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Überflutungen managen

Hochwasserschutz in Bernburg realisiert

Starkregenereignissen gewachsen sein: Die Bernburger Firma Aurec, Gesellschaft für Abfallverwertung und Recycling mbH, hat im Rahmen einer Werkserweiterung im Sommer 2017 eine Rückhalteanlage errichten lassen. Mit der Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahme wurden das Magdeburger Ingenieurbüro für Verkehrs- und Wasserwirtschaftsplanung GmbH (IVW) sowie die Bernburger Bauunternehmerfirma Jaeger Spezial- und Tiefbau GmbH & Co. beauftragt. Das Material für das Bauprojekt lieferte Berding Beton, Spezialist und laut eigenen Angaben führender Hersteller von hochwertigen Betonerzeugnissen für den Straßen- und Kanalbau.

Bernburg (ABZ). – Immer öfter beherrschen die Themen Starkregen und Hochwasser die Schlagzeilen. Die stattfindenden Klimaveränderungen sind nicht zu leugnen und mittlerweile deutlich zu spüren. Auch in Deutschland kommt es in immer kürzeren Abständen zu schweren Unwettern mit Überflutungen. Starkregenereignisse führen dazu, dass Schlamm- und Wassermassen nicht mehr abfließen können und vielerorts beträchtliche Schäden anrichten. Zusätzlich zu den extremen Niederschlägen nimmt die Anzahl versiegelter Flächen vor allem im Innenstadtbereich zu. Dadurch wird verhindert, dass das Niederschlagswasser dem Grundwasser durch einfaches Versickern wieder direkt zugeführt wird. Es besteht also Handlungsbedarf. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL2000/60/EG), welche eine Politik der nachhaltigen und umweltverträglichen Wassernutzung vertritt, schreibt vor, dass Niederschlagswasser ortsnah und direkt ins Grundwasser geleitet werden muss. Ist dies nicht möglich, sind weiterführende Maßnahmen zu ergreifen, zum Beispiel mithilfe von bestehenden Systemen, wie Versickerungs- oder Rückhalteanlagen.

Entsprechend dieser Vorgaben hat die Bernburger Firma Aurec, Gesellschaft für Abfallverwertung und Recycling mbH, im Rahmen einer Werkserweiterung im Sommer 2017 eine Rückhalteanlage errichten lassen. Mit der Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahme wurden das Magdeburger Ingenieurbüro für Verkehrs- und Wasserwirtschaftsplanung GmbH (IVW) sowie die Bernburger Bauunternehmerfirma Jaeger Spezial- und Tiefbau GmbH & Co. beauftragt. Das Material für das Bauprojekt lieferte Berding Beton, Spezialist und führender Hersteller von hochwertigen Betonerzeugnissen für den Straßen- und Kanalbau.

Für die Sedimentationsanlage wurden acht Rahmenelemente montiert. Das Drosselbauwerk reguliert die Zulaufmengen.

Gewünscht war eine Schutzanlage mit einem Gesamtvolumen von 600 m³ sowie einem Rückhaltevolumen von 540 m³ inklusive vorgeschalteter Sedimentationsanlage in geschlossener Bauweise aus Stahlbeton. Mithilfe der vorgeschalteten Sedimentationslage wird das Oberflächenwasser vorgereinigt und für die Ablagerung von Schlamm-Teilchen aus dem Wasser gesorgt.

Für die komplette Anlage wurden 41 Rahmenelemente und ein Drosselbauwerk verbaut. Die Montage erfolgte in nur zwei Tagen. Der Einbau verlief problemlos, auch wenn einige Besonderheiten zu berücksichtigen waren: So stand nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung bei zusätzlich geringer Einbautiefe. Des Weiteren galt es im Vorfeld bei der Planung eine Gewichtsoptimierung der Einzelsegmente vorzunehmen. Eine Maßnahme, die aufgrund der vorgegebenen Kranstandorte und -Traglast während der Montage erforderlich war.

Somit wurde das maximale Einzelgewicht eines Segmentes der Sedimenta-tionsanlage auf 28 t begrenzt. Die Anlage weist eine Länge von 16,6 m, eine Breite von 5 m sowie eine Tiefe von 2,5 m auf. Alle Bauteilverbindungen wurden mit prüfbarer Doppelkeildichtung ausgestattet. Erforderliche Einbauten, wie Schlammschwelle, Strömungsbrecher, Anschlussmuffen, Tauchwand sowie Revisions- und Einsteigöffnungen wurden werkseitig eingebaut, bzw. vorgefertigt.

Die Regenrückhalteanlage setzt sich aus drei Strängen mit einer jeweiligen Länge von 25 m, einer Breite von 2,5 m sowie einer Höhe von 2 m zusammen. Je Strang wurden elf Stahlbetonteile mit einem maximalen Gewicht von 20 t eingebaut. Zur technischen Ausstattung gehören: prüfbare Doppelkeildichtung, Trockenwetterrinne, sechs Segmente mit geschlossener Stirnwand sowie Segmente mit Revisions- und Einsteigöffnungen.

Die Fertigung aller Stahlbetonrahmenelemente erfolgt nach den Qualitätsstandards DIN EN 1916 und DIN V 1201. Zu den Vorteilen der Rahmenprofile von Berding Beton gehören große Nennweiten, Druckwasserdichtheit und die werkseitig vormontierte prüfbare Doppelkeildichtung mit Scherlastübertragung.

Nach erfolgreichem Projektabschluss zeigten sich der Fachbereichsleiter der Bauunternehmerfirma Jaeger Michael Leifheit und Berding Beton Mitarbeiter Stefan Gercke sehr zufrieden. "Die Zusammenarbeit hat super geklappt. Alles war sehr präzise vorbereitet und dank detaillierter Angaben zu den Material-Anforderungen konnten wir unseren Teil zu einem reibungslosen Ablauf beitragen. Die Montage war perfekt organisiert: Die Baugrube optimal vorbereitet, der Kranstandort genau bestimmt und die Mitarbeiter der Firma Jaeger hoch motiviert", freut sich Stefan Gercke über den Verlauf. Und Michael Leifheit ergänzt: "Bei diesem Projekt hat einfach alles gestimmt: Ablauf, Service, Betreuung, Ausführung und Material! So macht das Arbeiten Spaß." Auch die Firma Aurec zeigte sich zufrieden mit der Abwicklung des Projektes und nahm die Anlage kurz nach der Fertigstellung in Betrieb.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 39/2019.

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