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Umweltforschungsprojekt zu beregneten Fassaden

Doktorant stellte Forschungsprojekt vor

Pablo Alberto Vega García stellte erste Ergebnisse seiner Doktorarbeit vor.

Holzkirchen (ABZ). – Welche Auswirkungen beregnete Fassaden-Baustoffe auf die Umwelt haben, stand kürzlich im Mittelpunkt des ersten Projekttreffens eines gemeinsamen Forschungsvorhabens des Verbandes für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e. V. (VDPM) und des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP in Holzkirchen. Experten der Projektpartner und Mitglieder der VDPM Arbeitskreise Mineralische Mörtel, Pastöse Putze sowie Umwelt und Gefahrenstoffmanagement tauschten sich im Vortragsraum des Fraunhofer IBP über die Ausgangslage und den Stand des Forschungsvorhabens "Entwicklung eines Modells zur Bewertung der Umwelteigenschaften üblicher Putze und Mörtel im Außenbereich" aus.

U. a. stellte Pablo Alberto Vega García, der in seiner Heimat Mexiko Bauingenieurwesen, später in Deutschland Umweltingenieurwesen studiert hat, erste Ergebnisse seiner Doktorarbeit vor. Er werde die Regenmenge, die an einer Fassade tatsächlich abläuft, mit Hilfe von realen Versuchsdaten quantifizieren. Anschließend entstehe ein Modell, mit dem ermittelt werden könne, welche Stoffmengen in Abhängigkeit von der Putzart aus der Fassade gelöst werden. Und in einem dritten Schritt werde er dann erfassen, ob sich daraus eine Belastung des Grundwassers ergibt. Erste Computersimulationen konnte Pablo Alberto Vega García bereits vorstellen. "Beeindruckend war die hohe Übereinstimmung der Rechenmodelle mit Daten aus den langjährigen Versuchsreihen", teilt der VDPM dazu mit. Die Doktorandenstelle wird gemeinsam vom VDPM, der TU München und dem Fraunhofer IBP finanziert. Dr. Regina Schwerd vom Fraunhofer IBP erläuterte auf dem Treffen die Erkenntnisse aus mehr als zehn Jahren Umweltforschung, welche die Grundlage für das aktuelle Vorhaben bilden. Diese Daten würden in das Modell einfließen und systematisch ausgewertet.

"Das ist ein einzigartiges Projekt," so Dr. Hans-Joachim Riechers, Hauptgeschäftsführer des VDPM. "Am Ende erhalten wir einen Bewertungsmaßstab, mit dem wir aus einem Laborversuch die Auswirkungen eines Putzes auf die Umwelt abschätzen können. Solche Bewertungen werden in Deutschland und Europa verlangt." Innerhalb des VDPM wird das Vorhaben vom Arbeitskreis Umwelt und Gefahrstoffmanagement begleitet.

Der Frage, welche Auswirkung beregnete Putzflächen auf die Umwelt haben, gehe der VDPM in gemeinsamen Forschungsvorhaben seit mehr als zehn Jahren mit Freilandversuchen und im Labor nach, teilt der Verband dazu mit. Sogar Versuchshäuser seien gebaut worden, um den Einfluss realer Fassaden und deren Ausrichtung zu erfassen. Keine andere Institution verfüge über Untersuchungsdaten aus einem so langen Zeitraum.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 29/2019.

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