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Verbindung von Alt und Neu

Lösungen für Neubau nahe Bestandsgebäude gefunden

Einhäuptige Betonage über 6 m mit Stützbock STB 450.

Hamburg (ABZ). – Das Springer Quartier in Hamburg verbindet durch seine geografische Lage Neu- und Innenstadt. Ebenfalls wird nun das sanierte und unter Denkmalschutz stehende Axel-Springer-Hochhaus mit einem angrenzenden Neubau von rund 45 000 m² verbunden. Der Neubau mit drei Untergeschossen und acht überirdischen Etagen forderte neben einer großen Menge an Schalungsmaterial auch planerische Kompetenz, um das Projekt von regulären Betonflächen bis hin zu Sonderschalungen effizient zu realisieren. Bei einem Projekt dieser Größenordnung waren passgenaue Schalungen, gute Abstimmung und eine effiziente Logistik besonders wichtig. Als Partner der ausführenden Ed. Züblin AG Hamburg unterstützte Meva daher das Bauunternehmen bei diesem Projekt. Zwei der drei Untergeschosse wurden einhäuptig gegen die bestehende Bohrpfahlwand betoniert. Die Außenwände der beiden Geschosse konnten somit gleichzeitig erstellt und die Decken nachträglich angeschlossen werden. Bei der Betonierhöhe von rund 6 m kam der Stützbock STB 450 zum Einsatz, um den entstehenden Frischbetondruck über die Schalungsfläche in den Stützbock und über ihn in das Fundament abzuleiten. Aufgrund der flächenfertigen Sohle im dritten Untergeschoss setzten die Schalungsexperten von Meva bei der Verankerung Glättkappen ein. Diese Hilfsmittel aus Hartschaumstoff hinterlassen beim Entfernen der eingesetzten Anker später ein gleichmäßiges Bild auf der Bodenplatte, denn diese sollte anschließend nicht nachbearbeitet werden.

Während im gesamten Neubau Regelgeschosshöhen von 3 m vorgesehen sind, ist das Erdgeschoss mit der Empfangshalle insgesamt 6 m hoch. Zur Unterstützung der lokal erstellten Stahlbetondecke kamen MEP-Traggerüste zum Einsatz. Durch die verstellbaren Diagonalkreuze für jeden Stützenabstand von 0,9 m bis 3 m passte sich das modulare System flexibel der Gebäudegeometrie an.

Diese Flexibilität zahlte sich im Verlauf der Bauarbeiten mehrfach aus, denn Brüstungen und Randunterzüge der Obergeschosse erforderten flexible, klappbare Deckentische. Diese wurden nach der Fertigstellung des Erdgeschosses mit den frei gewordenen MEP-Traggerüsten erstellt. So wurde das System durchgängig genutzt und es musste auf der engen Baustelle mit angrenzendem Bestandsgebäude und ohnehin begrenzten Lagerflächen nicht vollständig abgebaut und verstaut werden. Den positiven Ablauf lobt Bauleiter Christoph Wieghaus und sagt: "Die Zusammenarbeit mit Meva hat wirklich gut funktioniert. Wir haben uns von Anfang an gemeinsam an einen Tisch gesetzt und konnten somit passend zu unserem Projekt einen effizienten und praktikablen Ablaufplan entwickeln."

Da Brüstungen und Randunterzüge die Öffnung am Deckenrand auf 2,48 m begrenzten, erarbeiteten die Meva-Ingenieure eine clevere Lösung, um die 3 m hohen Deckenrandtische dennoch per Kranhub versetzen zu können. Das patentierte Schnell-Absenk-System (SAS) an den MEP-Stützen der Tische erlaubte es zunächst, die MevaFlex-Deckenschalung abzusenken und so die Höhe zu reduzieren. Mit einem klappbaren Keilkopf war es darüber hinaus möglich, die Deckentische einzuklappen, sodass sie durch die Öffnung hindurchpassten und mit einem Kran versetzt werden konnten.

Dort, wo der Neubau auf das Bestandsgebäude trifft, entstehen zudem sechs elliptische Lüftungsbauwerke. Die individuellen Formen, ein diagonal verlaufender Versatz im Boden sowie hohe Sichtbetonanforderungen verlangten dabei nach passgenauen Sonderschalungen. Da diese Bauwerke später in einer geraden Linie verlaufen, die sich dem stufigen Versatz im Boden schrittweise annähert, entwickelten die Meva-Ingenieure auf Grundlage des Gebäudemodells der Ed. Züblin AG eine zweiteilige Sonderschalung. Während die Deckel der Sonderschalung individuell gestaltet wurden, bleibt der Fuß gleich und lässt sich schrittweise zurückbauen. So wird im Verlauf der Bauarbeiten eine Annäherung an den stufigen Versatz zwischen den beiden Gebäuden erreicht. Die Sonderschalung aus Holzabbund ist somit wirtschaftlich und liefert gleichzeitig hervorragende Sichtbetonergebnisse.

Bauleiter Christoph Wieghaus ist zufrieden. Er lobt die individuelle Planung und den verlässlichen Support von Meva: "Die Zusammenarbeit mit Meva hat sehr gut funktioniert. Planung, Schalung und Service waren sehr flexibel. Selbst Rücklieferungen waren kurzfristig und problemlos möglich, wodurch wir aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse besonders profitiert haben."

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 48/2019.

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