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Transportbetonindustrie

Mit Zuwachs von knapp vier Prozent wird gerechnet

Dyckerhoff, Baupolitik und Verbände, Schwenk Zement, Transportbeton, Messen und Veranstaltungen

In seiner Eröffnungsrede ging BTB-Präsident Dr. Erwin Kern auf die wirtschaftliche Situation der Branche ein.

HAMBURG (ABZ). - Das Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg stellte den Rahmen der mittlerweile achten Auflage des vom Bundesverband Transportbeton (BTB) organisierten Kongresses "Praxis Transportbeton".

Gut 300 Unternehmerinnen und Unternehmer der Transportbetonindustrie sowie benachbarter Branchen trafen sich, um sich über aktuelle und künftige Entwicklungen in der Transportbetonindustrie zu informieren. Auf dem Programm standen sowohl Themen der Betontechnologie und der Umwelt, als auch Fragen des Marketings und aus dem Bereich der Wirtschaftspolitik. In einer begleitenden Fachausstellung präsentierten rund 30 Unternehmen benachbarter Branchen neue Produkte und Dienstleistungen für die Transportbetonindustrie.

In seiner Eröffnungsrede ging BTB-Präsident Dr. Erwin Kern auf die wirtschaftliche Situation der Branche ein. Nach leichten Produktionsrückgängen in den letzten beiden Jahren blickt die Transportbetonindustrie optimistisch auf 2014 und rechnet mit einem Zuwachs von knapp 4 %. Auch die Umsatzsituation zeigt sich erholt. So konnte der "Wertverfall" des Baustoffs im letzten Jahr gestoppt werden: Trotz leichter Produktionsrückgänge in 2013 steigerte die Branche ihren Umsatz im vergangenen Jahr auf gut 3 Mrd. Euro. Ein Umstand, der sich in das Motto "Wertvolle Verbindungen", unter dem die Jahresveranstaltung der Branche stand, einfügt.

Vor dem Einstieg in die Fachvorträge referierten Dr. Matthias Frederichs vom Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e. V und Dr. Dirk Möller (Bundeskartellamt) zu aktuellen Rahmenbedingungen der Branche. Dr. Frederichs zeigte Strukturen und Inhalte der Europolitik auf. Er verdeutlichte dabei die zunehmende Relevanz der verbandlichen Interessenvertretung für die Unternehmen der Baustoffbranche auf europäischer Ebene. Dr. Möller erläuterte Hintergründe und Ziele der im vergangenen Jahr durch das Bundeskartellamt eingeleiteten "Sektoruntersuchung Transportbeton" und stellte sich den Fragen der Unternehmerinnen und Unternehmer.

Im von Christiane Bohlmann (HeidelbergCement) moderierten "Marketing-Block" informierte Dr. Reinhard Winzer (Dyckerhoff Beton GmbH & Co. KG) über die Vorteile von Dränbeton und offenporigem Beton im Straßenbau. Prof. Jürgen Krieger (Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)) widmete sich den Herausforderungen im Brücken- und Ingenieurbau. In diesem Zusammenhang erläuterte er das durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderte "Innovationsprogramm Straße" sowie das durch das BMVI und die BASt aufgelegte Projektcluster "Intelligente Brücke". Abgerundet wurde dieser Veranstaltungsteil durch die Ausführungen von Dr. Thomas Richter (BetonMarketing Nordost) zu den Anwendungsmöglichkeiten und Potenzialen von Beton beim landwirtschaftlichen Bauen und von den Überlegungen Ulrich Noltings (Beton-Marketing Süd) zum Wert des Baustoffs Beton und seinem Appell an die Branche, sich der eigenen Werte und besonderen Leistungen bewusster zu sein, um dies auch Kunden und Auftraggebern wieder besser vermitteln zu können.

Ceyda Sülün und Michael Buchmann (beide BTB) stellten Aktivitäten des Verbandes zur Aus- und Weiterbildung vor. Der BTB hat im Zuge einer Kommunikationskampagne neue Informationsmaterialien zum Berufsbild "Verfahrensmechaniker/-in Transportbeton" entwickelt. Gleichzeitig wurde zur Unterstützung der Ausbildung in den Betrieben und an den Berufsschulzentren das so genannte Ausbilderhandbuch des Verbandes in das "Wissensnetzwerk Zement, Kalk, Beton" (www.elearning-vdz.de) übertragen sowie mit modernen Lehrmethoden ergänzt. Die Entwicklung dieses Netzwerks wurde über Forschungsmittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt.

