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Umbau der Karl-Marx-Allee

Freie Bahn für Fahrradfahrer

Deutschlands erfindet sich neu. Anfang der 50er-Jahre als Stalinallee in Ostberlin gebaut, sollte die Prachtstraße den Rest der Welt beeindrucken. Mittlerweile ist die Karl-Marx-Allee, wie sie heute heißt, in die Jahre gekommen und muss auf einem Teilstück grundhaft erneuert werden. Wo der Kfz-Verkehr bis jetzt in beiden Richtungen auf drei Fahrspuren rollte, wird Radfahrern im Zuge der Sanierungsmaßnahme mehr Platz eingeräumt. Für sie entstehen 4 m breite, geschützte Radfahrstreifen.

Berlin (ABZ). – Mit einer Breite von 90 m und ihrer monumentalen Straßenbebauung entstand sie einst als Vorzeigestraße Ostberlins. Die Stalinallee, wie die Karl-Marx-Allee vor ihrer Umbenennung 1961 hieß, sollte die Stärke der DDR repräsentieren. Während die Dimensionen der Magistrale auch heute noch beeindrucken, sind die Straßen und Gehwege mittlerweile sanierungsbedürftig. Im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wird der gesamte Straßenbereich zwischen den Knotenpunkten Otto-Braun-Straße und Strausberger Platz daher grundhaft erneuert. Um den Personen-, Rad- und Pkw-Verkehr während der Maßnahme aufrechtzuerhalten, sind umfangreiche Verkehrssicherungsmaßnahmen notwendig.

Die geschichtsträchtige Straße steht einschließlich der benachbarten Bebauung als Ensemble unter Denkmalschutz und soll in ihrer Charakteristik unverändert bleiben. Gleichzeitig macht Berlin mit der Umgestaltung einen weiteren Schritt auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt. Breite und sichere Fahrradwege sollen noch mehr Menschen einen Anreiz bieten, auf das Fahrrad umzusteigen. So ist auf der Karl-Marx-Allee auf einem ca. 80m langen Abschnitt in beiden Fahrtrichtungen ein "Geschützter Radfahrstreifen" geplant. Hier wird ein breiter, grün beschichteter Radweg angelegt, der durch Poller und einen Sicherheitsstreifen mit einer Breite von 1,5 m von den daneben liegenden Parkstreifen abgetrennt ist. Für Autofahrer stehen nach dem Umbau je zwei Fahrstreifen pro Richtungsfahrbahn sowie Parkmöglichkeiten auf dem Mittelstreifen zur Verfügung. Zusätzliche Abbiegespuren in den Kreuzungsbereichen sollen außerdem für einen besseren Verkehrsfluss sorgen. 

Auf einer Länge von ca. 800 m wird die Karl-Marx-Allee grundhaft erneuert.

Die grundhafte Erneuerung der Karl-Marx-Allee durch die Matthäi Bauunternehmen GmbH & Co. KG gliedert sich in drei Bauphasen, die zeitversetzt aufgeführt werden, um die Beeinträchtigung des Verkehrs so gering wie möglich zu halten. Für die Umsetzung der Verkehrssicherungsmaßnahmen in allen Bauphasen setzt die Matthäi Bauunternehmen GmbH & Co. KG auf das Kompetenz-Center für Baustellen- und Verkehrssicherung von Zeppelin Rental in Berlin unter der Leitung von Frank Einsporn.

In Vorbereitung auf die erste Bauphase wurden zwei Kfz-Fahrstreifen und der Radfahrstreifen der südöstlichen Richtungsfahrbahn auf den bestehenden Mittelstreifen verlegt. Die so entstandenen temporären Fahrstreifen wurden mithilfe von Baken und Schrankenschutzgittern vom Baufeld bzw. vom nordwestlichen Richtungsverkehr abgetrennt. Für den Fußverkehr steht auf der ganzen Länge des Baufelds ein mit Schrankenschutzgittern abgesicherter Streifen zur Verfügung. Zudem ermöglicht eine temporäre Lichtsignalanlage Fußgängern das Kreuzen des Baufelds in der Mitte.

Allein, um die Verkehrsführung für die erste Bauphase einzurichten, verbaute das Team der Baustellen- und Verkehrssicherung von Zeppelin Rental um Montageleiter Daniel Lengert insgesamt 140 Baken, 1230 Schrankenschutzgitter auf 1500 Fußplatten à 28 kg und markierte die Fahrbahn auf einer Länge von ca. 3 km. Neben eigens für die Maßnahme produzierten Bauinfotafeln stellte Zeppelin Rental entsprechend dem Verkehrszeichenplan Hinweistafeln auf, die frühzeitig auf die Verschwenkungen bzw. die Staugefahr aufmerksam machen.

Für die Verkehrsführung in der ersten Bauphase markierte Zeppelin Rental die Fahrbahn auf einer Länge von 3 km.

"Die größte Herausforderung bestand darin, sehr viel Material in sehr kurzer Zeit zu montieren, um schon mit einer kurzen Einrichtungsphase die Einschränkungen für alle Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten", so Richard Lebzelter, der als Bauleiter bei Zeppelin Rental für die Planung verantwortlich zeichnet.

Noch zweimal werden die Baustellen- und Verkehrssicherer von Zeppelin Rental im Laufe der Bauzeit anrücken. Denn für die zweite und dritte Bauphase muss die Verkehrsführung erneut grundlegend geändert werden. In der zweiten Bauphase wird der gesamte nordwestliche Richtungsverkehr auf den Mittelstreifen verlegt, gleichzeitig rückt der Verkehr der Gegenrichtung auf die dann bereits erneuerte südöstliche Richtungsfahrbahn. Zum Schluss ist die Sicherung des Mittelstreifens an der Reihe: In der dritten Bauphase entstehen dort auf einer Breite von 10 m 165 Kfz-Stellplätze. Voraussichtlich im Juli 2020 wird die Baumaßnahme abgeschlossen sein.

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