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Überzeugender Brandschutz

Leistungsstarke Lösungen bei der Erweiterung eines Klinikkomplexes verbaut

Die Trennwände zwischen Flur und Patientenzimmern sollten in F90 als Doppelständerwände – beplankt mit Rigips-Feuerschutzplatten und Rigips-"Die Weiße" – ausgeführt werden. Um später die Handläufe an den Flurwänden sicher anbringen zu können, montierten die Mitarbeitenden zusätzlich Traversen aus Rigidur-Gipsfaserplatten mit einem zugelassenen Lastabtrag bis 1,5 kN in der entsprechenden Höhe.

Düsseldorf/Hamburg (ABZ). – Das zum Artemed-Klinikverbund gehörende Krankenhaus Tabea gilt als renommierte Fachklinik für Venenmedizin sowie Orthopädie und Gelenkchirurgie. Im Zuge einer umfassenden Sanierung wurde der im Hamburger Stadtteil Blankenese gelegene Gebäudekomplex um mehrere Behandlungs- und Patientenzimmer erweitert.

Entstanden sind diese in einem mittels Aufstockung geschaffenen, neuen dritten Obergeschoss. Für die mit dem Innenausbau beauftragten Expertinnen und Experten von Trockenbau Schönberger stand neben den Aspekten eines wirksamen Schallschutzes vor allem der bauliche Brandschutz im Fokus.

Aufgestockt

Durch die Aufstockung auf zwei Gebäudeflügeln des Klinikkomplexes schafften die Ausführenden eine zusätzliche, etwa 600 m² große Nutzfläche. Als Basis dienten ein bestehendes Flachdach sowie ein übereck liegendes Schrägdach, dessen Dachstuhl vor Beginn der Aufstockung fachmännisch demontiert wurde. "Das Gerüst für das neue Geschoss bildet eine Stahlleichtbaukonstruktion, die gemäß Brandschutzkonzept in F90-Qualtität geschützt werden sollte. Daher war unsere Brandschutzkompetenz schon in einer sehr frühen Bauphase gefragt", erläutert Marcel Schönberger, einer der zuständigen Spezialisten.

Entsprechend engmaschig verliefen die Abstimmungsprozesse mit dem verantwortlichen Brandschutzsachverständigen sowie mit dem Architekten und Bauherrn. Dabei entwickelten die Verantwortlichen gemeinsam mit den Technikern des Ausbaupartners Rigips funktionale Lösungen, die dem geplanten Brandschutzkonzept gerecht wurden.

"Als Erstes musste das komplette Stahlgerüst ertüchtigt werden. Hierfür haben wir alle Stützen und Träger mit den speziellen Brandschutzplatten Rigips-Glasroc-F eingehaust", erklärt Schönberger. Um die Decke über dem zweiten Obergeschoss statisch nicht zu belasten, wurden im Hohlraumboden Überzüge aus Stahlträgern eingebaut. Auf diesen wiederum montierten die Mitarbeitenden das Stahltragwerk des Daches. Auch sie wurden gemäß U/A-Verhältnis mit Glasroc F ertüchtigt. Die dreiseitige Bekleidung dieser Stahlträger führte das Ausbauteam in Abstimmung mit dem Brandschutzsachverständigen und Rigips angelehnt an das Herstellersystem BS23GR aus. Der Bodenanschluss der Brandschutzplatten erfolgte dicht angespachtelt mithilfe des Vario-Fugenspachtels in Beplankungsstärke. "Da die Montage der Fassade im Bauablauf erst zu einem späteren Zeitpunkt geplant war, haben wir alle bekleideten Stahlträger, die der Witterung unmittelbar ausgesetzt waren, vorrübergehend mit einer witterungsbeständigen Folienummantelung geschützt", sagt der Fachmann.

Gipsfaserplatten als Untergrund

Da die Außenfassade einen Versatz von etwa 300 mm aufweist und einige der bodenlagernden Stahlträger damit auch außerhalb des Gebäudes liegen, wurden diese mittels Knaggen und Plattenstreifen aus Glasroc F brandschutztechnisch ertüchtigt. "Hier bestand die Herausforderung vor allem darin, die Kompatibilität zum gewählten Wärmedämmverbundsystem für die Fassade sicherzustellen", erläutert der Spezialist. "Da die Zulassung des Systems keine glasvliesarmierten Gipsplatten wie die Glasroc F umfasst, haben wir eine zusätzliche Decklage aus 12,5 Millimeter starken Rigidur-H-Gipsfaserplatten aufgebracht. Sie diente anschließend als Klebeuntergrund für die nichtbrennbaren Mineralwolle-Dämmplatten."

Auch die Stahlträger in der aufgemauerten Außenwand erforderten eine F90-Bekleidung. Durch das Aufdoppeln mit Glasroc-F-Plattenstreifen und innenliegenden Glasroc-F-Platten, welche die Mitarbeitenden direkt im Stahlträger verschossen, wurde auch diese Einbausituation in Absprache mit dem Sachverständigen gelöst.

Als Basis für die geplante Aufstockung diente ein bestehendes Flachdach sowie ein übereck liegendes Schrägdach. Durch die Aufstockung auf zwei Gebäudeflügeln schafften die Ausführenden eine zusätzliche, etwa 200 m² große Nutzfläche.

