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Traditionelle Optik bei Wärmedämmung

Bossen bilden markanten Kontrast zur übrigen Fassade

Bei wärmegedämmten Fassaden lassen sich die erhabenen Strukturen der Bossen bereits durch die Dämmplatten vorgeben.

Marktredwitz (ABZ). – Bossen werden seit der Frührenaissance als Gestaltungsmittel an der Fassade genutzt. Bereits vorher traten sie als bauliches Hilfsmittel in Erscheinung, zum Beispiel im mittelalterlichen Burgenbau, um die schweren Steine sicher vertäuen zu können. Auch heute wird das historische Motiv der Bosse in der Sanierung wie im Neubau wieder verwendet. Denn die Vertiefungen bilden einen markanten Kontrast zur übrigen Fassade und sind wahre Hingucker.

Für die Ausarbeitung der Bossen gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Durch Bossenprofile können die gewünschten Vertiefungen in der Putzschicht dargestellt werden. Eine weitere Option ist die Hinterschneidung, also das manuelle Einschneiden der Bossen in eine entsprechend dicke Putzschichten.

Doch es geht auch einfacher. Speziell bei wärmegedämmten Fassaden lassen sich die erhabenen Strukturen der Bossen bereits durch die Dämmplatten vorgeben. Mit den verschiedenen Varianten der Heck-Coverrock-Deco-Typen lassen sich unterschiedliche Bossenelemente leicht über Steinwolle-Dämmplatten in die Fassade integrieren. Anschließend wird die Fassade wie gewohnt armiert, verputzt und bei Bedarf gestrichen – die Bossenvertiefungen bleiben erhalten.

Die Dämmplatten stehen in drei unterschiedlichen Typen zur Auswahl, wobei jeder Typ einer anderen Bossenstruktur entspricht. Die verfügbaren Formen sind enges Trapez, breites Trapez und Dreieck. Die Dämmplatten sind bereits mit der entsprechenden Vertiefung vorgefertigt. Für jeden Bossen-Typ gibt es ein passendes Armierungsgewebe. Eine spezielle Bossenkelle hilft zudem beim Ausführen der Putzschicht in den Nuten. Das ermöglicht einen raschen Baustellenablauf und garantiert eine gleichmäßige, erhabene Optik.

Die Bossendämmplatten bestehen aus nichtbrennbarer Steinwolle. Der Baustellenverschnitt kann, wie auch bei normalen Heck-Steinwolle-Dämmplatten, über das Recyclingkonzept HeckCycle wiederverwertet werden.

Bereits seit 2020 kann die Wärmedämmung von Außenwänden steuerlich geltend gemacht werden. Alternativ können sowohl für Komplettsanierungen als auch für energetische Einzelmaßnahmen großzügige Förderungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen werden. Details kennen die regionalen Energieberater.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 26/2021.

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