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Straßenbefestigung in Hanglage

Fugen aus Kunststoff tragen Lasten gut ab

In Dörrenbach wurde das Pflastersystem Combiconnect im Format 30 x 18 x 10 cm im Läuferverband eingebaut. Die Fugen bestehen nicht aus Sand oder Splitt, sondern aus Kunststoff.

Dörrenbach (ABZ). – Herkömmlich gepflasterte Flächen sind aufgrund ihrer mangelnden Verbundwirkung nicht immer geeignet, alle Verkehrsbelastungen aufzunehmen. Andererseits passt so manches Verbundpflastersystem optisch manchmal nicht besonders gut in seine Umgebung. In Dörrenbach im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz setzte man bei der Sanierung zweier Straßen daher das Pflasterystem Combiconnect ein, bei dem die Fugen aus Hochleistungskunststoff bestehen.

Bei der Sanierung der 115 m langen "Scheidelsgasse" und etwa 260 m der Straße "Im Rödelstal" spielte neben der Funktionalität vor allem die Optik des Straßenbelages eine wichtige Rolle. "Weil durch den Ort der Pfälzer Weinsteig verläuft und rund um das Renaissance-Rathaus noch zahlreiche weitere historische Bauwerke zu bewundern sind, ist der Ort auch stark touristisch geprägt", erklärt Said Hartenstein vom Ingenieurbüro TeamBau aus Bad Bergzabern. "Da ist es selbstverständlich, dass wir bei einer Straßensanierung nicht einfach asphaltieren, sondern versuchen, mit einem geeigneten Pflasterbelag den dörflichen Charakter zu erhalten."

Beide Straßen haben zudem ein starkes Gefälle von bis zu mehr als 12 %, erläutert Said Hartenstein. "In solchen Fällen besteht immer die Gefahr, dass sich bei Starkregenereignissen Fugen auswaschen und dann ihre Funktion als elastischer Puffer zwischen den Steinen nicht mehr wahrnehmen können. Die Folge sind klappernde Steine, die sich auf Dauer aus der Fläche lösen können."

Aus diesem Grund entschieden sich die Verantwortlichen für das Pflaster-system Combiconnect vom Pflasterhersteller Beton Pfenning aus Lampertheim. Bei diesem System bestehen die Fugen nicht aus Sand oder Splitt, sondern aus dem Hochleistungskunststoff EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk). Jeder einzelne Stein wird hier werkseitig mit einem Kastenprofil aus diesem Material ummantelt, das dann als Fuge dient. EPDM ist ein dynamisches Material. Es ist damit Herstellerangaben zufolge gut für maximalen Lastabtrag geeignet. Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von 4 mm. "Auch bei dem stärksten Platzregen kann hier nichts mehr auswaschen", so Said Hartenstein. "Die Fugen bleiben dauerhaft erhalten und damit die Stabilität der Flächen. Immerhin werden diese auch von Müllfahrzeugen befahren, die auf den nur vier bis fünf Meter breiten Straßen auch ab und zu rangieren müssen und dadurch die Flächen besonders beanspruchen." Das System könne sehr einfach, schnell und problemlos verlegt werden, da es nicht verfugt wird. Auch Kehr-Saugmaschinen können darauf eingesetzt werden.

Das Pflastersystem passt optisch sehr gut in den historischen Ort. "Der bräunlich-ocker changierende Farbton Buntsandstein der Combiconnect-Steine im Format 30 x 18 x 10 cm erzeugt genau die gewünschte angenehme Aufenthaltsqualität und wertet den Straßenraum gegenüber vorher deutlich auf", so Hartenstein. Ökologisch ist das Fugenmaterial EPDM nach Angaben des Herstellers unbedenklich. Es könne zudem sehr gut recycelt werden. Auch sei es sehr verschleißfest: Es ist Frost- und Tausalzresistent und temperaturbeständig zwischen –50 und +145 °C. Eingebaut wurde das Pflaster in Dörrenbach auf einem 4 cm starken Sand-Splitt-Gemisch 2/8 mm. Darunter war eine 15 cm starke Schottertragschicht 0/32 mm und darunter wiederum eine 21 cm starke Frostschutzschicht 0/32 mm bis 0/56 mm. Bis Ende 2020 sollen beide Straßen voll-ständig ausgebaut sein.

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