Unkomplizierte Verarbeitung

Vorgefertigte Dämmplatten bringen gleichmäßiges Gefälle aufs Dach

Dachhandwerk Dachbaustoffe
In Würtingen dauerte das Verlegen von 250 m² Dämmung mit 5 Mitarbeitern gerade mal einen Tag. Foto: Linzmeier

WÜRTINGEN (ABZ). - Bei einer Dachsanierung in Würtingen kam ein von Linzmeier neu entwickeltes Gefälledach zum Einsatz. Es bewährte sich durch leichtes Handling, unkomplizierte Verarbeitung, sehr gute bauphysikalische Eigenschaften und vor allem durch eine überragende Dämmeffizienz: Mit einer durchschnittlichen Dämmstärke von 219 mm wurde ein U-Wert von 0,13 W/m²K erreicht.

Flachdächer liegen momentan im Trend und bieten viele Vorteile, allen voran großzügige, gut belichtete Räume im Obergeschoss. Sie werfen bei der Entwässerung aber auch besondere bauphysikalische Probleme auf. Dies vor allem dann, wenn sie wegen stehenden Wassers besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Die Lebensdauer eines Flachdachs kann dadurch erheblich reduziert werden. Mit einem geringen Gefälle ab 2 % lässt sich ein Großteil dieser Probleme durch eine sichere Entwässerung des Dachs entschärfen. Gefälledächer sind deshalb im Neubau und bei der Sanierung Stand der Technik. Besondere Vorteile im Sanierungsbereich bieten dabei komplette Gefälledachsysteme: vorgefertigte, schräge Dämmplatten, bei deren Verlegung das notwendige Gefälle quasi nebenbei entsteht.

Mit 2 neuen Produkten hat Linzmeier Bauelemente die Angebotspalette an Gefälledachsystemen auf dem Markt erweitert. Linitherm PAL Gefälle und Linitherm PGV Gefälle werden als schräg geschäumte Dämmplatten mit ca. 2 % Neigung in 2 verschiedenen Stärken angeboten: 30 bis 55 mm und 55 bis 80 mm. Der Hauptvorteil beider Systeme liegt in der hohen Dämmwirkung und im hohen Standardisierungsgrad, der die Verlegung des Gefälledaches vereinfacht und die Vielseitigkeit der Dämmplatten erhöht.

Im schwäbischen Würtingen wurde das neue System erstmals im Zuge einer Bungalow-Sanierung eingesetzt: Auf rund 250 m² Dachfläche wurde dabei ein Gefälledach mit einer mittleren Dämmstärke von 219 mm verlegt. Ausführender Handwerker war der Bauherr selbst: Tobias Döhler führt mit seiner Schreinerei Komplettsanierungen aus, wobei er auch die Sanitär-, Elektro- und Heizungsgewerke, Böden, Wände und Decken übernimmt. Auch Dachstühle fertigt das in Reutlingen ansässige Unternehmen in Eigenregie.

Derzeit hat die Schreinerei Döhler 7 Angestellte und kann über mangelnde Auslastung nicht klagen. 15 bis 20 Komplettsanierungen nimmt man von Reutlingen aus jährlich in Angriff, wobei die Aufträge fast ausschließlich per Mundpropaganda zum Unternehmen kommen. Angesichts dieser Auftragsgenerierung ist der Aktionsradius geradezu sensationell: Er umfasst ganz Deutschland, und auch in London hat Tobias Döhler bereits eine Komplettsanierung durchgeführt. Sein Jahresumsatz liegt bei rund 1,2 Millionen Euro.

Mit dem Dämmstoffhersteller Linzmeier verbindet den Schreinermeister eine lange Zusammenarbeit. Seit mehr als 8 Jahren setzt er praktisch nur noch Linitherm-Produkte bei seinen Sanierungen ein, "weil es sich dabei einfach um ein hervorragendes Material handelt. Die Platten sind sehr gut verarbeitet und maßhaltig, Nut- und Feder-Verbindungen passen beim Verlegen auf dem Steildach perfekt ineinander. Ich habe mit Linitherm nur gute Erfahrungen gemacht, auch die Rückmeldung meiner Kundschaft ist durchweg positiv."

Ein besonders überzeugendes Argument für die PUR/PIR-Platten ist für Tobias Döhler der überlegene U-Wert. Beidseitig mit einem Mineralvlies kaschiert, erreicht Linitherm PGV Gefälle die Wärmeleitfähigkeitsstufe 029, während Linitherm PAL Gefälle mit beidseitiger Alukaschierung zu den wenigen Produkten auf dem Markt gehört, die in der WLS 024 liegen. Tobias Döhler zögerte deshalb nicht lange, als er in Riedlingen anlässlich seiner Haussanierung auf das neue Dämmsystem aufmerksam gemacht wurde.

