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VDBUM-Großseminar 2017

Chancen der Digitalisierung im Fokus

Verbände, Messen und Veranstaltungen, Baumaschinen, VDBUM-Seminar

Dieter Schnittjer: "Die Digitalisierung wird den Betrachtungswert der Maschinentechnik als zentrale Schnittstelle des Informationsflusses auf der Baustelle noch einmal deutlich anheben."

Zum mittlerweile zweiten Mal findet das VDBUM-Großseminar im kommenden Jahr am neuen Standort in Willingen statt. Über den gewachsenen Charakter der Veranstaltung sowie die inhaltlichen Schwerpunkte sprach ABZ-Chefredakteur Robert Bachmann in Hannover vorab mit Dieter Schnittjer, Geschäftsführer der VDBUM Service GmbH.

ABZ: Herr Schnittjer, das VDBUM-Großseminar findet dieses Jahr zum 2. Mal am neuen Standort in Willingen statt. Gleich nach dem Umzug im letzten Jahr konnten Sie eine Rekordbeteiligung verbuchen. Kann man davon ausgehen, dass das neue Hotel den Ansprüchen der Veranstaltung nun voll entspricht?

Schnittjer: Der Standort Braunlage hat uns über 36 Jahre sehr gute Dienste erwiesen. Die Anforderungen haben sich jedoch stark gewandelt. Wir brauchen heute ein Tagungshotel, das dem Kongresscharakter des Großseminars entspricht und uns schlichtweg mehr Platz zur Verfügung stellt. Das Sauerland Stern Hotel in Willingen bietet uns nicht nur über 500 Zimmer und ein Kongresszentrum, sondern steht uns darüber hinaus als hervorragender Partner zur Seite, der unsere Veranstaltung auf technisch höchstem Niveau begleitet.

ABZ: Rechnen Sie 2017 mit einer erneuten Rekordteilnahme?

Schnittjer: Auch in diesem Jahr, so viel kann man bereits sagen, freuen wir uns über einen großen Zuspruch. Die Anmeldungen sind jetzt in vollem Gange und laufen noch bis zum Beginn der Veranstaltung. Aktuell haben wir bereits über 300 Zusagen. Wir rechnen aber in jedem Fall mit über 900 Teilnehmern. Ob wir die Tausendermarke knacken werden, sehen wir dann im Februar.

Es ist allerdings auch nicht unser Ziel, jedes Jahr mit einem neuen Besucherrekord aufzuwarten. Was wir wollen, ist, fachlich interessierte Besucher aus der Branche mit unserer Veranstaltung anzusprechen. Wenn uns das gelingt, haben wir alles richtig gemacht.

Anders sieht es auf Ausstellerseite aus. Hier sind wir mit 90 teilnehmenden Unternehmen bereits ausgebucht. Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Warteliste.

ABZ: Hat sich an der Art und Durchführung des Seminars etwas geändert?

Schnittjer: Über die Jahre hinweg haben sich einige grundlegende Änderungen eingestellt. Das betrifft zum einen die drei parallel verlaufenden Vortragsreihen und Workshops, womit wir seit einigen Jahren gute Erfahrungen gemacht haben. Hier kommt es natürlich auch zu Überschneidungen und nicht jeder Teilnehmer kann jeweils alle für ihn relevanten Vorträge bzw. Workshops wahrnehmen. Mit der gestiegenen Zahl an Gästen sehen wir uns jedoch auch mit einer zunehmend differenzierten Interessenlage konfrontiert. Daher versuchen wir, unser Themenangebot so breit wie möglich aufzustellen.

Zum anderen haben sich die Workshops selbst etwas geändert. Mit insgesamt 58 Referenten haben wir eine große Menge an Stoff, der über die gesamte Veranstaltungsdauer behandelt wird. In den Workshops bieten wir die Möglichkeit, die Inhalte aus den Vorträgen mit den jeweiligen Referenten/innen zu vertiefen. Auf Wunsch stellen wir auch Weiterbildungszertifikate für Einzelthemen, ganze Themenblöcke oder das gesamte Seminar aus.

Verbände, Messen und Veranstaltungen, Baumaschinen, VDBUM-Seminar

Mit einem großen Konferenzzentrum und mehr als 500 Zimmern bietet das Sauerland Stern Hotel in Willingen die idealen Bedingungen für das VDBUM-Großseminar.

ABZ: Welche Highlights können Sie den Besuchern bereits jetzt ans Herz legen?

Schnittjer: Angesichts unseres sehr breit gefächerten Angebots ist die Frage nach den Highlights natürlich stark von den jeweiligen Interessen der Teilnehmer abhängig. Allerdings haben wir auch in diesem Jahr wieder Themenschwerpunkte. Das übergeordnete Motto lautet dabei "Die Zukunft als Chance". Über alle Inhalte hinweg wollen wir uns mit der Frage des digitalen Wandels und der damit einhergehenden Veränderung von Arbeitsprozessen am Bau beschäftigen. Insbesondere, welche Chancen und Potenziale diese Entwicklung birgt.

