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Verjüngungskur verpasst

Industriedenkmal wird zur Top-Adresse

Wer in die Mannheimer Hafenstraße zieht, wohnt in guter Gesellschaft: Die Pop-Akademie, das Gründerzentrum und komfortable Lofts haben die Örtlichkeit aufgewertet. Jüngst trug auch die Sanierung des fast 120 Jahre alten Getreidesilos mit seiner Backsteinfassade zur Attraktivitätssteigerung bei. Dabei kam die Innendämmung iQ-Therm von Remmers erfolgreich zum Einsatz.

Mannheim (ABZ). – Wo früher einmal Hafer, Weizen und Roggen gelagert und umgeschlagen wurden, lässt es sich heute komfortabel wohnen. Ein altes Silogebäude bzw. die Kaufmannmühle im Mannheimer Industriehafen wurde saniert und für die Umnutzung vorbereitet. Mit dabei: das iQ-Therm-System für die Innendämmung der denkmalgeschützten Fassaden mit ihrem Backsteindekor. Das Schmuddel-Image hat der Mannheimer Industriehafen erfolgreich abgelegt. Dazu trugen auch Sanierungsmaßnahmen wie jene am alten Getreidesilo bei. Inzwischen handelt es sich um eine gefragte "In"-Adresse und ist eine bevorzugte Wohnlage mit Blick aufs Wasser. Im Jahr 2004 siedelte sich die Popakademie dort an. Seither wurde die Hafenstraße mit neuem Pflaster und eleganten Laternen umgestaltet, entlang des Kanals eine Promenade angelegt und neben der Kanalbrücke ein Gründerzentrum für Kreative errichtet.

Die 1881 bis 1883 errichtete Kaufmannmühle war die erste dampfbetriebene Großmühle Mannheims. Ergänzt wurde sie um 1900 durch das Silogebäude. Die Bausubstanz des Backsteinensembles überstand beide Weltkriege, nur schwerlich jedoch die Jahre des Leerstands nach der Stilllegung 1960. Erst als der Immobilienmarkt Mannheims eine Umnutzung zu Wohnraum lukrativ erscheinen ließ, konnten die Gebäude vor dem endgültigen Verfall gerettet werden. Schrittweise baut der Investor Reinhard Suhl dort nun Lofts ein.

Blick auf die Südfassade des Silogebäudes. Von den neuen Fenstern und Balkonen kann man die Aussicht auf das Kanalufer genießen, das mit neuen Leuchten und einer Stadtterrasse aufgewertet wurde.

Um das Gebäude überhaupt erhalten zu können, trug das Denkmalamt radikale Eingriffe in die Bausubstanz mit. Die Fassaden wurden mit großzügigen Fensteröffnungen perforiert und um eine Vielzahl von Balkonen ergänzt. Das Innere wurde komplett entkernt und nimmt einen Neubau aus Stahlbeton auf, der nun erstmals nutzbare Geschossflächen bietet. Er erhielt erdbebensichere Fundamente und überragt die alten Backsteinmauern um drei Stockwerke. Bei der energetischen Sanierung und Gestaltung der Fassaden legte man Wert auf die Unterscheidung von Alt und Neu. Wo es früher bereits Öffnungen gab, erhielten die Isolierglas-Fenster wieder Sprossen, die an das überlieferte Erscheinungsbild anknüpfen. Wo jedoch neue Öffnungen in die Wände gebrochen wurden, zeigen sich die Fenster sprossenlos modern. Klar war, dass das Mauerwerk aus gelbem und rotem Backstein sichtbar bleiben und keinesfalls hinter einem WDVS verschwinden sollte. Für den nötigen Wärmeschutz sorgt stattdessen die iQ-Therm-Innendämmung von Remmers. Insgesamt galt es, Wandflächen in der Größenordnung von 1400 m² energetisch zu ertüchtigen. Das energetische Konzept erstellte das Energieberatungsbüro Preiß aus Schwäbisch Gmünd.

Aus Sicht des Bauherrn war es wichtig, eine möglichst dünne Dämmung zu finden, für die nicht zu viel Wohnfläche geopfert werden muss. Deshalb sei iQ-Therm ideal gewesen, so der Hersteller. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,031 W/(mK) konnte der hygienische Mindestwärmeschutz bereits mit der 50 mm dicken Innendämmplatte hergestellt werden. Das Geheimnis des Dämmstoffs: Er warte mit dem geringen Wärmedurchgang einer PUR-Hartschaumplatte auf, biete aber eine deutlich bessere Wasserdampfdiffusionsfähigkeit und kapillare Leitfähigkeit, so Remmers.

Sockel aus Sandstein, Lisenen aus rotem und Wandfüllungen aus gelbem Backstein: Das Sichtmauerwerk wurde erhalten und von innen gedämmt.

Falls sich im Wandaufbau Tauwasser bildet, wird es über die kapillaraktiven Stege in die raumseitig liegende Putzschicht transportiert und kann dort an die Raumluft abgegeben werden. Berücksichtige man dabei, dass Kapillarwassertransport etwa um den Faktor 10000 effizienter ist als Wasserdampfdiffusion, so lasse sich leicht erkennen, dass iQ-Therm keine Feuchteansammlungen zulässt, teilt der Hersteller mit.

Weil bei der Innendämmung die Verarbeitung im Gesamtsystem wichtig ist, wurden die Platten mit dem Remmers Klebemörtel iQ-Fix auf der Wand befestigt und anschließend mit dem Feinspachtel iQ-Fill Q4 überputzt. Die Arbeiten auf der Baustelle übernahm die Firma Doege und Sohn aus Mainz. Bei den Laibungen von Fenstern und Türen setzte sie auf spezielle, besonders schlanke Dämmplatten: iQ-Therm L-15 besitzen eine Wärmeleitfähigkeit von 0,028 W/(mK) und sind nur 15 mm dick.

Das Zusammenspiel der iQ-Therm Systembestandteile verhindert, dass an den Laibungen Wärmebrücken entstehen. Auch bei den neuen Innenwänden, die in die Fassaden einbinden, galt es, dieses Problem zu lösen. Zur Kompensation von Schimmel und Wärmebrückeneffekten im Decken- und Wandanschlussbereich wurden iQ-Therm K50 (keilförmige Dämmplatten) installiert. Sie erhöhen die Wandoberflächen-Temperaturen in geometrisch bedingten Wärmebrücken wie Gebäudeecken. Beste Voraussetzungen für behagliches Wohnen am Wasser.

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