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Textiler Emissionsschutz

Modulares Klicksystem wirkt gegen Baustaub

Baustoffe

Gegen Baustaub und Lärm war bisher kaum ein Kraut gewachsen: Das Netzwerk InoEmTex will das jetzt ändern.

Plauen (ABZ). – Den gesundheitlich bedenklichen Emissionen bei Abriss und Sanierung in Wohnvierteln will das Netzwerk InoEmTex mit einem innovativen Textilsystem begegnen. Die gerahmten Lärm- und Staubschutzmodule nach der Idee der HuT Oderbau GmbH (Müncheberg) sollen mit wenigen Klicks aufgebaut werden. Zwei Wissenschaftseinrichtungen liefern für die Innovation, mit der mittelständische Textilfirmen ihre Hinwendung zur Herstellung technischer Textilien untermauern wollen, Input. Für den textilen Doppelschutz gegen Maschinenlärm und mineralischen Mischstaub von Baustellen untersucht die TU Bergakademie Freiberg mit mathematischen Modellen, wie genau sich solche Emissionen ausbreiten – und legt damit wesentliche Grundlagen für die Produktentwicklung. Die Einzelkomponenten, bestehend aus Rahmen, Trägern, Absorberkern und textilem Verbund, sollen nach Netzwerkinformationen ab 2019 als mobile Dienstleistung zur Verfügung stehen.

Das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) steuert für das modulare und werkzeuglos montierbare Klicksystem einen speziellen Vliesstoffverbund bei, der für eine effektive Absorption von Schall und Staubpartikeln sorgen soll. Der Clou bei dem neuartigen Absorbersystem, das je nach Bedarfssituation vor Ort in verschiedenen Varianten zusammengestellt werden soll: Beim Umzug zur nächsten Baustelle erfolgt die Reinigung durch einfaches mechanisches Abschütteln des Staubes. "Lärm wird durch das eigens entwickelte und ab Herbst 2017 von der TITK-Tochter smartpolymer produzierte Melaminfaser-Vlies, das unter Hitzeeinwirkung weder schmilzt noch brennt und exzellente Dämmeigenschaften aufweist, nicht geschluckt, sondern ins 'Leere' geleitet, während der Staub an der Oberfläche gebunden wird", erläutert TITK-Projektleiter Philipp Köhler. InoEmTex-Managerin Steffi Volland (Luvo-Impex, Oelsnitz) sieht im Teamwork zwischen Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen einen "Grundbaustein für die innovative Wertschöpfung von morgen". In dem Netzwerk arbeiten zwölf Mittelstandsunternehmen verschiedener Branchen mit fünf interdisziplinär aufgestellten Wissenschaftspartnern zusammen. Die Kooperationskette will mit Hightech-Textilien neue Lösungen für den Umwelt- und Klimaschutz aufzeigen und der hochspezialisierten Textilindustrie in Sachsen/ Thüringen bzw. Oberfranken Zukunftsmärkte und neue Umsatzchancen eröffnen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 25/2017.

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