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VFF-Fachtagung Normung und Technik

Planungsfragen bestimmten die Diskussion

Auf der Fachtagung sprachen Gerhard Lehner, Prof. Christian Niemöller, Prof. Dr. Martin Spitzner, Christian Anders, Frank Koos, Markus Christoffel, Jörg Wellendorf und Knut Junge (v. l.).

Frankfurt/Main (ABZ). – Die Bauteile und ihre Montage werden komplexer. Damit wachsen auch die Aufgaben in der Werkplanung und der Dokumentation im Fenster- und Fassadenbau. Wie diese Aufgaben im Detail aussehen und in der Praxis umgesetzt werden, war kürzlich Thema der Fachtagung Normung und Technik des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) in Frankfurt am Main.

VOB-Experte Markus Christoffel vom VFF gab auf der Tagung einen Überblick über die neu aufgelegten VFF-Merkblätter zu den Themen Schnittstellen-Definition (VOB.01) und Werkplanung/Dokumentation (VOB.02). Ihre Sichtweisen auf Ausführungsplanung, Werkplanung und Dokumentation erläuterten Metallfenster- und Fassadenhersteller Christian Anders von Anders Metallbau, Holzfensterhersteller Gerhard Lehner von Schindler Fenster + Fassaden, Kunststofffensterhersteller Jörg Wellendorf von TMP Fenster + Türen und Rechtsanwalt Prof. Christian Niemöller von SMNG.

Wie Planungsaufgaben hin- und hergeschoben würden und wie man das vermeiden oder nutzen könne, bestimmte dabei die Diskussion. Es sei sehr wichtig, dass der Auftragnehmer wisse, dass die Planung seine Aufgabe sei – am besten schon bei Vertragsabschluss. Darüber waren sich die Teilnehmer der Diskussion einig.

Planungsfragen standen auch im Fokus der weiteren Vorträge. Knut Junge vom Sachverständigenzentrum des ift-Rosenheim stellte die ift-Fachinformation BA-02/1 zum Thema "Empfehlungen zur Umsetzung der Barrierefreiheit im Wohnungsbau mit Fenstern und Türen" vor. Er erläuterte, dass etwas barrierefrei ist, wenn man es erkennen, verstehen, erreichen und nutzen kann. Auch Farbenblinde und Sehbehinderte müssten also bspw. Tür und Türgriff gut erkennen können, ihren Gebrauch verstehen, die Türen leicht öffnen oder schließen können und sicher hindurchkommen. Da die Anforderungen der Nutzer teilweise widersprüchlich seien, müsse bei den Lösungen immer auf die spezifischen Anforderungen der Nutzer geachtet werden.

Frank Koos, Geschäftsführer des VFF für Normung, Technik und internationale Aktivitäten, erläuterte die freie Lüftung nach der demnächst erscheinenden Norm DIN 1946-6. Es werde einfacher, ein Lüftungskonzept zu erstellen, so Koos. Zudem fordere die DIN 1946-6 die Planung und Dokumentation einer lüftungstechnischen Maßnahme unter bestimmten Bedingungen. Systeme der freien/natürlichen Lüftung seien weiterhin zulässig. Es gebe keine Verpflichtung zur ventilatorgestützten Lüftung. Und schließlich gab er noch den Hinweis: "Lüftungsplanung ist Aufgabe des Planers und i.d.R. keine Aufgabe für den Fensterhersteller, es sei denn, er übernimmt die Planungsleistung."

Prof. Dr. Martin Spitzner von der Hochschule Biberach sprach schließlich über die Planungsaufgabe "Gleichwertigkeitsnachweis bei Wärmebrücken". Hilfe dazu biete das neue Beiblatt 2 zur DIN 4108 mit vielen konkreten Beispielen.

"Das Bewusstsein für die Schnittstellen bei der Ausführung von Fenster- und Fassadenaufträgen ist die Grundlage für eine den Erfordernissen angepasste Planung und Dokumentation. Bei unseren hochkomplexen Bauelementen und angesichts der baurechtlichen Entwicklung ist dies keine Kleinigkeit mehr, die in der Regel nicht mit einfachen Skizzen gelöste werden kann", betonte Obmann Christian Anders nach der Veranstaltung. "Wir müssen jedoch darauf achten, dass wir nicht ohne Weiteres Planungsaufgaben übernehmen, die von anderen geleistet werden müssen. Denn dies zieht auch eine Verschiebung von Verantwortlichkeiten nach sich."

Nach Mitteilung des Veranstalters war die Tagung mit rd. 80 Teilnehmern sehr gut besucht.

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