerksamkeit von öffentlicher Seite geschenkt , vermutet Benteler: "In Frankreich gibt es beispielsweise bereits gesetzliche Vorgaben, dass Geräte reparaturfähig sein müssen. Das ist bei Stihl seit jeher Bestandteil der Produkt- und Unternehmensstrategie", ergänzt der Geschäftsführer.

Mit dem Mehrfachladegerät AL 301-4 biete Stihl das branchenweit erste Mehrfachladegerät, das sowohl für die Werkstatt, als auch für den Einsatz im und auf dem Fahrzeug entwickelt worden sei. Es ermöglicht das sequenzielle Laden von bis zu vier Akku-Packs aus dem Stihl-AP-System sowie von rückentragbaren AR-Akkus. Dabei lassen sich die Ladestände aller Energiespeicher einfach per Knopfdruck anzeigen.

"Wir sehen solche Entwicklungen immer aus Kundensicht und müssen natürlich auch unsere Serviceangebote neu denken. Denn ein Elektromotor erfordert grundsätzlich weniger Wartung als ein Benzinmotor. Und beispielsweise das Thema Energie- oder Flottenmanagement braucht ganz neue Lösungsansätze. Hier sind wir als Hersteller gefordert, neue Dienste zu entwickeln, die Verfügbarkeit und die Betriebssicherheit vor Ort sicherstellen können. Etwa über predictive Maintenance-Modelle, durch die sich unvorhergesehene Ausfälle im Maschinenpark durch gezielte Wartungsmaßnahmen minimieren lassen."

Das digitale Gerätemanagement habe über Stihl connected mit dem zentralen Element Stihl Smart Connector weiter an Bedeutung gewonnen. Mit dem neuen Smart Connector 2 A erweitert Stihl das Gesamtsystem connected insbesondere für Betreiber von größeren Akku-Geräteparks im Garten- und Landschaftsbau oder in Kommunen.

Im Gegensatz zur ersten Generation wird der neue Smart Connector 2 A direkt in das Gehäuse der dafür vorbereiteten Stihl-Akku-Geräte eingesetzt und an deren Geräteelektronik angebunden. Dadurch ist es möglich, über die reine Laufzeit hinaus unter anderem auch die Drehzahl inklusive Zeit- und Datumsstempel zu erfassen und via Bluetooth an eine in Reichweite befindliche Stihl connected Box oder ein mobiles Endgerät weiterzugegeben. "In unsere Connectoren werden wir einerseits weiter mehr Intelligenz einbauen, anderseits haben wir bereits dafür gesorgt, dass sie auch herstellerübergreifend eingesetzt werden, also auch in Produkten anderer Hersteller angewendet werden können und einen Überblick über den gesamten Maschinenpark ermöglichen", erklärt der Geschäftsführer.

Auch im Segment der Benzinmotorsägen untermauert Stihl seine Position als Technologieführer. Mit dem Stihl-Hexa-Schneidsystem bringt das Unternehmen eine Weltneuheit auf den Markt, die aus der 3/8-Zoll-Rapid-Hexa-Sägekette für Profisägen sowie der Hexa-Feile besteht und ein schnelles und präzises Kettenschärfen erlaubt. Die Schnittleistung der neuen Kette liegt dabei im Vergleich zu einer 3/8-Zoll-Rapid-Super um bis zu zehn Prozent höher. Zudem wird das Sortiment erweitert um die Einstiegs-Benzinmotorsäge Stihl MS 162 für private Anwender. Ebenfalls erweitert werden soll Sortiment des Stihl-Markenshops. Die Stihl-Spielzeugsäge, eine der meistverkauften Motorsägen des Herstellers, wie Benteler schmunzelnd anmerkt, kommt 2022 in einer neuen Auflage. Im "Look & Feel der innovativen Benzinmotorsäge Stihl MS 500i" bilde sie alle Funktionen der "Großen" ab, angefangen bei der beweglichen, austauschbaren Kette über die LED-Betriebsanzeige bis zum neuen Schienendesign. Darüber hinaus präsentiert der Markenshop mit der Bekleidung aus der Stihl Collection 2022 eine Hommage an die Natur und ihr Erleben.

Onlineshop

Mit der Entwicklung des Onlineshops ist Benteler ebenfalls zufrieden: "Wir verkaufen unsere Ware online sowie über den Fachhandel. Natürlich boomt der Onlinehandel über alle Branchen betrachtet seit der Pandemie". Mithilfe eines neu geschaffenen Omni-Channel-Konzeptes sei Stihl in der Lage, alle Kanäle zu Kunden bedienen und darüber hinaus Mehrwerte zu generieren. "Denn wir verkaufen nicht nur Produkte, sondern Lösungen", betont Benteler.

Stihl setzt nach wie vor auf den Vertrieb über den servicegebenden Fachhandel, und das habe sich in der Corona-Krise schon im vergangenen Jahr als großer Vorteil erwiesen. Benteler führt aus: "Wir haben sehr viele Händler, die seit Jahren und Jahrzehnten mit uns zusammenarbeiten und über die wir Lösungen anbieten können. Für den Online-Marktplatz bedeutet das, dass wir jede Onlinegeschäft mit dem Händler der Kundenwahl verbinden."

Auch das Onlinegeschäft sei momentan von der Lieferbarkeit einzelner Produkte abhängig. Ersatzteile und Zubehör seien Umsatzträger, aber auch Produkte aus dem Akkubereich würden verstärkt online geordert. Benteler dazu: "Ich sehe uns da noch in einer Lernphase. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen bezüglich der Leistungsmerkmale unseres Omnichannel-Ansatzes." Deutschland sei bei Stihl das Pilotland für das Thema E-Commerce und derzeit würden viele neue Lösungen ausprobiert. Die Umsetzung des Omnichannel-Konzepts sei sehr komplex, da das Unternehmen mit vielen selbständigen Fachhändlern zusammenarbeite und ein Vorbild für ein derartiges Servicemodell nicht bekannt sei. Die Händler hätten das Thema zwar auch begeistert aufgegriffen und unterstützt, der Pandemieverlauf habe jedoch Verwerfungen auch in der Belieferung mit Profigeräten hervorgerufen. Das sei aktuell eine sehr große Herausforderung für die Kunden, den Handel wie auch für Stihl.

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