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Tagebau Nochten in der Lausitz

Förderbrücke erhält Verjüngungskur

Teupe, Gerüstbau

Braunkohle-Tagebau Nochten, KI 2016. 9000 m² schwerer Korrosionsschutz einschließlich Gerüstbau und Befahranlagen aus einer Hand.

Nochten (ABZ). – Die Förderbrücke F60 im Tagebau Nochten gilt als eine der größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt. Sie ist 500 m lang und ihre Bagger können max. 60 m auf einmal abtragen, daher der Name F60. Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1974 wurden über ihre Förderbänder rund 800 t Braunkohle freigelegt bzw. 3,6 Mrd. m³ Abraum gefördert. Umfangreiche Messungen und statische Berechnungen hatten ergeben, dass sich zahlreiche Umbauten und Veränderungen in der Vergangenheit auf das Eigengewicht der Förderbrücke ausgewirkt und zu Spannungsüberschreitungen bei der "Großen Schwinge" und dem darüber liegenden "Rollentisch" geführt haben. Hier wurde auch das Risiko eines Sprödbruchs bei relevanten Temperaturveränderungen im Zusammenhang mit dem bei der Errichtung verwendeten Stahlmaterial berücksichtigt. Die "Große Schwinge" liegt im unteren Teil der F60. Sie trägt deren Hauptlast und verbindet den Hauptträger mit dem Fahrwerksystem. Darüber befindet sich der Rollentisch. Er fährt innerhalb des Hauptträgers hin und her und sorgt für die Flexibilität der F60. Mit Blick auf die Gerätesicherheit und damit sie weiterhin zuverlässig arbeitet, mussten diese beiden tonnenschweren Bauteile erneuert werden.

Die technologische Planung für dieses Megaprojekt hatte bereits 2008 begonnen. Nach der Fertigstellung der neuen Teile erfolgte im Jahr 2016 dann der Einbau. Dies war allerdings nur bei ruhendem Betrieb möglich, weshalb die F60 während der Montagearbeiten für rund drei Monate stillstand. Anfang September 2016 wurden der "Rollentisch" und die "Große Schwinge" eingebaut. Zuvor mussten innerhalb eines straffen Zeitplans und unter Berücksichtigung eines strengen Sicherheitskonzeptes eine Vielzahl an montagevorbereitenden Arbeiten ausgeführt werden, damit die Förderbrücke Ende Oktober wieder uneingeschränkt den Betrieb aufnehmen konnte. Für die komplexe Instandsetzung waren insgesamt 50 000 Arbeitsstunden im 4-Schicht-System durch alle Arbeitskräfte nötig. Im Zusammenhang mit diesem einzigartigen Projekt wurde auch eine größere Korrosionsschutzmaßnahme durchgeführt. Die Teupe Gruppe wurde mit der Ausführung der erforderlichen Gerüstbauarbeiten und Korrosionsschutzarbeiten beauftragt. Für die Realisierung des Projektes entwickelte Teupe ein optimales technisches Konzept objektbezogener Befahranlagen in Verbindung mit Gerüstkonstruktionen.

Die Ergänzung und geschickte Kombination von Gerüststellungen und Befahranlagen einschließlich Stahlbauaufhängungen mit HEB 300 in 70 m Höhe ermöglichte eine terminsichere Abarbeitung aller durch den Auftraggeber gestellten Aufgaben. Mit der termingerechten Inbetriebnahme der Teupe-Befahranlagen nach TÜV-Abnahme zur Baumusterprüfung startete dann die Ausführung von ca. 9000 m² Korrosionsschutzarbeiten an der Förderbrücke bis +70 m über Tagebau-Niveau. Hierbei wurden durch Teupe ca. 270 t. Strahlmittel zum Einsatz gebracht und ca. 13 t Beschichtungsmittel verarbeitet. Der Bauabschnitt Schwenkdreieck einschließlich Untergurt F60 wurde durch Gesta konventionell eingerüstet. Hierfür konstruierte Gesta ein freistehendes, über 30 m hohes Raumgerüst. Insgesamt wurden ca. 250 t Gerüstmaterial verbaut. Die Leistung umfasste auch die Planung im hauseigenen technischen Büro inklusive statischer Nachweise. Die Gerüstmontage im Tagebaugelände erfolgte durch die Gesta im Mehrschichtsystem, um die technologischen Rahmenbedingungen einerseits und die arbeitssicherheitstechnischen Erfordernisse bei mehreren Bauabschnitten übereinander von 0 bis +70 m Höhe zu gewährleisten, ohne den straffen Terminplan zu gefährden. Der Umfang der Korrosionsschutzmaßnahmen belief sich auf ca. 9000 m², die gemäß DIN EN ISO 12944 und der Korrosionsschutzspezifikation der Vattenfall Europe Mining AG auszuführen waren. Dies stellte besondere Anforderungen an die Gerüst-/Befahranlagenkonzeption, da die zu bearbeitenden Baugruppen von allen Seiten zugänglich sein mussten, und die einzubauenden Gerüste und Befahranlagen den max. zulässigen Lasteintrag in die Förderbrücke nicht überschreiten durften.

Die komplexen Arbeiten (Gerüstbau, Befahranlagengestellung und schwerer Korrosionsschutz) wurden durch die Teupe Gruppe aus einer Hand mit Schnittstellenrisikominimierung sicher, termin- und qualitätsgerecht ausgeführt. Z. Zt. wird durch Gesta eine erneut beauftragte weitere Maßnahme mit Stellung von umfangreichen und komplexen Befahranlagen im benachbarten Tagebau Welzow durchgeführt. Die erfolgreiche TÜV-Abnahme für den Start der Sanierungsarbeiten am 02.05.2017 wurde durch Gesta auch in diesem Jahr wieder problemlos sichergestellt.

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