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VBI-Konjunkturumfrage 2021

Sorgen um Investitionsbereitschaft

Berlin (dpa). – 81 Prozent der Ingenieurunternehmen beurteilen ihre Situation zu Jahresbeginn gut oder sehr gut, 19 Prozent als ausreichend oder schlecht, so die Ergebnisse der aktuellen Konjukturumfrage des Verband Beratender Ingenieure (VBI). 18 Prozent der Unternehmen verzeichneten 2020 einen Umsatzrückgang, das seien deutlich mehr als in den Jahren zuvor, in denen der Umsatzrückgang zwischen 6 und 9 Prozent gelegen habe.

Die Auswirkungen der Coronakrise kämen also – durch die langen Projektlaufzeiten zeitverzögert – langsam in der Branche an, so der VBI. Es bestehe nun die Gefahr, dass sich die Lage für rund ein Fünftel der Unternehmen weiter verschärfe, wenn Investitionen nicht wie geplant umgesetzt werden könnten. Der Verband ergänzte, dass laut einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young unter 300 Kommunen 47 Prozent der Befragten mit einem Haushaltsdefizit rechnen würden. VBI-Präsident Jörg Thiele erklärt: "Die neuesten wirtschaftlichen Daten unserer Unternehmen sind nur eine Momentaufnahme, entscheidend für die Zukunft ist die aktuelle Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand und privater Unternehmen. Nur wenn geplante Projekte weiterhin ausgeschrieben und durchgeführt werden würden, bleibe die Planungs- und Bauwirtschaft der Eckpfeiler einer wirtschaftlichen Erholung nach der Krise.

Auf keinen Fall dürften die wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen dazu führen, dass Projekte verschoben oder aufgehoben werden. Thiel: "Das würde die Krise noch verschärfen und sich jahrelang auswirken. Die Steuerausfälle müssen komplett ausgeglichen werden." Bereits heute hätten 7 Prozent der Unternehmen von zahlreichen zurückgestellten öffentlichen Aufträgen und 5 Prozent von zahlreichen zurückgestellten privaten Aufträgen berichtet. 27 Prozent hätten im zweiten Halbjahr 2020 einen Auftragsrückgang verzeichnen müssen, 8 Prozent der Unternehmen erwarteten einen starken Rückgang der Aufträge im ersten Halbjahr 2021.

Doch auch neben den Auswirkungen der Corona-Krise gebe es nach wie vor einen wesentlichen Faktor, der die wirtschaftliche Entwicklung der Ingenieurbüros seit Langem bremse, und das sei der Ingenieurmangel. 32 Prozent hätten Ingenieurmangel als wesentliches Hemmnis ihrer Tätigkeiten benannt, 31 Prozent Corona und 27 Prozent der Unternehmen hätten gerne Personal eingestellt, jedoch keine Mitarbeiter gefunden. An der im Januar 2021 durchgeführten VBI-Konjunkturumfrage haben 462 der rund 2000 VBI-Mitgliedsunternehmen teilgenommen.

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