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Unter Privatgrund und Bahntrasse

Mischwasserkanal mit verschiedenen Verfahren saniert

Unter anspruchsvollen Bedingungen sanierte die Sanierungstechnik Dommel GmbH einen Mischwasserkanal in Dortmund. Ein großer Teil des Kanals verlief unter Privatgrund, so dass Abstimmungen mit den Anwohnern nötig waren. Zudem waren die Platzverhältnisse erheblich eingeschränkt. Ein weiterer Teil des Kanals unterquerte einen Bahndamm. Dort konnte Dommel keine Schlauchliner anwenden, denn diese waren nicht durch das Eisenbahn-Bundesamt zugelassen. Dommel löste die Aufgabe in diesem Bereich mit Kurzrohrrelinings in geschlossener Bauweise. Das Unternehmen hob zunächst eine Baugrube als Startpunkt aus. Als Zielpunkt konnte es einen vorhandenen Schacht nutzen.

Dortmund (ABZ). – Unter anspruchsvollen Bedingungen sanierte die Sanierungstechnik Dommel GmbH einen Kanal in Dortmund. Platz und Bauzeit waren knapp, und es waren Abstimmungen mit Anwohnern und der Deutschen Bahn nötig. Bei der Baumaßnahme verlief ein großer Teil des zu sanierenden Mischwasserkanals unter Privatgrund, sodass die Platzverhältnisse erheblich eingeschränkt waren. Ein weiterer Teil unterquerte einen Bahndamm. Bei der Ertüchtigung der beschädigten Haltungen setzte die Stadtentwässerung Dortmund auf eine schnelle und flexible Abwicklung der Arbeiten aus einer Hand. So löste Dommel die Aufgabe mittels Schlauch- und Kurzrohrrelining sowie verschiedenen Maßnahmen im Bereich des Tiefbaus.

Insgesamt fünf Haltungen sowie sechs Schächte umfasst der im Jahr 1951 erbaute Kanalstrang im Bereich der Erlenbachstraße im Dortmunder Stadtbezirk Aplerbeck. Auf rund 100 m wurden seinerzeit Betonrohre mit einem Ei-Querschnitt von 400/600 mm verbaut. Nach einer Teilerneuerung besteht ein kurzes Stück mit rund 3 m aus einem Kreisprofil DN 500. Die Entwässerung erfolgt über ein Mischwassersystem. Bereits im Jahr 2016 veranlasste die Stadtentwässerung Dortmund die Sanierung der in die Jahre gekommenen Haltungen. Eine entsprechende Planung wurde gemeinsam mit der Bockermann Fritze IngenieurConsult GmbH erarbeitet. Den Auftrag für die Ausführung der komplexen Tiefbau- und Sanierungsarbeiten erhielt die Sanierungstechnik Dommel aus Hamm. Für den öffentlichen Auftraggeber war es wichtig, alle Leistungen aus einer Hand zu erhalten. Mit Dommel hat die Stadt Dortmund schließlich ein Unternehmen gefunden, das nicht nur die verschiedenen Sanierungsverfahren beherrscht, sondern darüber hinaus auch die nötigen Tiefbauarbeiten selbst durchführt. Der zu sanierende Kanalstrang nimmt sowohl das Mischwasser der Mehrfamilienhäuser rückwärtig der Erlenbachstraße als auch der Haushalte der Ederstraße auf. Da sich einige Schächte auf Privatgelände befinden oder verdeckt waren, erschwerte sich die Baumaßnahme. Denn dadurch war unter anderem eine enge Abstimmung mit den Anwohnern über Umfang und Dauer der geplanten Arbeiten und der damit verbundenen Beeinträchtigungen nötig. Zugleich waren bei dem Projekt die Platzverhältnisse und auch die Bauzeit knapp. Es galt zudem, besondere Rücksicht auf die bestehen-de Vegetation zu nehmen. Eine weitere Schwierigkeit: Der Mischwasserkanal verläuft zum Teil unter der Bahnstrecke Dortmund-Soest, sodass auch Anforderungen der Deutschen Bahn berücksichtigt werden mussten, um den gültigen Kreuzungsverträgen zwischen der Stadt Dortmund und dem Schienennetz-Betreiber gerecht zu werden.

Im Vorfeld erfasste eine Kamera bei einer Befahrung das Ausmaß des Schadens möglichst genau. Ihre Bilder zeigten unter anderem starke Korrosionserscheinungen, statische Schäden und zahlreiche schadhafte Anschlüsse. Diese Befunde können – so Malte Nowak, Projektverantwortlicher bei der Bockermann Fritze IngenieurConsult – mehrere Ursachen haben. Zu diesen gehören beispielsweise eine schlechte Qualität des Betons, lange Aufenthaltszeiten des Mischwassers im Kanal und daraus resultierender Schwefelsäureangriff oder eine schlechte Qualität der Verlegung hinsichtlich der Verdichtung in der Bettungszone. Im Kanalabschnitt unterhalb der Bahntrasse waren die Schäden am gravierendsten: Der Beton der 43,42 m langen Haltung war bereits stark korrodiert, er hatte nahezu durchgängig Längsrisse an den Viertelspunkten und deutliche Verformungen. Diese Schäden lassen auch auf eine statische Überlastung der Bausubstanz schließen. Der Kanalabschnitt wurde entsprechend in den Altrohrzustand III eingestuft.

