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Unkonventionelle Pflastergestaltung

Bewegung auf den Schulhof gebracht

Beläge und Pflaster, Pflastern

Übergangszonen zu Einfassungen, Bänken sind ebenfalls mit dem Material-Mix gestaltet. Dadurch entfiel ein Zuschnitt der Platten.

WÜRZBURG (ABZ). - In vielen Anwendungsbereichen haben Pflaster- und Plattenbeläge nicht nur funktionale Aufgaben zu erfüllen. Ebenfalls eine bedeutende Rolle spielt das Erscheinungsbild. Es entscheidet, ob ein Belag zur Umgebung passt und welche atmosphärische Wirkung er hat. Zu den damit verbundenen Herausforderungen gehört es, die Vorstellungen von Bauherrn mit zeitgemäßem Ausdruck umzusetzen. Dabei müssen auch große Flächen nicht eintönig wirken, wie am Beispiel der Volksschule Vizentinum in Würzburg deutlich wird.

Vor rund 160 Jahren gegründet, gehört das Vinzentinum zu den ältesten pädagogischen Einrichtungen der fränkischen Domstadt. Die Bezeichnung verweist auf den französischen Priester Vinzenz von Paul, der im 17. Jahrhundert sich hingebungsvoll um Arme, Kranke und Vertriebene kümmerte.

Für sein soziales und seelsorgerisches Engagement wurde er heiliggesprochen. Nach wechselvoller Geschichte ist das Vizentinum heute eine private Katholische Grund- und Hauptschule mit Tagesheim unter der Trägerschaft des Bischöflichen Or-dinariats Würzburg. In den vergangenen zehn Jahren wurden umfassende Renovierungen und Erweiterungen vorgenommen, unter anderem der Bau eine einer lang ersehnten Turnhalle. Daran knüpfte die Gestaltung des Außengeländes an. Es enthält Sportflächen, einen Spielbereich für das Tagesheim und den Pausenhof. "Als Pflasterbelag kam ein üblicher rechteckiger Stein nicht in Frage. Es sollte etwas Besonderes sein, großzügig, mit organischer Formensprache", erläutert Franziska Liebig vom Landschaftsarchitekturbüro Kaiser + Juritza die Wünsche der Schule. Es galt demnach, ein Produkt zu wählen, das dieser Vorstellung nahe kommt und ihr auf eine klare, moderne Weise Ausdruck verleiht.

Die Landschaftsarchitekten schlugen Polyline von braun-steine vor. Dabei handelt es sich um ein System aus unregelmäßigen hexagonalen Platten, deren längste Diagonale etwa 700 mm beträgt. Vier Formate im Set werden so aneinandergefügt, dass die Fugen in der Wiederholung ein Wabenmuster bilden. Aufgrund der leicht unterschiedlichen Kantenmaße und Winkel kommt eine rhythmische Bewegung in das Netzwerk, ohne dass es aufdringlich erscheint.

Um Verwendern die richtige Abfolge im Verband zu erleichtern, legt der Hersteller, jedem Auftrag eine Anleitung bei. Für gerade Randanschlüsse ist ein spezieller Anfangsstein lieferbar. Größe und Gewicht der 120 mm starken Platten stellen mit technischen Hilfen, etwa eines Vakuum-Verlege-Geräts, kein Problem dar.

Drei aus beliebigen Beton- und Natursteinresten gepflasterte Adern gliedern die Fläche und setzten Farb- und Strukturkontraste in das dezente Grau des Plattenbelags. Hier haben die Mitarbeiter der Firma H & M Gartengestaltung viel Kreativität und handwerkliches Können bewiesen. Diese Idee erlaubte es auch, Schächte, Baumscheiben und geschwungene Sitzblöcke zu integrieren, ohne dass aufwändige Zuschnitte der Polyline-Platten notwendig wurden.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 18/2014.

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