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Unternehmensportrait

Entwickler des Stahlrohrgerüsts wird 110 Jahre alt

2028 m³ plettac contur Modulgerüst von Altrad plettac assco stehen vor der Filiale der Stuttgarter HypoVereinsbank. Ausgelegt ist die 21 m hohe Fluchttreppe für bis zu 120 Personen. Die knifflige Anpassung des Fluchtwegs an die Raumhöhen des Gebäudes gelang durch die Flexibilität des plettac contur Modulgerüstsystems. Der Fluchttreppe vorgelagert ist ein Bauaufzug, der bis auf 28 m Höhe reicht.

Waiblingen (ABZ). – 1948 entwickelte "Karl Sikler & Sohn" als Erster im süddeutschen Raum Gerüste aus Stahlrohr. Zuvor bestanden Gerüste aus Holzleitern und Brettern. Heute setzt das Familienunternehmen auf Metall des Plettenberger Gerüstherstellers Altrad plettac assco. Unternehmerisches Geschick, ein Faible für hochklassige technische Lösungen und Erfindungsreichtum bilden den Grundstock des Humankapitals der 1909 als Dachdeckerei in Waiblingen gegründeten Firma Karl Sikler.

Seit 1924 trägt das bis heute familiengeführte Unternehmen den Namen Karl Sikler & Sohn. Angetrieben vom Fleiß und Ehrgeiz seines Gründers überstand das junge Unternehmen die Verheerungen des Ersten Weltkriegs und profitierte vom regen Baugeschehen in den 1920er-Jahren. 1937 übernahm Erwin Sikler die Führung der Geschäfte von seinem Vater Karl. Er begeisterte sich für die technischen Fortschritte im Gerüstbau und beschloss, seinen Dachdeckerbetrieb um diese Sparte zu bereichern. Vom Erfolg kündet der Slogan aus dem Jahr 1938: "Größtes Bedachungsgeschäft Württembergs – Gerüstbau jeder Art". Ein herber Rückschlag für das prosperierende Unternehmen war das Bombardement auf den Stuttgarter Hauptbahnhof während des Zweiten Weltkriegs, bei dem fast der gesamte Bestand des damaligen Holzleitergerüsts verbrannte. Doch damit war die Schaffenskraft Erwin Siklers nicht gebrochen.

Er engagierte sich ab 1945 für den Wiederaufbau Stuttgarts. Als Unternehmer und Tüftler sah er in Stahl einen solideren Werkstoff als Holz und entwickelte das erste Stahlrohrgerüst, das er ab 1948 in eigener Fertigung herstellte. Anfang der 1960er-Jahre war Karl Sikler & Sohn in Baden-Württemberg Branchenführer im Stahlrohrgerüstbau und beschäftigte gegen Ende des Wirtschaftswunders rd. 200 Mitarbeiter. Als Folge der auch für die Baubranche dramatischen Ölkrise 1973 schloss das Unternehmen die Gerüstfertigung und fokussiert sich seither voll auf seine Stärken Gerüstbau und Dachdeckerei. Karl Sikler & Sohn ist heute ein gefragter Spezialist bei der Renovierung großer historischer Bauten und Sonderkonstruktionen in Süddeutschland.

"Häufig bewegen sich unsere zeitkritischen Projekte am Rand des technisch Möglichen. Wir arbeiten seit den 1960er-Jahren mit dem Gerüsthersteller Altrad plettac assco zusammen. Was uns verbindet, sind Zuverlässigkeit, vertrauensvolles Teamplay und höchste Ansprüche an Qualität und Service. Wir haben gemeinsam zahlreiche Herausforderungen gemeistert und können uns aufeinander verlassen. Diese Partnerschaft ist für unser Unternehmen sehr wichtig", sagt Charlotte Brucker, die Urenkelin von Karl Sikler, die zusammen mit ihrem Bruder Klaus-Eberhard Bühler seit 2009, nun in der vierten Generation, die Geschäfte führt. Mit dem Nachwuchs Tim und Jan Brucker arbeitet bereits die fünfte Generation an der Fortsetzung der Erfolgsgeschichte von Karl Sikler & Sohn.