Im Auftrag der Stadtentwässerung Dortmund sanierte die Sanierungstechnik Dommel GmbH einen Mischwasserstrang in der Erlenbachstraße im Stadtbezirk Dortmund Aplerbeck.

Nach langer Vorplanung starteten im Februar 2019 die Arbeiten in der Erlenbachstraße. Ein wichtiger Bestandteil – neben der eigentlichen Sanierung – war die Verkehrsführung und -sicherung. Einrichtungen wie Absicherungen, Beschilderungen und Beleuchtung wurden im Zuge der Baumaßnahme errichtet und mehrmals versetzt. Um das Baufeld frei zu machen, wurden zunächst Fahrwege freigeschnitten. Zudem mussten auf einem Privatgrundstück Pflanzen umgepflanzt, Teilflächen gerodet sowie ein Zaun, eine Schaukel und eine Straßenlaterne nebst Verkabelung abgebaut werden. Die Ausführung der Tiefbauarbeiten erforderte ferner die Einrichtung einer temporären Baustraße mit einer Fläche von rund 245 m². Aufgrund der darunterliegenden, nachgängig zu sanierenden Haltungen, wurden oberhalb der Kanaltrasse zusätzlich Lastverteilungsplatten angeordnet.

Im Rahmen der Sanierung kamen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Bei den stark beeinträchtigten Kanälen im Bereich der Bahntrasse entschieden sich die Verantwortlichen für die Anwendung des Kurzrohrrelinings in geschlossener Bauweise. Schlauchliner konnten in diesem Bereich aufgrund fehlender Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt nicht zur Anwendung kommen. Ein S-Bogen innerhalb der Haltung war eine weitere Herausforderung. So waren ursprünglich für die Sanierung PP-Rohre mit Stecksystem vorgesehen. "Da aufgrund des Bogens zusätzlich zur Vorschubeinrichtung Zugtechnik zur Anwendung kommen musste, entschieden wir uns abweichend für den Einsatz von schweißbaren Rohrmodulen, die auch auf Zug belastbar sind", erklärt Marcel Horn, Bauleiter bei der Sanierungstechnik Dommel. Die gewählten Rohre mit einer Wanddicke von 16,2 mm und einem Außendurchmesser von DN/OD 355 mm bestehen aus Polypropylen mit höherem E-Modul. Sie haben zudem eine Raster-Schweiß-Verbindung und eignen sich besonders für schwierige Einbaubedingungen.

Für die Durchführung des Kurzrohrrelinings musste zunächst eine Baugrube als Startpunkt ausgehoben werden. Als Zielpunkt konnte der vorhandene Schacht genutzt werden. Aus der Richtung Erlenbachstraße wurden die Kanalrohre dann im grabenlosen Verfahren in das Altrohr eingebracht. Durch eine spezielle Raster-Schweiß-Verbindung ging die Arbeit schnell voran. So lassen sich die Rohre mit geringem technischen Aufwand, schnell und ohne lange Stillstandzeiten miteinander verschweißen. Der auf den Flanken des Altkanals aufliegende neue Strang wurde an den Zielschacht angebunden und gegen Auftrieb gesichert. Abschließend verdämmten die Mitarbeiter von Dommel den verbliebenen Ringraum lagenweise.

Aufgrund der höheren Sohllage im Vergleich zum Altkanal musste der sanierte Kanal verlängert werden. Um einen Materialwechsel innerhalb einer Haltung zu vermeiden, wurden PP-Rohre in offener Bauweise bis zu einem neu errichteten Schacht eingebaut. Bei allen weiteren Ei-Profil-Haltungen erfolgte die Sanierung mit GFK-Schlauchlinern in einer Nennweite von 500 DN. Dommel entschied sich hier für ein Produkt aus ungesättigtem Polyesterharz und korrosionsbeständigen ECR-Glasfasern nebst integriertem Preliner. Mittels Seilwinde wurde der mit Harz getränkte Liner in das Altrohr eingezogen. Durch Luftdruck wurde der Schlauch im bestehenden Kanal kalibriert und aufgestellt.

Das Hindurchziehen einer UV-Lichtquelle sorgte für eine Reaktion des Harzes und eine vollständige Aushärtung. Im letzten Schritt wurden die Liner an die Schächte angeschlossen und die Anbindung an die Hausanschlüsse mittels Verpresstechnik vorgenommen.

Die Haltungen im Bereich der Erlenbachstraße wurden mit unterschiedlichen Sanierungsverfahren auf den neuesten Stand gebracht. Die Sanierungstechnik Dommel überzeugte dabei vor allem mit ihrem vielseitigen Leistungsspektrum rund um die Kanalsanierung. Trotz der anspruchsvollen Bauaufgabe zeigten sich das Planungsbüro Bockermann Fritze IngenieurConsult, die Stadtentwässerung Dortmund und auch die betroffenen Anlieger mit der Abwicklung durch die Kanalprofis aus Hamm sehr zufrieden: "Gerade durch die sensible Lage der Baustelle zwischen Mehrfamilienhäusern und Bahnstrecke haben wir Themen wie Absturzsicherung, Verbautechnik und Fußgängerführung genau im Blick gehabt", ergänzt Malte Nowak. "Auch unter diesem Aspekt war die Ausführung vorbildlich."

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