Talbrücke Kallenbach

Großgerüst von Teupe bewährt sich

Herborn (ABZ). – Die Talbrücke Kallenbach bei Herborn ist eine von 22 Talbrücken der A 45, die in den nächsten Jahren erneuert werden müssen. Vorher muss die bestehende Brücke aus dem Jahr 1967 jedoch verstärkt werden, um der stark erhöhten Verkehrsfrequenz und damit einhergehenden Verschleißerscheinungen standzuhalten. Die Teupe & Söhne Gerüstbau GmbH erhielt von der Autobahn GmbH des Bundes den Auftrag über die Ausführung von Gerüstbauarbeiten an der Talbrücke, inklusive Planung, Konstruktion und Realisation des Großgerüstes.
Teupe Gerüstbau
Die Talbrücke Kallenbach bei Herborn ist eine von 22 Talbrücken der A 45, die in den nächsten Jahren erneuert werden müssen. Vorher muss die bestehende Brücke aus dem Jahr 1967 jedoch verstärkt werden, um der stark erhöhten Verkehrsfrequenz und damit einhergehenden Verschleißerscheinungen standzuhalten. Die Teupe & Söhne Gerüstbau GmbH erhielt von der Autobahn GmbH des Bundes den Auftrag über die Ausführung von Gerüstbauarbeiten an der Talbrücke. Foto: Teupe

Die filigrane Stahlkonstruktion des Bauwerks mit einer Fahrbahnplatte aus Stahlbeton ist typisch für die Brückenbauweise dieser Zeit. Für die Ertüchtigung der Brücke werden derzeit zusätzliche Stahlbauverstärkungen an den bestehenden Stahlträgern der Talbrücke angebracht. Aus statischen Gründen muss der jeweilige zu verstärkende Hauptträger der Brücke während der Ertüchtigungsarbeiten lastfrei gehalten und der darüber liegende Fahrstreifen gesperrt werden. Der Verkehr in Richtung Gießen wurde aus diesem Grund bereits auf das Bauwerk in Richtungsfahrbahn Dortmund umgelegt.

Für die Ausführung der Stahlbauarbeiten konstruierte Teupe eine Lösung mit einer Kombination von Arbeits- und Traggerüsten. Auf einer umfangreichen Traggerüstunterkonstruktion wurde ein Arbeitsgerüst mit einer durchgehenden Arbeitsplattform von über 2600 m² und einer Lastaufnahme von 500 kg/m² für die Stahlbauarbeiten errichtet. Die Traggerüstkonstruktion hat eine Höhe von bis zu 30 m.

Eine Herausforderung war die schwierige Gründungssituation aufgrund der Bodenbeschaffenheit bei beengten Platzverhältnissen unter der Brücke. Im Bereich der Randfelder des Bauwerks war eine Gründung nicht möglich. Deshalb musste die Gründung aller 56 Aufstandspunkte des Traggerüstes sowie die des Autokranes (Tragkraft 250 t) auf Bohrpfählen erfolgen. Für die Böschungsbereiche entwickelte Teupe eine frei auskragende Traggerüstkonstruktion. Hierfür wurden über Kopfplattenstöße HEB-Stahlprofile mit einer Länge von 35 m hergestellt, die zunächst in Querrichtung zum Bauwerk unter dem Bauwerk verschoben und anschließend 15 m in Längsrichtung auf einer speziell hierfür angefertigten Verschubeinrichtung verzogen werden mussten. Die Lasten der etwa 15 m langen Kragarme der HEB-Stahlträger wurden "im Schatten" der Brückenpfeiler mittels einer speziellen untergehangenen Konstruktion aus quer angeordneten System-Fachwerkträgern, die wiederum durch U-Profile mit den HEB-Stahlträgern verbunden wurden, und über Arbeitsgerüste gleichmäßig verteilt. Für die Unterkonstruktion des Arbeitsgerüstes kamen 42 bis zu 35 m lange HEB-800-B Stahlträger zum Einsatz. Für die Gerüsttürme und Scheiben der Traggerüstkonstruktion setzte Teupe das hauseigene Schwerlast-Traggerüststützensystem ein. Alle Gerüst- und Montagearbeiten konnten trotz der extrem anspruchsvollen Bedingungen vor Ort wie geplant und ohne Verzögerungen ausgeführt werden.

Eine besondere Anforderung bedeutete auch die Materialzulieferung zur Baustelle: Aufgrund geringer Lagermöglichkeiten im Bereich des Krans musste das benötigte Material jeweils "just in time" angeliefert und montiert werden. Dies erforderte eine sorgfältige Planung der Materiallogistik und exakt aufeinander abgestimmte Arbeitsabläufe.

Zusätzlich errichtete Teupe zum Schutz vor herabfallenden Gegenständen über den unterhalb des Arbeitsgerüstes verlaufenden öffentlichen Wegen jeweils an den Widerlagern und an einem Pfeiler Schutzdächer. Für einen sicheren Zugang und Materialtransporte auf die höher gelegene Plattform wurde außerdem ein Zugangsgerüst inklusive Treppe und Aufzug errichtet.

Der Auftragsumfang umfasst für Teupe umfasst alle Leistungen, einschließlich der Planung, Konstruktion, Montage und Demontage, inklusive der kompletten technischen Bearbeitung sowie die Erstellung der statischen Berechnungen und Ausführungszeichnungen im technischen Büro Teupe. Die Demontage der Gerüstkonstruktionen erfolgt nach Abschluss der Baumaßnahme an der Talbrücke Kallenbach voraussichtlich im Herbst dieses Jahres.

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