"Im Verlauf unserer 110-jährigen, sehr bewegten Unternehmensgeschichte musste sich Karl Sikler & Sohn einige Male neu erfinden. Doch an unseren Kernkompetenzen – Zuverlässigkeit, Innovationsfreudigkeit und einem partnerschaftlichen Verhältnis zu unseren Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten – halten wir fest", sagt Geschäftsführerin Charlotte Brucker.

"In der Region Stuttgart und darüber hinaus genießt der Name Sikler einen hervorragenden Ruf. Dieses Renommee hat sich unser Familienunternehmen über Generationen aufgebaut. Wir können unseren Kunden im Gerüstbau auch komplexe konstruktive Ideen und Leistungen bieten. Diese kundenspezifischen Lösungen und die absolute Termintreue zeichnet unser Unternehmer besonders aus", ergänzt Jan Brucker, der Sohn von Charlotte Brucker. Als Gerüstbaumeister und Betriebswirt verantwortet der 31-Jährige große und herausfordernde Projekte wie die Einrüstung eines 62-m-Kamins, eine 44-m-Treppenhaussanierung oder die Renovierung eines 40 m hohen Hochhauses.

Charlotte Brucker ist die Urenkelin des Unternehmensgründers Karl Sikler. Sie führt zusammen mit ihrem Bruder Klaus-Eberhard Bühler die Geschäfte von Karl Sikler & Sohn. Ihr zur Seite stehen ihre Söhne Jan (l.) und Tim Brucker, die als fünfte Generation zunehmend Verantwortung im Familienbetrieb übernehmen.

Ein aktuelles Projekt ist die Planung und Erstellung eines 21-m-Fluchttreppenturms, der für bis zu 120 Personen ausgelegt ist. Anlass sind die Sanierungsmaßnahmen am Gebäude der Stuttgarter Filiale der HypoVereinsbank. Dem Fluchtturm vorgesetzt ist ein Bauaufzug, der bis auf 28 m Höhe reicht. Das Vorhaben umfasst 2028 m³ des äußerst belastbaren und flexiblen plettac contur Modulgerüstsystems von Altrad plettac assco. Schier endlose 8380 Laufmeter Stahlrohr, stattliche 26 800 kg schwer, montierten die Profis von Karl Sikler & Sohn unter erschwerten Bedingungen. "Die örtlichen Herausforderungen waren das Überbrücken eines Fluchtwegs, die Lasteinleitung in die Randstiele, das Ausnutzen der seltenen Verankerungsmöglichkeiten und das Herstellen eines Fluchtwegs, der an die Raumhöhen des Gebäudes angepasst ist. Erschwerend hinzukamen eine nur beschränkt nutzbare Zufahrts- und Lagermöglichkeit sowie die geringen Aufstellflächen. Gemeinsam mit Altrad plettac assco wurden diverse Möglichkeiten auf Umsetzung überprüft und so das bestmögliche Ergebnis realisiert. Bei der termingerechten Materialplanung, der Bauzeichnung und Beratung war Altrad plettac assco an unserer Seite ein vertraut starker Partner", berichtet Jan Brucker. Sein Bruder Tim Brucker, gelernter Dachdecker, fügt hinzu: "Unser Unternehmen Karl Sikler & Sohn und unsere Familie sind in der Region Stuttgart fest verwurzelt. Wir verstehen uns als verlässlicher Partner für alle Kunden. Mit Know-how und Herzblut packen wir jede Aufgabe an – vom großen Industrieprojekt über öffentliche oder historische Bauten bis zum privaten Eigenheim agieren wir als Ansprechpartner auf Augenhöhe."

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 29/2019.

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