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Umfahrung Schwarzkopftunnel

Bodenverhältnisse verlangen Bohrgeräten alles ab

Bauer, Bahnbau, Baustellen, Spezialtiefbau, Tunnelbau

Die Herstellung der Pfähle mit Durchmessern zwischen 900 und 1500 mm erfolgt im harten Diorit, in Gneis und Bundsandstein. Sie reichen bis in eine Tiefe von 25 m, wo sie bis zu 5 m in Fels eingebunden werden. Zum Einsatz kommen zwei Bauer-Drehbohrgeräte der Typen BG 40, zwei BG 28 und eine BG 20, vier Ankerbohrgeräte und einige Nagelbohr- und Spritzbetongeräte.

SCHWARZKOPF (ABZ). - Zwischen Würzburg und Frankfurt entsteht – im Auftrag der Deutschen Bahn mit ihrer Baugesellschaft DB ProjektBau GmbH – eine neue Bahntrasse für einen Streckenabschnitt, der die Passage durch den Schwarzkopftunnel ersetzen soll. Die Bauer Spezialtiefbau GmbH führt in einer Arbeitsgemeinschaft mit den Firmen Alfred Kunz Untertagebau, Baresel GmbH, Schälerbau Berlin und der Leonhard Weiss GmbH & Co. KG die Spezialtiefbauarbeiten aus. Für Bauer ist dies aktuell der größte Inlandsauftrag mit einem Umfang von 43 Mio. Euro. Die Bauzeit der neuen Bahnstrecke reicht von Herbst 2013 bis Ende 2017. Die wesentlichen Arbeiten von Bauer Spezialtiefbau werden im Herbst 2015 abgeschlossen sein.

Das Projekt "Umfahrung Schwarzkopftunnel" verfolgt mehrere Ziele: Zum einen genügt der im Jahre 1856 gebaute Schwarzkopftunnel nicht mehr den heutigen Anforderungen; Personenzüge – darunter auch der ICE – können den Tunnel nur mit einer gedrosselten Geschwindigkeit von 70 km/h passieren. Zum anderen brauchen Güterzüge auf dem steilen Anstieg von Aschaffenburg in Richtung Würzburg bis Heigenbrücken zusätzliche Schiebeloks, um die Steigung zu überwinden. Zusätzlich wird es auf neu geschaffenen Strecken aufgrund der gewählten Bauweise in Teilabschnitten zu einer deutlichen Reduzierung der Lärmemissionen kommen. Dazu wird die Anzahl der täglich fahrenden Züge auf der Gesamtstrecke durch den neu geschaffenen Teil deutlich steigen.

Beim Bau der vier neuen Tunnel führt Bauer Spezialtiefbau über weite Strecken jene Bereiche aus, die nicht bergmännisch, sondern in offener Bauweise hergestellt werden. Größte Tunnel – bergmännisch hergestellt – sind dabei die beiden etwa 2700 m langen Falkenbergtunnel, die gleichsam den Schwarzkopftunnel ersetzen. Die drei weiteren Tunnel sind eine Neukonzeption und sorgen für eine künftig flachere Steigung.

Die Baugruben für die in offener Bauweise hergestellten Tunnelabschnitte werden mit Pfahlwänden und Verbauwänden gesichert. Außerdem wird für die Bahndämme der neuen Zugtrasse eine insgesamt 50 000 m umfassende Pfahlgründung (Dammgründung) im SOB-Verfahren ausgeführt. Dazu kommt eine Bodenvernagelung auf einer Länge von 550 m entlang den Bestandsgleisen sowie Aussteifungen und Verankerungen.

Die Bodenverhältnisse verlangen den Maschinen und dem Bohrwerkzeug alles ab. Die Herstellung der Pfähle mit Durchmessern zwischen 900 und 1500 mm erfolgt im harten Diorit, in Gneis und Bundsandstein. Sie reichen bis in eine Tiefe von 25 m, wo sie bis zu 5 m in Fels eingebunden werden. Zum Einsatz kommen zwei Bauer-Drehbohrgeräte der Typen BG 40, zwei BG 28 und eine BG 20, vier Ankerbohrgeräte und einige Nagelbohr- und Spritzbetongeräte.

Um die bergmännischen Arbeiten der Tunnelherstellung vorzubereiten, wurden für die Tunnelportale Baugruben und Spritzbetonwände mit einer Höhe bis zu 30 m erstellt. Diese Arbeiten führte neben der Bauer Spezialtiefbau GmbH größtenteils die ebenfalls zur Bauer Gruppe gehörende Spesa Spezialbau und Sanierung GmbH aus. Für die Spesa zählen die Arbeiten am Projekt "Umfahrung Schwarzkopftunnel" – darunter vor allem Spritzbetonverbau mit Bodennägeln, Böschungssicherung mit Spritzbeton und Bodennägel – zu den größten Aufträgen der Firmengeschichte. Bislang wurden alle Spritzbetonarbeiten im Nassspritzverfahren mit Manipulator und verschiedenen Trägergeräten, wie Teleskopstapler oder Bagger, ausgeführt. Für die Boden- und Felsnägel wurden Kleinbohrgeräte und Bagger mit Anbaulafetten eingesetzt. Gebohrt wurde je nach Untergrund und Nageltyp mit hydraulischem Außenhammer oder Imlochhammer.

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