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Umfrage

Wachsende Sorgen im Brandenburger Handwerk

Cottbus (dpa). - Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die bislang gute Konjunktur im brandenburgischen Handwerk unterbrochen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Demnach meldeten 76 Prozent der befragten Unternehmen Umsatzeinbußen. Darunter waren Betriebe mit Einbußen um etwa die Hälfte des Umsatzes, wie der Handwerkskammertag des Landes kürzlich mitteilte. Die Umsatzrückgänge könnten dazu führen, dass auch viele an sich gesunde Betriebe aktuell um ihre Existenz fürchten müssen, hieß es. Zugleich wirkten die Hilfsmaßnahmen von Bund, Land und Agentur für Arbeit stabilisierend.

Die Frühjahrskonjunkturumfragen der drei Handwerkskammern Mitte März hatten noch gezeigt, dass im Handwerk eine erfreuliche Zuversicht für 2020 herrschte. Über 90 Prozent aller Betriebe bezeichneten zu diesem Zeitpunkt ihre Geschäftslage noch als gut oder befriedigend. Der Handwerkskammertag Brandenburg vertritt die Interessen von rund 40 000 Handwerksbetrieben und ihren mehr als 160 000 Beschäftigten.

In Südbrandenburg etwa sind die Erwartungen des Handwerks für die kommenden Monate im Abwärtstrend, wie aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Cottbus (HWK) hervorgeht. Demnach sind aktuell nur 84,3 Prozent Unternehmen mit ihrer Geschäftslage zufrieden - ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Da waren es noch 95,5 Prozent.

Auch der Auftragsbestand verringerte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 18,5 Prozent der Unternehmen gaben in der Befragung an, dass bei ihnen weniger Aufträge eingegangen seien als im Vorjahreszeitraum. Mit Ausnahme des Bauhauptgewerbes mussten demnach alle Gewerke Umsatzrückgänge verkraften. Vor allem das Kfz-Gewerbe brach ein. Nur noch 55,6 Prozent der Unternehmen bestätigten eine zufriedenstellende Umsatzentwicklung. Im Vorjahreszeitraum waren es 87,5 Prozent.

Der Präsident des Brandenburgischen Handwerkskammertages, Robert Wüst, appellierte an die Landesregierung, sich neben den angelaufenen Soforthilfeprogrammen auch bei der Wiederaufnahme des wirtschaftlichen Lebens für klein- und mittelständische Betriebe des Handwerks einzusetzen. Betriebe hätten sich in der Krise gewerkespezifisch auf den Gesundheitsschutz eingestellt. „Wir regen daher an, jenen, die ihr Ladengeschäft schließen mussten, den Weg zurück in die Normalität unter Auflagen zu ermöglichen.“ Es sei klar, dass die Entscheidungen gut abgewogen werden müssen, sagte Wüst. Das verantwortungsvolle Aufzeigen kleiner Schritte aber hebe die Verbraucherlaune, die die Regionen jetzt so dringend brauchten.

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