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Übergang über den Kennedydamm

Behelfsbrücke unter hohem Zeitdruck erstellt

Da das Projekt im politischen Fokus stand, musste die Brücke vor dem Jahresende 2019 in Betrieb genommen werden. Deshalb stand die Realisierung unter extrem hohem zeitlichen Druck.

Düsseldorf (ABZ). – Der Kennedydamm in Düsseldorf (B 1) ist eine der meist befahrenen Straßen der Landeshauptstadt. Die darüber führende Rad- und Fußwegbrücke musste Ende Juli 2019 abgerissen werden, da an dem mehr als 60 Jahre alten Bauwerk massive altersbedingte Schäden festgestellt wurden und die Standsicherheit der Brücke nicht abschließend zu prüfen war. Deshalb war der Abriss der Brücke unumgänglich.

Da sich viele Anlieger östlich des Kennedydamms vom Rhein und dem ÖPNV abgeschnitten fühlten, wurde Anfang Dezember unter hohem politischen Druck zwischen Hans-Böckler-Straße und Karl-Arnold-Platz eine Behelfsbrücke errichtet, die bis zur Fertigstellung des Brückenneubaus als Überweg über den Kennedydamm dient.

Teupe und Söhne Gerüstbau GmbH wurde von der Stadt Düsseldorf mit der Planung, Konstruktion, Montage, Errichtung und späteren Demontage einer Behelfsbrücke für Fußgänger, Radfahrer und Räumfahrzeuge beauftragt, die allen Anforderungen in Bezug auf Standsicherheit, Verkehrssicherheit sowie Witterungsbeständigkeit entspricht. Der Auftrag umfasste sämtliche Leistungen von der Konzeption und Planung über die statische Berechnung und Nachweisführung, Erstellung der Ausführungszeichnungen bis hin zur Werkstattfertigung, Vor-Ort-Montage und Übergabe zur Nutzung und späteren Demontage der Ersatzbrücke.

Für die Errichtung der Behelfsbrücke konnten die beiden vorhandenen Widerlager der abgerissenen alten Brücke inklusive der Zuwege genutzt werden. Die Behelfsbrücke ist als Stahlbaukonstruktion mit aufgelegten Stahlträgern ausgeführt und hat eine Tragkraft von 800 kg/m². Die Fertigung aller für das Bauwerk erforderlichen Stahlbauelemente, der Schwerlasttürme und Jochträger erfolgte in der Teupe-Stahlbauwerkstatt gemäß der Ausführungsklasse EXC-3 und auf Grundlage der DIN EN 1991-2 für Fuß- und Radwegebrücken.

Die Behelfsbrücke ist mehr als 3 m breit und hat eine Gesamtlänge von rund 118 m. Die maximale Stützweite zwischen den Stahlbautürmen beträgt 22,5 m. Zunächst wurden im Grünbereich außerhalb der Fahrspuren von Teupe neue Fundamente für die Errichtung der Stahlbautürme erstellt. Die Gründungshöhe hierfür musste millimetergenau vermessen und die Längs- und Querachsen der Stahlbautürme vor Montagebeginn auf die Fundamente aufgetragen werden, da es nachträglich keine Möglichkeit der Höhenregulierung gab. Die Stütztürme wurden außerdem mit einem Anprallschutz versehen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Die komplette Montage der Ersatzbrücke über den Kennedydamm erfolgte am ersten Dezember-Wochenende während einer Wochenend-Sperrpause im Zwei-Schicht-Betrieb. An der Brücke wurde ein durchsturz- und überklettersicheres Geländer mit einer Höhe von 1,3 m und einem zusätzlich angeordneten Handlauf montiert. Weiterhin wurde die Laufebene mit einer rutschsicheren Beschichtung versehen. Nach der Freigabe durch den Prüfstatiker wurde die Brücke am 20.12.2019 termingerecht zur Nutzung freigegeben.

Da das Projekt im politischen Fokus stand, musste die Brücke vor dem Jahresende 2019 in Betrieb genommen werden. Deshalb stand die Realisierung unter extrem hohem zeitlichen Druck: Die komplette Auftragsausführung – von der Konzeption und detaillierten Planung bis hin zur Realisation inklusive Werkstattplanung, Herstellung der Stahlbauelemente in zwei Teupe-Stahlbauwerkstätten (Stadtlohn und Jena) sowie Montage der Ersatzbrücke vor Ort und Übergabe – erfolgte innerhalb von knapp zwölf Wochen von September bis Dezember 2019.

Die Behelfsbrücke wird bis zur Fertigstellung des Brückenneubaus stehen. Nach der Fertigstellung des Neubaus erfolgt die Demontage sowie der Abtransport aller Konstruktionselemente und Bauteile der Ersatzbrücke durch Teupe.

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