Ein durchgängiger Themenblock wird 2017 dem Straßenbau gewidmet sein. Ganz zentral wird es um die Frage gehen, welche Vorteile und Veränderungen die Digitalisierung im Straßenbau mit sich bringt. Wie können wir die Effizienz von Maschinen steigern? Wie können wir die Prozesse im Straßenbau mit neuer Maschinentechnik zukunftsfähig machen?

Ein Themenfeld, in dem das Veranstaltungsmotto auch ganz deutlich hervortreten wird, ist der Block "Forschung trifft Praxis". Hier arbeiten wir eng mit Universitäten und Fachhochschulen zusammen, aber auch mit Unternehmen, die sich mit der Entwicklung neuer Technologien beschäftigen. Auch dabei wird die Digitalisierung, insbesondere Kernthemen wie BIM, eine wichtige Rolle spielen. Und auch wenn wir natürlich nur einen kleinen Ausschnitt aus der aktuellen Forschung auf dem Großseminar präsentieren können, haben wir, wie ich denke, ein sehr spannendes Programm zusammengestellt.

Daneben werden wir, insbesondere in den Workshops, aber auch ganz greifbare Themen wie Hydraulik oder Elektronik anbieten. Das sind Themen, die den VDBUM in seinen verschiedenen Veranstaltungen das ganze Jahr über beschäftigen und wo wir denken, dass wir auf dem Großseminar für alle Beteiligten etwas gefunden haben, von dem sich vom technischen Leiter bis zum Inhaber einer Maschine jeder etwas mitnehmen kann.

Ein Aspekt, der uns alle bewegt, ist nicht zuletzt das Thema Mitarbeiter. Dazu werden wir schon am ersten Veranstaltungstag aus verschiedenen Facetten einiges hören. U. a. werden wir aus einem großen Bauunternehmen berichtet bekommen, wie dort über verschiedene Standorte hinweg das Personalmanagement gemeistert wird. Auf der anderen Seite werden wir aber auch erfahren, wie man in einem Mittelstandsunternehmen eine Mitarbeiterbeteiligung erreicht hat, ohne dass das Unternehmen damit an Authentizität eingebüßt hat.

ABZ: Wo wir bereits beim Schlagwort des letzten Jahres sind. Wo stehen wir denn aus Ihrer Sicht in Deutschland mit der Digitalisierung am Bau?

Schnittjer: Wir dürfen die Digitalisierung, so wie wir heute darüber sprechen, nicht mit Themen wie der Einführung der Telematik verwechseln. In diesem Bereich haben wir in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. U. a. auch über den Arbeitskreis des VDBUM, aus dem letztlich eine ISO-Zertifizierung hervorgegangen ist.

Das ist aber nur ein kleiner Teil des großen Themas Digitalisierung. Diese geht weit über die einzelne Maschine hinaus. Bspw. in Hinsicht auf das große Ausmaß an Vermessungsdaten, die uns mittlerweile dabei helfen, exakter zu planen und Bauabläufe zu optimieren.

Im heute diskutierten Sinne umfasst die Digitalisierung jedoch das gesamte Zusammenspiel aller am Bau beteiligten Personen. Für uns wird dabei insbesondere der Bereich Planung eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Damit sind wir dann beim Thema BIM. Dabei geht es ja nicht nur um 3D-Modelle, sondern ein möglichst effektives und transparentes Informationsmanagement. Was wir in Zukunft erleben werden, ist eine wesentlich stärkere Vernetzung zwischen Büro und Bauleiter, den mobilen Endgeräten auf der Baustelle sowie den dort eingesetzten Maschinen. Durch den nahtlosen Informationsfluss, den wir auf diese Weise gewährleisten können, sowie die exaktere Planung des Bauwerks und der Abläufe auf der Baustelle werden wir Pleiten bei Großprojekten, wie wir sie in letzter Zeit zur Genüge erfahren haben, zukünftig vermeiden können. Angekommen sind wir dort noch nicht. Zzt. laufen erste Versuche, u.a. auch im Straßenbau, die 2017 sicherlich weitergeführt werden. Ausgehend davon, dass die Digitalisierung in der Industrie wie auch der Landwirtschaft bereits viel weiter vorangeschritten ist, sollte sich jeder am Bau darauf einstellen, dass diese Entwicklung in unserer Branche mit einer wesentlich höheren Geschwindigkeit Einzug halten wird. Wichtig ist jetzt vor allem, dass wir gemeinsam daran arbeiten, dass alle Beteiligten in dieser Entwicklung mitgenommen werden. In ein bis zwei Jahren wird das unser aller Welt sein.

Verbände, Messen und Veranstaltungen, Baumaschinen, VDBUM-Seminar

Zum Branchenevent im Februar werden erneut mehr als 900 Teilnehmer erwartet. Neben spannenden Vorträgen und Workshops erwartet diese eine große Fachausstellung.

