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Umfrage

Relevanz von EPDM bei Gebäudeabdichtung stand im Fokus

Jörg Flasdieck, Berater für Marktforschung bei der Heinze GmbH: "Ein großer Teil der Architekten und Planer kennt EPDM bereits gut und hat auch Erfahrungen damit gemacht."

Stuttgart (ABZ). – Gebäudeabdichtungen und Dachbahnen aus Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) kommen seit mehr als 40 Jahren zum Einsatz. Bereits vor 15 Jahren stellte der wdk (Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V.) in Zusammenarbeit mit dem Brancheninstitut SKZ die hervorragende Reißdehnung des Baumaterials fest und attestierte den sachgerecht verlegten EPDM-Bahnen unter mitteleuropäischem Klima eine Gebrauchsdauer von weit mehr als 50 Jahren. Grund genug für die EPDM Gesellschaft für Dach und Fassade mbH, die Anwender befragen zu lassen, wie sie den Baustoff EPDM und dessen Gebrauchseigenschaften einschätzen. In einem Zeitraum von zehn Tagen haben die auf den Bausektor spezialisierten Marktforscher von Heinze Bauplaner deutschlandweit Teilnehmer befragt. Von den zufällig ausgewählten Architekten und Planern aus Architekturbüros, Bauabteilungen der Industrie, Bauämtern sowie Wohnungsunternehmen haben 176 die Online-Befragung beantwortet. Davon beschäftigt etwa ein Drittel zwei bis drei Mitarbeiter, auf mehr als zehn Mitarbeiter kommen 22 % der Befragten. Die aktuellen Bauprojekte der Umfrageteilnehmer sind dabei zu fast gleichen Teilen im Neubaubereich (48 %) wie auch bei Bauerweiterungen, Modernisierungen und Bausanierung (52 %) zu finden. Mit 74 % kam der größte Teil der Antworten von Architektur- und Planungsbüros, 11 % von staatlichen Bauabteilungen, 6 % aus Wohnungsunternehmen und 4 % von Bauabteilungen aus dem gewerblichen Gebäudemanagement.

Allgemein nach der Relevanz der Baukosten befragt, gaben nahezu alle Teilnehmer (95 %) an, dass diese sehr wichtig bzw. wichtig seien. Ebenso werden der Langlebigkeit und Bewährtheit der Baustoffe großer Wert beigemessen: Langlebigkeit hielten 35 % für sehr wichtig und 57 % noch für wichtig, Bewährtheit 27 % für sehr wichtig und 60 % für wichtig. In Korrelation zur Bewährtheit stehen auch die Lebenszykluskosten eines Bauobjekts: 16 % gaben diese als sehr wichtig an und 58 % als wichtig. Mehr als zwei Drittel haben bei der Planung also bereits die Folgekosten im Blick. Dies entspricht zudem der Relevanz, welche die Umfrageteilnehmer der Umweltfreundlichkeit der verwendeten Baumaterialien einräumen: 86 % stuften den Umweltaspekt als sehr wichtig bzw. wichtig ein.

Viele Architekten und Planer sehen für EPDM einen wachsenden Marktanteil, wohingegen Bitumen und Kunststoffbahnen künftig Anteile verlieren könnten.

Wie die Architekten und Planer angaben, nutzen nahezu alle das Internet bei der Informationsbeschaffung speziell auch zu Dach- und Gebäudeabdichtungen. Bieten die Herstellerseiten nicht hinreichend Informationen, suchen die Bauplaner andere Internet-Quellen, bspw. Online-Portale (73 %) für die Baubranche wie baunetz.de oder deg-dach.de.

"Wie sich bei der Befragung herauskristallisiert, stehen einerseits das Internet und andererseits der Mensch im Fokus der Informationsbeschaffung. Baustoffhersteller und Lieferanten sollten ihre Internetpräsenz unbedingt aktuell halten und ihre Außendienstmitarbeiter regelmäßig auf die Produkte hin schulen", so der Ratschlag von Jörg Flasdieck, Berater für Marktforschung bei der Heinze GmbH.

Wer entscheidet aus Sicht der Umfrageteilnehmer bei der Materialauswahl, wenn es um Flachdach und Fassade geht? Die Antworten fielen klar aus: Zu 77 % entscheiden die Architekten und zu 47 % die Fachplaner. Weitaus weniger ins Gewicht als Hauptentscheider fallen Auftraggeber (27 %), das verarbeitende Handwerk (24 %), Fachberater der Hersteller (23 %) und Bauträger(10 %). Nur marginal mit 2 % hat der Baustoffhandel bei der Materialentscheidung das Heft in der Hand.

Zudem haben Architekten und Fachplaner offenbar bereits genaue Vorstellungen, auf welche Merkmale es bei der Materialauswahl besonders ankommt. Ganz oben auf der Skala stehen die Qualität des Baustoffs (92 %) sowie damit verbundene gute Erfahrungen (90 %), gefolgt von Langlebigkeit (89 %), Witterungsbeständigkeit (86 %) und UV-Beständigkeit (81 %). Die Schlusslichter bilden Verlegefreundlichkeit (21 %), Farbe (14 %) und Flächengewicht (10 %).

Die Frage, ob ihnen EPDM ein Begriff ist, beantworteten 51 % der Befragten mit gut bekannt, 33 % haben davon schon einmal gehört und 16 % kannten den gummielastischen, synthetisch hergestellten Kautschuk überhaupt nicht. Von denjenigen, die EPDM gut kennen bzw. schon davon gehört haben, sah der Großteil den Einsatzbereich bei der Flachdach- und Dachabdichtung – sie schätzten den Marktanteil immerhin auf 18 % gegenüber Bitumen (46%), Kunststoffbahnen (29 %) und anderen Materialien (7 %). Mehr als die Hälfte von ihnen gab gute bis sehr gute Erfahrungen mit dem Material an, wobei der Großteil in der Bauwerksabdichtung wie auch im Flachdach- und Fassadenbereich die Langlebigkeit, die sichere und schnelle Verlegbarkeit hervorhoben.

Nahezu die Hälfte der Befragten, die EPDM noch niemals ausgeschrieben hatten, führte dies auf mangelnde Erfahrung zurück und knapp ein Drittel sah noch keinen Bedarf. Als überwiegenden Nachteil empfanden die Befragten die Kosten für den Baustoff.

Dass nicht alle Planer EPDM kennen, lässt sich auch gut am Informationsbedarf festmachen: Materialpreise, technische Unterlagen, Prospekte wie auch Handmuster stehen ganz oben auf der Wunschliste. Aber auch zur Ökobilanz, den Einsatzbereichen und Anwendungsbeispielen werden mehr Informationen gefordert. "Hier sind natürlich die Hersteller von EPDM gefragt, den Markt mit ausführlichen Informationen zu versorgen, umso schneller wird der Baustoff Marktanteile gewinnen", ist Jörg Flasdieck überzeugt. Zudem sei das Kostenargument oft nur vordergründig, wenn man bedenke, dass EPDM bis zu fünfmal solange halte wie andere Materialien.

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