Die Beplankung führten die Spezialisten dabei doppelt so stark aus, wie es der U/A-Wert der Träger erforderte, da die Stahlträger breiter als das Außenmauerwerk waren. Zwischen zwei Gebäudeachsen ragt das neue Geschoss zudem rund 1 m über das zweite Obergeschoss hinaus. Die statische Vorplanung hatte hierfür eine Stahlplatte zur Aufnahme der Verkehrslasten vorgesehen. "Um auch in diesen Bereichen die feuerbeständige Qualität der Geschossdecke zu gewährleisten, wurde von oben ein schwimmender Estrich aus Rigidur-Estrichelementen aufgebracht und von unten eine abgehängte Decke in feuerbeständiger Qualität montiert", erklärt Schönberger.

Selbständige Brandschutzdecke

Die Trapezblechdecke des neuen Obergeschosses statteten die Ausführenden mit einer selbstständigen F90-Brandschutzdecke für eine Brandbeanspruchung von unten aus. Hierfür montierte das Team um Marcel Schönberger Grundprofile mittels Rigips-Klick-Fix-Direktbefestigern, die sie wiederum mit Rigips-FN-Befestigungsschrauben im Trapezblech fixierten. Anschließend legten sie eine Lage aus nichtbrennbarer Mineralwolle ein und montierten die Tragprofile. Als Beplankung wählten die Ausführenden eine Lage Rigips-"Die Dicke" (25 mm) und eine Lage Rigips-Feuerschutzplatten (15 mm).

"Diese Beplankungsvariante hatte den Vorteil, dass mit der 15 Millimeter starken Decklage aus Feuerschutzplatten der zu verspachtelnde Fugenanteil geringer war als bei der üblichen 2 x 20-Millimeter-Beplankung mit Rigips-'Die Dicke'. Unter die Brandschutzdecke wurde dann zusätzlich eine Sichtdecke montiert, teilwiese als freitragende Decke, teilweise als abgehängte Konstruktion ausgeführt", erläutert Trockenbauspezialist Schönberger. "Da alle Decken in Q3 ausgeführt werden sollten, haben wir hierfür Rigips-'Die Weiße' gewählt. Diese Spezialplatten verfügen werkseitig über einen besonders hellen Karton sowie an allen vier Seiten über abgeflachte Kanten. Dadurch entsteht an der Querfuge ein Fugenbett, sodass dort flächenbündig verspachtelt werden kann. So gelingen perfekt ebene Flächen mit höchster Risssicherheit und einer deutlich verbesserten Fugenfestigkeit."

Lösungen für Dehnungsfugen

Besonderes Augenmerk erforderte eine konstruktiv notwendige Baudehnungsfuge zwischen den beiden Gebäudekomplexen. Auch sie sollte brandschutztechnisch wirksam sein. Da die Einbaubereiche jedoch höhenversetzt waren und sich im direkten Bereich der Fuge ein Stahlbauteil befand, wurde dieses zunächst mit Glasroc F bekleidet. Aufgrund weiterer Stahlbauteile entschied sich das Team in Abstimmung mit dem Brandschutzsachverständigen für die Konstruktion von zwei separaten Schachtwänden. Diese führten sie komplett mit Glasroc F aus, um die Abschnitte voneinander zu trennen. Die notwendigen Querverstrebungen in der Unterkonstruktion wurden auf einer Länge von 500 mm ebenfalls mit Glasroc F eingehaust, ebenso wie sämtliche Stahlträger zwischen den beiden Schachtwänden.

Alle oberen Anschlüsse der Wände gegen die feuerbeständige Bekleidung der Dachkonstruktion wurden mit einem gleitenden Deckenanschluss ausgebildet. Durchführungen durch die Wände mussten deshalb mit einem Mindestabstand von 14 cm von der abgehängten Decke ausgeführt werden, um außerhalb des gleitenden Bereichs angeordnet zu sein. Durch diese Vorgabe mussten die Mitarbeitenden einzelne Leitungen nachträglich verlegen. Neben den umfangreichen Brandschutzmaßnahmen realisierte das Ausbauteam eine Reihe weiterer Konstruktionen, die besondere Anforderungen erfüllen sollten, etwa in Bädern oder Patientenzimmern. Dort setzten die Ausführenden auf eine Hybridkonstruktion: Alle Wände wurden zunächst mit der massiven Trockenbauplatte Rigips-Habito beplankt. Dieses Vorgehen gewährleistet, dass Lasten später unabhängig von der Unterkonstruktion sicher befestigt werden können, erläutert Rigips.

Optisch überzeugend

Für die Trennwände zwischen den Patientenzimmern forderte der Bauherr einen F30-Brandschutz und ein Schalldämmmaß von mindestens R'w 53 dB. Realisiert wurden die Wände gemäß dem Rigips-System des Typs MW22RBWB. Dabei handelt es sich um eine Doppelständerwand (2 x CW 50) mit eingelegter Mineralwolledämmung, versehen mit einer Beplankung mit Rigips-Bauplatten der Art RB (1. Lage) und Rigips-"Die Weiße" (2. Lage).

Die neuen Räumlichkeiten in der Klinik sollten auch optisch überzeugen: In den Flurbereichen setzten die Verantwortlichen unter anderem auf Tageslicht-LED-Leisten.

Alle Aufkantungen und Schattenfugen wurden mit dem selbstklebenden Rigips-Göppinger-Kantenschutzprofil der Bezeichnung AquaBead L-Trim ausgeführt. Sämtliche 90-Grad-Außenkanten erhielten einen Eckschutz aus dem ebenfalls selbstklebenden, robusten Rigips-AquaBead-Kantenschutz.

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