ABZ: Welche Rolle wird die Baumaschine dabei einnehmen?

Schnittjer: Die Maschine wird als ein zentraler Datentransformator fungieren. Hier laufen eine Vielzahl der Informationen zusammen, die für den Bauablauf relevant sind – angefangen vom Material selbst bis hin zu den Bewegungsabläufen auf der Baustelle. Auch personell wird sich dabei einiges ändern. Neben dem Maschinentechniker und dem Elektroniker wird zukünftig auch der ITler an den Maschinen arbeiten und die gewonnenen Daten für die Planung und Dokumentation aufbereiten.

ABZ: Welche Potenziale stecken aus Ihrer Sicht noch in der Digitalisierung am Bau, und demgegenüber, welche Risiken birgt diese Entwicklung ggf. auch?

Schnittjer: Zum einen wird die Digitalisierung den Betrachtungswert der Maschinentechnik als eine zentrale Schnittstelle der Informationsgewinnung noch einmal deutlich anheben. Zum anderen werden wir Bauabläufe schneller, wirtschaftlicher und zuverlässiger abwickeln können. Ein potenzielles Risiko, wenn Sie so wollen, bestünde ggf. darin, nicht rechtzeitig an der Entwicklung teilzunehmen. U. a. durch unsere Teilhabe an dem Unternehmen planen bauen 4.0 engagieren wir uns als VDBUM daher intensiv dafür, dass die Baumaschinentechnik frühzeitig ihren Platz in der digitalen Welt einnimmt.

ABZ: Im Rahmen des Großseminars werden Sie auch wieder den VDBUM-Förderpreis verleihen. Wie gut ist diese Auszeichnung mittlerweile in der Branche angekommen?

Schnittjer: In der Tat sind wir ganz begeistert und können uns auch in diesem Jahr wieder über tolle Einreichungen freuen. Insgesamt sind etwa 40 Projekte bei uns eingegangen. Davon können wir leider nicht alle prämieren. Insgesamt gilt es, in drei Kategorien – Anwendung, Herstellung sowie Forschung und Wissenschaft – jeweils ein herausragendes Projekt zu finden.

Diese schwierige Aufgabe obliegt einer großartigen Jury, die sich aus Wissenschaftlern, maschinentechnischen Leitern, Bauleitern und Vertretern der Herstellerseite zusammensetzt, sodass wir alle Facetten am Bau darin abdecken. Und auch, wenn wir nicht jede Einreichung prämieren können, wird doch jedes Projekt im Rahmen einer eigenen Ausstellung auf dem Großseminar präsentiert werden.

ABZ: Mit dem Förderpreis in der Kategorie Forschung und Wissenschaft engagiert sich der VDBUM auch im Bereich Nachwuchs. Wie spiegelt sich dieses Thema darüber hinaus noch auf dem Großseminar wider?

Schnittjer: In puncto Nachwuchsgewinnung engagiert sich der VDBUM bereits seit Jahren in Form von Partnerschaften mit Universitäten und Hochschulen. U. a. laden wir diese ein, auf Veranstaltungen wie unserem Großseminar Vorträge zu halten. Gleichsam bieten wir den Hochschulen unsererseits Unterstützung an.

Parallel dazu engagieren wir uns auch im Bereich der Ausbildung. Als Plattform hierzu haben wir u. a. unseren Baumaschinenerlebnistag, auf dem wir Ausbildungssuchende in die Unternehmen holen, um diese zu bewerben. Das ist ein enormer Aufwand, wird aber sehr gut angenommen.

Auf dem Großseminar ergänzen wir das mit dem Konzept der Studentenpatenschaften. Hier laden wir kostenlos zur zweitägigen Teilnahme ein. Der VDBUM beteiligt sich an den Kosten und die Paten betreuen die jungen Menschen, die erstmals unsere besondere Branchenluft schnuppern. Praktika und Arbeitsverhältnisse sind dabei für beiden Seiten wertvolle Ziele.

ABZ: Wie hoch ist denn das Interesse junger Menschen an Veranstaltungen wie dem Großseminar?

Schnittjer: Der Generationenwechsel gehört mit zu unseren Aufgaben. Würde der Nachwuchs einen Bogen um unsere Veranstaltung machen, hätten wir grundlegend etwas falsch gemacht. Dem Großseminar ist zwar der Ruf zu eigen, eine besonders familiäre Atmosphäre aufzuweisen; dies aber nicht, weil jedes Mal einzig dieselben altbekannten Vertreter dort erscheinen, sondern vor allem, weil wir als Veranstalter alles selber machen. Hinsichtlich der Teilnehmer verzeichnen wir jedes Jahr neue und junge Besucher, von denen wir positives Feedback und die Zusage zu einer erneuten Teilnahme erhalten. Ich denke, dieser Mix aus jungen und erfahrenen Branchenvertretern sowie der familiären Atmosphäre ist das Besondere, das unsere Veranstaltung auszeichnet.

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