Unternehmenszentrale Marquard & Bahls AG

Vornehme Eleganz mit hanseatischer Tradition direkt am Wasser vereint

Unaufgeregt und doch mit einer starken Präsenz – so zeigt sich das neue Firmengebäude der Marquard & Bahls AG in der Hamburger HafenCity. In unmittelbarer Wasserlage am Brooktorhafen sicherte sich der Mineralöl-Konzern einen Platz in erster Reihe und bietet mit dem Neubau Platz für 700 Mitarbeiter.

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Die handwerklich, in Sonderformaten präzise ausgeführten angeschrägten Fensterlaibungen, ermöglichen einen erhöhten Tageslichteinfall und sorgen so für qualitätsvolle Räume. Foto: Anke Müllerklein

Hamburg (ABZ). – Der von Gewers & Pudewill geplante Gebäudeentwurf überzeugte die Jury des Realisierungswettbewerbs "Baufeld 65" einstimmig: "Die Höhenentwicklung reagiert sehr feinfühlig auf den Stadtraum und setzt die richtigen Akzente", so das Preisgericht.

Mit Marquard & Bahls siedelte sich ein weiteres Großunternehmen in der Hamburger HafenCity an. In direkter Nachbarschaft zum Spiegel-Gebäude und zum Maritimen Museum befindet sich seit 2016 die neue Unternehmenszentrale des Konzerns. In einem von der Marquard & Bahls AG ausgelobten Architekturwettbewerb entschied sich die zehnköpfige Jury, unter Vorsitz von Prof. Bernhard Winking, unter insgesamt neun eingeladenen Büros aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden für den Entwurf von Gewers & Pudewill aus Berlin. Inmitten großstädtischer Hamburger Tradition fügt sich das Backsteingebäude behutsam und dennoch selbstbewusst in die bauliche Umgebung am Brooktorhafen ein: Mit einem eleganten Erscheinungsbild nimmt der Neubau die Gebäudefluchten der Bestandsbauten auf und erhält durch seine acht Vollgeschosse eine starke Präsenz. Ebenso charakteristisch ist die typische Lochfassade mit großen Fenstern, die durch den wilden Verband und die Feingliedrigkeit der Backsteine eine besondere Ästhetik bekommt.

Für ein lebendiges Fassadenbild sorgen insgesamt 23 verschiedene Steintypen. Die Fensterlaibungen wurden speziell ausgerichtet und mit Formsteinen verschiedenster Winkel sowie den dazugehörigen Übergangsziegeln ausgeführt. Für das den Wünschen des Bauherrn und der Architekten entsprechende Farbspiel wurden die Klinker der Sortierung Breno FKSG in einem Salz-Kohlebrandverfahren bei extrem hohen Temperaturen gebrannt. Über den Fensteröffnungen und an den Deckenuntersichten wurden Fertigteile mit Klinkervorsatz verbaut. Um eine mechanische Verbindung zwischen Beton und Klinker zu gewährleisten, wurden die Fertigteile mit rückseitiger Schwalbenschwanzverzahnung angefertigt.

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Unter insgesamt neun eingeladenen Büros aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden entschied sich Marquard & Bahls für den Entwurf der Berliner Architekten Gewers & Pudewill, der sich mit einem eleganten Klinkerkleid zurückhaltend, aber dennoch selbstbewusst in die bauliche Umgebung am Brooktorhafen einfügt. Foto: Anke Müllerklein

Besondere Aufmerksamkeit schenkten die Architekten dem so genannten "Stadtbalkon", einer großzügigen dreigeschossigen Öffnung in Richtung des Brooktorhafens, die eine Verbindung zwischen Atrium und Stadtraum schafft. Die dadurch entstehende Terrassenfläche akzentuiert das Atrium und bietet einen qualitätsvollen Außenraum, von dem auch die nach innen orientierten Büroräume profitieren: Der Einschnitt wirkt wie ein großes Fenster, das für mehr Tageslicht sorgt und auch innenliegenden Räumen einen Blick aufs Wasser ermöglicht.

Das Preisgericht sprach sich ebenso positiv für die energieeffiziente und umweltschonende Planung des Neubaus aus, welche mit dem Umweltzeichen HafenCity in Gold ausgezeichnet wurde – einem Zertifikat für außergewöhnliche und besondere Leistungen beim Bau nachhaltiger Hochbauten in der Hamburger HafenCity.

Bis auf die innere Fassade, die das Atrium säumt, ist die gesamte Außenhülle als vorgehängte hinterlüftete Klinkerfassade ausgebildet, die sich wie eine Haut um das Gebäude legt. Die 40 mm hohen Klinker in Formaten von 115, 365, 240 und 490 mm Länge sind in scheinbar ungeordneter Reihenfolge verlegt. Durch den wilden Verband – eine auf den ersten Blick wahllose Platzierung der Steine, bei der die Stoßfugen jedoch immer um 1/4 Stein versetzt werden müssen um eine Treppenbildung zu vermeiden – sowie die dadurch entstehende Farbvariation der einzelnen Gima Klinker entsteht ein bewegtes Fassadenbild. Bei dieser Art des Verbands kommt es besonders auf das handwerkliche Geschick an, denn nur unter Einhaltung bestimmter Regeln kann frei gemauert werden – für Streuungen gibt es keinen Spielraum. Nur so können am Wandende die Schichten mit Kopf bzw. Dreiviertelstein ausgeführt werden, was wieder einen Versatz von 1/4 Stein ergibt.

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