Bereut hat der Schreinermeister seine schnelle Entscheidung nicht. Dies allein schon deshalb, weil er nach der Sanierung mit Linitherm PAL Gefälle ein Dach mit einem respektablen U-Wert von 0,13 W/m²K sein Eigen nennt. Das Verlegen der Dämmplatten erfolgt beim Linitherm Gefälledach in 2 Schritten: Da sich die standardisierten Gefälleplatten mit anderen Linitherm-Produkten kombinieren lassen, werden zunächst Linitherm PAL-Elemente auf der Dampfsperre (Luftdichtheitsschicht) verlegt. Die Linitherm-PAL-Elemente wählt man in auf- oder absteigenden Stärken zwischen 50 und 200 mm. Auf diese Weise bildet die erste Dämmlage Stufen aus, die den Untergrund für die schrägen Dämmelemente des Gefälledachs bilden. Deren Gefälle gleicht die Stufen aus und bildet eine homogene Dachfläche mit gleichmäßiger Neigung von ca. 2 %. Zu den Besonderheiten in Würtingen gehörte, dass wegen der großen Dachfläche 2 gegenläufig geneigte Dachflächen mit "First" in der Dachmitte realisiert wurden. Die Regenwasserabführung erfolgt über 2 am Dachrand liegende Dachrinnen, das Wasser wird also vom Haus weggeführt. Alternativ ist auch eine Entwässerung über in die Dachfläche integrierte Gullys möglich.

Zu den Vorteilen des Linitherm-Gefälledachs gehört für Tobias Döhler auch das gute Handling der leichten Platten auf dem Dach: "Die Dämmelemente sind so handlich, dass man sie praktisch schon alleine verarbeiten könnte. Beim Einsatz von mehreren Mitarbeitern verkürzen sich dank des unkomplizierten Systems die Verlegezeiten." In Würtingen dauerte das Verlegen von 250 m² Dämmung mit 5 Mitarbeitern gerade mal einen Tag.

Die Verlegung des neuen Gefälledachs wird auch dadurch vereinfacht, dass es sich bei den Dämmplatten um standardisierte Produkte handelt. Komplizierte Verlegepläne mit durchnummerierten, nur an eine Stelle im Dach passenden Dämmkeilen gehören damit der Vergangenheit an, Dämmstoffpaletten müssen nicht mehr in der richtigen Reihenfolge angeliefert und vor dem Verlegen vorsortiert werden. Auch das Anpassen der Platten an die Dachgeometrie wird dank Standardisierung vereinfacht. Der Plattenzuschnitt – bei PUR/PIR ohnehin vergleichsweise problemlos – erfolgt bei geringeren Plattendicken, Fehler lassen sich problemlos durch den Austausch der verschnittenen Dämmplatte korrigieren. Da die standardisierten Platten außerdem universell auf jeder Baustelle einsetzbar sind, kann der Verarbeiter Reste bei seinem nächsten Projekt weiterverwenden.

Entsprechend kurze Verlegezeiten sind laut Hersteller eine der Ursachen dafür, dass Linitherm-Gefälledächer bei hoher Dämmeffizienz zu günstigen Preisen realisiert werden kann. Tobias Döhler sieht das ähnlich, verweist aber zusätzlich auf den bei hohen Dämmanforderungen günstigeren Materialpreis: "Wenn ich bedenke, dass ich zum Beispiel bei einer Holzweichfaserdämmung einige Lagen mehr verlegen müsste, um einen vergleichbaren U-Wert zu erreichen, läge ich sowohl bei den Personal- als auch bei den Materialkosten deutlich höher. Je effizienter ich dämme, desto günstiger wird für mich PUR/PIR im Preisvergleich. Es ist also in jedem Fall der Dämmstoff der Wahl, wenn ein Bauherr einen KfW-Kredit beantragen will."

Dank der hohen Effizienz lassen sich mit PUR/PIR Vorgaben der EnEV oder der KfW mit vergleichsweise schlankem Bauteilaufbau einhalten – vor allem dann von Vorteil, wenn ein Bebauungsplan die Dachhöhe in engen Grenzen reglementiert, oder Anschlusshöhen an Türen oder an der Attika einzuhalten sind. Hat man bei der Höhe des Dachs mehr Spielraum, erreicht man mit einer hohen Dämmstärke einen überragenden U-Wert und eine entsprechend hohe Energieersparnis. Zusätzlich zum schlan-ken Bauteilaufbau punkten Linitherm PAL und PGV Gefälle dank einer Rohdichte von 33 kg/m³ mit einem geringen Gewicht. Das ist vor allem in der Altbausanierung wich-tig, weil so ohne Veränderung der Dach-konstruktion ein größerer Spielraum für Schneelasten bleibt.

