Umbau der Battersea Power Station

Spezialtiefbauarbeiten ausgeführt

Die Bohrarbeiten sollen Ende 2017 abgeschlossen werden.

London/UK (ABZ). – Die Battersea Power Station am Ufer der Londoner Themse wurde in den 1930er-Jahren gebaut. Mit seinen vier Schornsteinen ist das ehemalige Kraftwerk eines der bekanntesten Wahrzeichen der britischen Hauptstadt, das auch in der Kultur seine Spuren hinterlassen hat: Auf dem Cover des Albums "Animals" von Pink Floyd ist es ebenso zu sehen wie als Kulisse im Beatles-Film "Help!". Ungeachtet seines Kultstatus wurde das Kraftwerk bereits im Jahr 1983 stillgelegt. Seither blieb es weitgehend ungenutzt. Trotz zahlreicher Pläne verschiedener Besitzer nahm die Sanierung erst mit dem Kauf durch ein Malaysisches Konsortium und des Employees Provident Fund (EPF) konkret Gestalt an. 2013 schließlich begannen die Arbeiten für Phase 1.

In Phase 2 entstehen aktuell rund 46500 m² Bürofläche, verteilt auf sechs Stockwerke. Bauer Technologies Ltd. wurde im Januar 2016 mit den Gründungsarbeiten beauftragt. Die englische Tochter der Bauer Spezialtiefbau GmbH führt dabei alle Arbeiten innerhalb der bestehenden Struktur des ehemaligen Kraftwerks aus, was einige größere Herausforderungen in Bezug auf den Baustellenzugang, den Arbeitsraum sowie die Durchfahrtshöhe mit sich bringt. Auch die zeitliche Planung und die Ausführung selbst seien davon betroffen, berichtet Projektdirektor Paul Doyle.

Vor Beginn der Hauptgewerke führte Bauer bereits diverse Vorarbeiten durch, etwa die Herstellung von Testpfählen und die Entfernung alter Gründungselemente sowie nicht mehr benötigter Pfähle. Zu den Hauptarbeiten zählt die Herstellung zweier sehr großer überschnittener Pfahlwände innerhalb der ehemaligen Turbinenhallen – "alles andere als einfach", wie Paul Doyle ausführt, "denn der Zugang und die Durchgangshöhe sind hier stark eingeschränkt." Über 500 überschnittene Pfähle (1000 mm Durchmesser; bis 26 m tief) werden hier in den zwei Baugruben für das Kellergeschoß gebohrt.

Nicht nur hinsichtlich der Platzverhältnisse, auch im Baugrund wartete eine einmalige Herausforderung.

Aufgrund der Platz- und Zugangsbeschränkungen ist über die gesamte Projektzeit ein hohes Maß an Koordination und Kooperation unabdingbar. "Die Zusammenarbeit mit Skanska – das Unternehmen managt und koordiniert alle Bauarbeiten der Phase 2 – und den anderen Auftragnehmern erfolgt durch tägliche und wöchentliche Besprechungen. Nur so können alle erfolgreich und sicher in den stark eingeschränkten Bereichen arbeiten", so Paul Doyle.

Zwei brandneue Bauer BG 39 Bohrgeräte, eine BG 40 und drei Seilbagger wurden für das Projekt per Tieflader angeliefert – kein leichtes Unterfangen bei z. T. nur wenigen Millimetern Spielraum zwischen dem Fahrzeug und dem bestehenden Bauwerk. Die Masten der BGs wurden zusammen mit den Bohrwerkzeugen und der Kellystange auf separaten Tiefladern antransportiert und innerhalb des Gebäudes wieder zusammengebaut. 480 Stützpfähle mit Durchmessern von 750 bis 2100 mm werden bis in 63 m Tiefe abgebohrt, außerdem 500 überschnittene Pfähle.

Unterhalb des ehemaligen Kraftwerks traf man auf eine tiefe und ungewöhnliche Auskolkung, ein wassergefüllter Hohlraum oberhalb des vorherrschenden Londoner Tons. Paul Doyle: "Innerhalb der Auskolkung befindet sich loser Schluff und sandiger Kies – beides weder stabil noch homogen. Dies macht die Herstellung der Pfähle außerordentlich schwierig, da für die Bohrung bis in 33 m Tiefe entweder eine sehr lange Verrohrung oder eine Stützflüssigkeit aus Bentonit zur Stabilisierung des Bohrlochs notwendig ist – oder beides." Die Bohrarbeiten sind noch voll im Gange, die Fertigstellung ist für Ende 2017 geplant.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 23/2017.

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