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Umweltbranche

Deutsche Kreislaufwirtschaft legt Statusbericht für 2020 vor

Der "Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2020" liefert umfassende Daten und Informationen zur Branchentätigkeit und betrachtet Zukunftshemen wie Kreislaufwirtschaft 4.0, Ressourcenschonung, Energiewende und Klimaschutz.

München (jg). – Wertvolle Ressourcen wiederholt nutzen und deren Verbrauch deutlich reduzieren – das ist die Vision der Circular Economy (deutsch: Kreislaufwirtschaft). Der "Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2020" liefert umfassende Daten und Informationen zur Branchentätigkeit und betrachtet Zukunftshemenwie Kreislaufwirtschaft 4.0, Ressourcenschonung, Energiewende und Klimaschutz.

Den Bericht erstellt haben die Prognos AG (Dr. Bärbel Birnstengel, Marieke Eckhardt, Lukas Haberland, Dr. Jochen Hoffmeister, Dr. Georg Klose, Jannis Lambert, Myrna Sandhövel, Nadja Schütz, Richard Simpson, Angelina Thevessen und Johann Weiss) und die Infa GmbH (Matthias Adloff, Dr. Gabriele Becker, Prof. Dr. Klaus Gellenbeck und Rüdiger Reuter), mit wissenschaftlicher Beratung von Prof. Martin Faulstich.

Über den Statusbericht 2020 sprachen kürzlich Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München, Prof. Dr. Faulstich, Lehrstuhl für Ressourcen- und Energiesysteme an der Technischen Universität Dortmund und Dr. Jochen Hoffmeister, Partner/Direktor der Prognos AG, in einer digitalen Pressekonferenz. Der "Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft" verdeutliche, wie wichtig die Abfall- und Rohstoffwirtschaft als Wirtschaftszweig ist und wie bedeutsam dieses Thema für die Zukunft und den Klimaschutz sei, betonte Rummel. Die IFAT und 14 weitere Institutionen unterstützen den Bericht. "Wir freuen uns darauf, alle unsere Partner und Kunden auf der nächsten IFAT im Jahr 2022 wieder in München zusammenzubringen, um die wirtschaftliche Entwicklung und internationale Vernetzung der Umweltbranche weiter zu unterstützen", betonte Rummel während der Online-Veranstaltung.

Die deutsche Kreislaufwirtschaft ist den Angaben der Verantwortlichen zufolge seit vielen Jahren ein wichtiger Akteur im weltweiten Handel mit Anlagen, Maschinen und Sekundärrohstoffen. Auf der einen Seite bestehe in vielen Ländern der Welt ein großer Bedarf an modernen Technologien, um eigene Entsorgungsstrukturen aufbauen zu können. Auf der anderen Seite würden, zur Entwicklung der Volkswirtschaften, insbesondere in den Schwellenländern, zunehmend mehr Sekundärrohstoffe benötigt. Das sei nicht zuletzt für die Herstellung und den Export von Produkten nach Europa wichtig.

Das Marktsegment "Technik für die Abfallwirtschaft" habe im Jahr 2018 beispielsweise ein Exportvolumen von 5,1 Milliarden Euro ausgewiesen. Die wichtigsten Zielmärkte in diesem Bereich seien demnach immer noch die Vereinigten Staaten, China und Frankreich. Wichtige Sekundärrohstoffe, wie etwa Kupfer-, Eisen- und Aluminiumschrotte, gehen hingegen mit einem Gesamtvolumen von 9,5 Milliarden Euro in erster Linie nach Belgien, Italien und in die Niederlande.

Die technologisch anspruchsvollen Industriegüter aus dem Bereich Kreislaufwirtschaft "Made in Germany" seien auf dem Weltmarkt nach wie vor sehr gefragt.

Vor wenigen Jahren habe Deutschland bei den Patentanmeldungen noch hinter den USA und Japan an dritter Stelle gelegen. Mittlerweile sei China an Deutschland vorbeigezogen – ein deutliches Zeichen, dass die chinesischen Konkurrenten in den Bereichen Innovationskraft und Qualität aufholen, teilten die Verantwortlichen mit. Der weltweite Wettbewerb nehme merklich zu. Wollen die deutschen Anbieter ihre führende Weltmarkt-Position behalten, werden sie sich zukünftig noch stärker anstrengen müssen, um im internationalen Innovationswettbewerb zu bestehen – das prognostizierte Dr. Hoffmeister in seinen Ausführungen. Diese Anstrengungen würden deshalb immer wichtiger werden, weil es für die zunehmend komplexeren Produkte auch immer speziellere Recyclingtechnologien brauche.

In dieser Hinsicht müsse Deutschland sich dringend weiter "reinhängen", wenngleich die Deutschen – im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Ländern – viel nachgedacht, organisiert und investiert haben.

Dennoch gehe aus dem Bericht deutlich hervor, dass Unternehmen auch Aufbereitungstechniken verbessern sollten, um zukunftsfähig zu bleiben. Ziel sei es, im Sinne des "minimal content" zu handeln, die Nachfrage an recyceltem Material zu steigern und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.

"Um bis 2050 ebendiese Klimaneutralität zu erreichen, unsere natürliche Umwelt zu erhalten und unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, bedarf es einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft", erörterte Exekutiv-Vizepräsident Frans Timmermans. "Unsere Wirtschaft ist heute noch überwiegend linear gestaltet und nur 12 Prozent der Sekundärstoffe und -ressourcen gelangen wieder in die Wirtschaft zurück." Aus Sicht des Experten sollte sich das dringend ändern.

Damit einhergehend habe der Bericht gezeigt, dass in den vergangenn Jahren keine signifikanten und qualitativen Veränderungen innerhalb der Branche beobachtet werden konnten. Ausgenommen seien die internationalen Handelsströme. Das bedeutet, dass noch viel zu tun ist, um zukünftig noch nachhaltigere und wiederverwendbare Branchenlösungen nutzen zu können und die Klimaziele zu erreichen.

15 Verbände, Vereine und Unternehmen haben den "Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2020" initiiert und inhaltlich begleitet: die Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfall-behandlung, der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft, der Bundesverband Deutscher Sonderabfallverbrennungs-Anlagen, die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen, der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft, die IFAT Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, die Interessengemeinschaft Deutsche Deponiebetreiber, die Interessengemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland, Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft, PlasticsEurope Deutschland, der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie, der Verband Deutscher Metallhändler e. V. und der Verband kommunaler Unternehmen.

Weitere Infos zum diesjährigen Statusbericht gibt es unter www.statusbericht-kreislaufwirtschaft.de. Auf www.ifat.de haben die Organsatoren Wissenswertes zur gleichnamigen Messe zusammengestellt. Sie soll vom 30. Mai bis 3. Juni 2022 in München stattfinden. Als Orientierungshilfe dienen die jeweiligen Reiter zur IFAT generell, für Aussteller und Besucher. Bei Fragen oder Anregungen steht der Beratungsservice der Messe München zur Verfügung.

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