Positiv ist auch das Brandverhalten zu bewerten: Die PUR/PIR-Dämmelemente erreichen die Brandklasse E nach DIN EN 13501-1 bzw. B2 nach DIN 4102-1. Im Brandfall glimmen und schmelzen sie nicht und tropfen auch nicht brennend ab. Auch beim Thema sommerlicher Wärmeschutz kann PUR/PIR wegen seiner sehr guten Dämmwirkung Pluspunkte verbuchen: Unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen von Ökotest, vom Fraunhofer Institut für Bauphysik und vom Forschungsinstitut für Wärmeschutz in München haben nachgewiesen, dass die niedrige Wärmeleitstufe des Dämmmaterials auch den sommerlichen Wärmeschutz effektiv verbessert. In einem Artikel in DIB 12/2007, S. 9ff (Dr.-Ing. Martin H. Spitzner: "Kühler Kopf unter heißem Dach) wurde zudem anhand von dynamischen Gebäudesimulationen nachgewiesen, "dass – bei gleicher (i. e. hoher) Dämmwirkung aller Bauteile – die Dämmstoffwahl im Massivbau praktisch unbedeutend und im Leichtbau von untergeordneter Bedeutung für die sommerliche Raumtemperatur ist".

Wichtiger ist hingegen die Lage der Dämmung, weshalb die Raumtemperaturen bei den beiden Aufdachdämmsystemen im Vergleich um etwa 0,5 K unter denen bei einer Zwischensparrendämmung lagen. "Die Temperaturunterschiede zwischen den beiden Aufdachdämmungen" waren "praktisch vernachlässigbar". Dies, obwohl TAD, TAV und Phasenverschiebung beider Dämmstoffe (Steinwolle, Holzfaser) starke Unterschiede aufwiesen. Spitzner wies in seinen Simulationen außerdem nach, dass der zusätzli-che Einbau von Speichermasse in die Oberfläche der Innenwände (Beplankung mit 16 mm mittelschwerer Spanplatte, Rohdichte 600 kg/m³) weitaus mehr Einfluss auf die sommerliche Raumtemperatur hat als die Dämmstoffwahl. Beide Gefälledachsysteme zeichnen sich darüber hinaus durch eine hohe Druckfestigkeit aus. Die Linitherm-Gefälledächer sind deshalb problemlos begehbar und zur Aufnahme von Flächenlasten geeignet. Zu den Vorteilen der PUR/PIR-Dämmung gehört außerdem eine hohe Temperaturbeständigkeit von –30 bis +90 °C. Beide Dämmsysteme nehmen nur geringe Mengen an Feuchtigkeit auf, sind verrottungsfest und widerstandsfähig gegen Mikroorganismen und Schimmel.

Linitherm PAL und PGV Gefälle können auf jedem Untergrund (z. B. Beton, Holz) verlegt werden. Den oberen Abschluss des Gefälledachs bilden Abdichtungsbahnen aus Bitumen oder Kunststoff. Das aufbringen von Auflast z. B.: Kies oder Dachbegrünungen sind möglich. In Würtingen kam ein Gründach in Kombination mit einer speziellen Bitumenbahn zum Einsatz.

Dass der Dämmstoffhersteller aus Riedlingen ihm die gesamte Planung und U-Wert-Berechnung abnimmt, ist für Döhler eines der wichtigsten Argumente für seine langjährige Zusammenarbeit mit Linzmeier. Tobias Döhler sieht darin eine Art Rundum-Sorglos-Paket: "Linzmeier bietet mir für jeden neuen Auftrag eine professionelle Bauteilberechnung, außerdem eine Produktberatung, in der z. B. geklärt wird, wie der Bauteilaufbau aussehen sollte." Anschließend werden alle Bauteile geplant, was in Würtingen unter anderem einen gut lesbaren Verlegeplan für das Gefälledach mit einschloss: "Ich muss es dann im Prinzip nur noch verlegen, und das war's. Das ist für mich ein Superservice, der mir Sicherheit gibt und Fehlerquellen minimiert. Die benötigten Materialien bekomme ich pünktlich zum vereinbarten Termin und habe so auch terminlich eine große Planungssicherheit."

Wozu für den Schreinermeister auch gehört, dass Linzmeier dank guter Lagerhaltung in Phasen hoher Auslastung auch mal kurzfristig liefern kann. Die regelmäßig in Riedlingen angebotenen Schulungen gehören für Tobias Döhler nicht zum Service. Zwar würde er sie gerne in Anspruch nehmen, hat dazu aber dank hoher Auslastung zu wenig Zeit. So ist es für ihn umso wichtiger, dass er bei Linzmeier jederzeit einen kompetenten Ansprechpartner findet, mit dem er auftauchende Fragen klären kann. Ganz nebenbei halten ihn diese Ansprechpartner auch über neue Entwicklungen auf dem Laufenden: "Auf das neue Gefälledach zum Beispiel hat mich Herr Scheffler aufmerksam gemacht, und angesichts meiner guten Erfahrungen habe ich gleich gesagt: OK, probieren wir's aus." Eine Entscheidung, die der Schreinermeister auch im Rückblick positiv sieht: Dank der kurzen Verlegezeit konnte er für die in Verzug geratene Dachsanierung ein Schönwetterfenster im November nutzen. Nur so war es möglich, den geplanten Einzugstermin zu halten. Dass es zwischendrin dann doch noch einen Regenguss gab, hat der Dämmqualität nicht geschadet: "Wir haben das Dach danach an mehreren Stellen stichprobenartig geöffnet, und da war alles trocken."

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