Werner Rothenbacher (Schwenk Zement KG) moderierte den Programmschwerpunkt Praxis und Forschung. Raymund Böing, Leiter des BTB-Ausschusses "Betontechnologie und Umwelt" informierte über die Änderungen und Chancen der neuen Betonnorm EN 206/DIN 1045-2. Des Themas "Konformität – Anwendung von KUSUM-Qualitätsregelkarten" nahm sich Dr. Monika Helm (ibh Ingenieurbüro Helm,) an. Eckhard Bohlmann, (HeidelbergCement AG) verdeutlichte in seinem Vortrag "Brückenkappen und Alkalireaktion", dass ein ursächlicher Zusammenhang der an Brückenkappen festgestellten Mängel mit bestimmten Betonausgangsstoffen nicht bekannt ist, aber anhand von eher subjektiven Wahrnehmungen weitere erhöhte Anforderungen an den Beton und seine Zusammensetzung diskutiert werden.

Dyckerhoff, Baupolitik und Verbände, Schwenk Zement, Transportbeton, Messen und Veranstaltungen

Rund 300 Unternehmerinnen und Unternehmer der Transportbetonindustrie sowie benachbarter Branchen waren ins Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg gekommen.

Die Forschungsarbeiten am Institut für Leichtbau – Entwerfen und Konstruieren (ILEK) in Stuttgart zu funktional gradiertem Beton, dessen Verwendung einerseits Material spart, anderseits schlanke Wandquerschnitte ermöglicht, welche gleichzeitig die Anforderungen an die Tragfähigkeit und an den baulichen Wärmeschutz erfüllen, stellte Michael Herrmann vor. Den Stand der Technik zum Thema Recyclingbeton und einen Ausblick auf ein innovatives Verfahren zum Frischbetonrecycling (schon im Fahrmischer) referierte Christina Nobis, vom Institut für Bauforschung (ibac) der RWTH Aachen. Prof. Harald Garrecht und Christian Dorer, vom Institut für Werkstoffe im Bauwesen (IWB) der Universität Stuttgart stellten ihre Arbeit im Rahmen des von der Forschungsgemeinschaft Transportbeton e. V. initiierten Projekts "Energetische Optimierung der Betonherstellung" vor. Es wurde der Energiebedarf von Transportbetonwerken analysiert.

In Ergänzung zum Vortragsprogramm informierte der BTB in einem von Dr. Berthold Schäfer (Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e. V.) moderierten Seminar über verschiedene Aspekte der Arbeitssicherheit von der Betonherstellung bis zum Einbau. Ausführungen gab es von René Ulbrich und Karl-Heinz Hegenbart, (beide BG Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) sowie Michael Koob vom Institut für Gefahrstoff-Forschung. In einem zweiten Seminar (Moderation Rainer Büchel, Verlag Bau+Technik) beschäftigten sich Dr. Jörg-Peter Wagner (Bilfinger Construction GmbH), Ingo Lothmann, Heidelberger Beton GmbH und Dr. Jürgen Krell, krell-consult mit verschiedenen Aspekten des Vertragsrechts und der Liefervereinbarungen zwischen Herstellern und Bauausführenden. Seinen Abschluss fand die Veranstaltung im in Kooperation mit BetonMarketing Nordost durchgeführten "Forum Architektur". Im Rahmen der Jahresveranstaltung des Verbandes wurde Günter Leitow in Würdigung seines jahrelangen Engagements für den Bundesverband Transportbeton die Hans Schuy-Ehrennadel verliehen. Günter Leitow engagiert sich seit 1998 in Arbeitsausschüssen der deutschen Transportbetonindustrie, u. a. als Leiter des Arbeitsausschusses "Wirtschaftspolitik" sowie als Mitglied in den Arbeitsausschüssen "Aus- und Weiterbildung" sowie "Marketing". Die neunte Auflage des Kongresses wird es in zwei Jahren geben. Im kommenden Jahr trifft sich die Branche zunächst zum Transportbeton-Tag 2015 in Frankfurt.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 37/2014.

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