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Holzfaserdämmung ist praktizierter Klimaschutz

Holzfaserdämmung Klimaschutz
An Fassaden werden Holzfaserplatten als dämmende Bestandteile bauaufsichtlich zugelassener Wärmedämmverbundsysteme eingesetzt. Foto: Achim Zielke/VHD

WUPPERTAL (ABZ). - Im Neubau wie auch bei der energetischen Sanierung von Bestandgebäuden werden Dämmstoffe aus Holzfasern im Dachbereich, an der Fassade sowie in Innenräumen vor allem zum Schutz vor Raumwärmeverlusten, sommerlicher Hitze, Straßenlärm und Trittschall eingesetzt. Bei der Verarbeitung ist die Hand des Fachmanns gefragt, denn die Bauphysik hat ihre eigenen Gesetze, die man kennen und gerade beim Dämmen von Gebäuden beachten muss. Der Verband Holzfaser Dämmstoffe (VHD) weist auf die Vielseitigkeit des nachwachsenden Naturwerkstoffs Holz hin und hebt dabei die klimaschützende Funktion von Holzfaserdämmstoffen hervor.

"Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass sich Baumaterialien aus Holz – also bspw. Konstruktionsvollholz, Holzleimbinder oder Dämmstoffe aus Holzfasern – über ihre gesamte Lebensdauer hinweg durch eine bemerkenswerte Ökobilanz auszeichnen. Schon eine einzige Tonne Fichtenholz, wie sie beispielsweise zur Herstellung von Holzfaserdämmplatten verwendet wird, befreit während der Wachstumsphase im Wald die Luft von nahezu zwei Tonnen CO2. Mehr noch: Das herausgefilterte CO2 wird im Fichtenholz dauerhaft gebunden und verbleibt dort für die gesamte Zeit, in der die Fichte in Form ökologischer Bauprodukte fortbesteht", erläutert VHD-Geschäftsführer Dr. Tobias Wiegand die klimaschützende Funktion des nachwachsenden Naturprodukts Holz.

Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen erweisen sich gegenüber konventionellen Industrieerzeugnissen in ökologischer Hinsicht als vorteilhaft. Bspw. lässt ein durchschnittlich großes Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 140 m², das von einem Zimmereibetrieb aus insgesamt 10 t Nadelholz errichtet und mit Holzfaserdämmstoffen gedämmt wird, den CO2-Gehalt der Atmosphäre um stolze 20 t sinken. Dabei kommt der verbauten Speichermasse besondere Bedeutung zu: Je mehr Gewicht eine Holzfaserdämmplatte auf die Waage bringt, desto mehr Kohlendioxid kann sie binden und umso größer ist ihr Beitrag zum Klimaschutz.

Zu dieser reinigenden Funktion gesellen sich viele weitere positive Eigenschaften wie etwa die, dass die Bearbeitung von Fichtenholz vergleichsweise nur wenig Energie erfordert. Bei der Holzernte mit dem "Harvester" und der Bearbeitung des gefällten Baumes mit professionellen Motorsägen gelangen weniger als 1 % der Menge an Kohlendioxid in die Atmosphäre, die das Stammholz in sich gebunden hat. Außerdem verbessert Holz in Form ökologischer Holzfaserdämmstoffe die Wärmedämmung von Häusern erheblich und trägt somit dazu bei, Heizenergie einzusparen. Entsprechend positiv gestaltet sich die Ökobilanz von Holzfaserplatten, die beispielsweise in diffusionsoffenen Wärmedämmverbundsystemen zur Fassadendämmung zum Einsatz kommen. Vor allem im Immobiliensektor bieten sich Gelegenheiten zuhauf, etwas nachhaltig Sinnvolles für den Klimaschutz zu tun. Fakt ist, dass mindestens ein Drittel bis die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland auf die Privathaushalte entfällt. Nahezu drei Viertel der privat verbrauchten Energie dienen zum Beheizen von Wohnräumen, von denen 75 % aus der Zeit vor 1978 stammen. Mehr als die Hälfte aller Altbauten wird allein Deutschland bis 2020 energetisch zu sanieren sein. Rein statistisch betrachtet, sind die Raumwärmeverluste bei Wohngebäuden im Bestand auf folgende Bauteile und Energieschlupflöcher zurückzuführen: Lüftung (27 %), Außenwände (20 %), Fenster (17 %), Heizung (13 %), Warmwasser (10 %), Dach (8 %), Keller (5 %). Ein Altbau-typischer Brennstoffbedarf von bis zu 30 l Heizöl bzw. Kubikmetern Gas pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr kommt bei einem unzureichend oder gar nicht gedämmten Haus leicht zustande. Zum Vergleich: Im Neubau liegt der durchschnittliche Brennstoffbedarf unter 7 l Heizöl bzw. Kubikmetern Gas pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr.

Aber nicht nur aus Gründen der Verbrauchsoptimierung macht es Sinn, Gebäude bestmöglich zu dämmen und dabei Dämmstoffen aus ökologischen Holzfasern den Vorzug zu geben. Vor allem ist es ein höchst effektiver Beitrag zum Klimaschutz, denn Nadelbäume, die das Rohmaterial für Holzfaserdämmstoffe liefern, nehmen schon während ihres Wachstums im Wald große Mengen Kohlendioxid in sich auf. Daher ist es nur konsequent, Holz nach dem Einschlag für den Hausbau bevorzugt zu verwenden, und zwar sowohl für die tragende Konstruktion als auch zum Dämmen der Fassade, des Dachs und der Gefache. Denn das gespeicherte Kohlendioxid bleibt im verbauten Holz ein Häuserleben lang gebunden. Bauen mit Holz steht insofern in einem fortwährenden natürlichen Prozess, der das Klima dauerhaft und nachhaltig entlastet.

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