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Voller Energie

Elektrizitätswerk zum Wohnhaus für vier Familien umgebaut

In einer denkmalgeschützten Schlossanlage aus dem 16. Jahrhundert wurde ein Elektrizitätswerk in ein Wohnhaus für vier Familien umgebaut. Wo früher Energie erzeugt wurde, vibriert es heute förmlich voller Energie und Tatendrang seiner 13 neuen Bewohner. Seit Herbst 2019 wohnen vier Familien mit neun Kindern in einem Gebäude im Schlossensemble Blumenthal bei Aichach, das seit seiner Errichtung 1809 unterschiedlich genutzt wurde und in den vergangenen Jahren leer stand.

Blumenthal (ABZ). – Ein Elektrizitätswerk inmitten einer denkmalgeschützten Schlossanlage aus dem 16. Jahrhundert wurdein ein Wohnhaus für vier Familien umgebaut. Die Sanierung der Außenwände erfolgte als Innendämmung mit Poroton-WDF.

Wo früher Energie erzeugt wurde, zuerst als Mühle dann als Elektrizitätswerk, vibriert es heute förmlich voller Energie und Tatendrang seiner 13 neuen Bewohner. Seit Herbst 2019 wohnen vier Familien mit neun Kindern in einem Gebäude im Schlossensemble Blumenthal bei Aichach, das seit seiner Errichtung 1809 unterschiedlich genutzt wurde und in den vergangenen Jahren leer stand. Möglich machte dies eine gründliche und qualitätsvolle Komplettsanierung nach hohem ökologischen Standard.

Die Dämmung der gut erhaltenen Ziegel-Außenwände wurde aus Gründen des Denkmalschutzes als Innendämmung ausgeführt, die Wahl des Baustoffes fiel auf das keramische Wärmedämmsystem Poroton-WDF. Der moderne Baustoff von Schlagmann Poroton erfüllte die Vorgaben der Bauherren nach einer ökologischen wie auch bauphysikalisch einwandfreien Lösung. Ausschlaggebend war zudem, dass das Dämmsystem ein gesundes Raumklima schafft, sowohl in der Region als auch klimaneutral produziert wird.

Die Bausubstanz zeigte unterschiedliche Stärken und Schwächen. Das Mauerwerk im Dachgeschoss mit 30 cm Wandstärke war bei weitem nicht ausreichend.

Das ursprüngliche Schloss Blumenthal, gegründet durch den Deutschherrenorden und 1296 erstmals erwähnt, wurde 1568 als vierseitiges Wasserschloss erbaut. Heute befindet sich die Hofanlage im Eigentum der Gemeinschaft Blumenthal, einem alternativen Modell für ein "Zusammenleben in Freiheit und Verantwortung für sich und füreinander", das 2006 von acht Familien gemeinsam erworben wurde. Sie betreiben dort ein Hotel, ein Gasthaus mit Biergarten, eine solidarische Landwirtschaft, einen Seminarbetrieb und weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Veranstaltungen wie Festivals, Konzerte und Kunstaktionen. Und die Gemeinschaft wächst, aktuell leben 43 Erwachsene und 18 Kinder in Blumenthal. Weshalb weiterer Wohnraum dringend benötigt wurde.

Das "Blaue Haus", eines der Gebäude im denkmalgeschützten Rund mit wechselvoller Nutzungsgeschichte, stand bereits seit vielen Jahren leer und bot sich dafür an. Im 19. Jahrhundert als Mühle erbaut beherbergte es vor rund 100 Jahren das erste Elektrizitätswerk in der ländlichen Gegend des Wittelsbacher Landes, war Künstlerhaus und Interimswohngelegen-heit, bevor es in den vergangenen Jahren meist leer stand. So wurde ab Herbst 2018 das letzte noch unsanierte Gebäude in Blumenthal für die sehr beengt wohnenden Familien umgebaut und auf den neuesten Stand gebracht – KfW Energieeffizienzhaus 70 Standard.

Es entstanden vier Familienwohnungen mit jeweils rund 110 m² Wohnfläche und drei kleinere, rund 25 m² große Appartements für Paare oder alleinstehende Mitglieder der Gemeinschaft. Im Spätsommer 2019 konnten bereits die ersten Familien ihr neues Domizil beziehen.

"Vulkan in der Mauer", so titelte die Blumenthaler Schlosszeitung ihren Bericht über die Sanierung. Und bezog sich dabei auf die wärmedämmende Perlitfüllung der Dämmziegel Poroton-WDF, die speziell für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden entwickelt wurde.

Denn Perlit ist ein natürlicher Dämmstoff, der aus vulkanischem Gestein entsteht, unter anderem frei von Schadstoffen und Ausdünstungen (Emissionen) ist, keinen negativen Einfluss auf die Umwelt hat und später gut entsorgt oder wiederverwertet werden kann. Ziegel und Perlit in Gemeinschaft sorgen für ein gesundes Wohnklima, das belegen mehrere Öko-Zertifizierungen, wie "natureplus" und der "Blaue Engel". Die WDF entspricht somit voll und ganz den Anforderungen der Bauherren.

Das Gebäude von 1809 (l.) sowie das gesamte Schlossensemble stehen unter Denkmalschutz. Auf dem gesamten Gelände sind neben Wohngebäuden ein Hotel, ein Gasthaus mit Biergarten und eine solidarische Landwirtschaft untergebracht. Außerdem finden dort regelmäßig Veranstaltungen wie Festivals, Konzerte und Kunstaktionen statt.

"Um unseren Folgegenerationen eine intakte Umwelt zu hinterlassen, sind für uns hohe ökologische Standards beim Bauen Pflicht", so Gemeinschaftsmitglied und Architektin Claudia Buhmann. "Wir wollten einen monolithischen Wandaufbau herstellen, um ein gutes Raumklima erzeugen zu können. Die denkmalgeschützte Außenwand ließ eine konventionelle Dämmmaßnahme ausscheiden. Daher haben wir nach einem Dämmstoff gesucht, der die bauphysikalisch schwierigen Anforderungen einer Innendämmung bei massivem Mauerwerk günstig beeinflusst. Ein gesundes Raumklima, geringe Emissionen und die Produktion im nur wenige Kilometer entfernten Ziegelwerk Aichach ergänzen unsere Ansprüche an einen ökologischen Baustoff." Aichach ist ein Schlagmann-Standort.

Die rund 120 Jahre alte Bausubstanz zeigte unterschiedliche Stärken und Schwächen. Während die Wände in den unteren Etagen mit einem 47 cm starken Ziegelmauerwerk eine solide Basis bildeten, war das Mauerwerk im Dachgeschoss mit 30 cm Wandstärke dagegen bei weitem nicht ausreichend. So wurden insgesamt 700 m² Wandfläche innenseitig mit WDF gedämmt.

Dabei konnten die Unebenheiten und die Schrägstellung des Bestandsmauerwerks einwandfrei ausgeglichen werden, was mit den verschiedenen lieferbaren Steinstärken von 180, 120 und 80 mm einfach zu bewerkstelligen war. Denn im Gegensatz zu anderen Dämmsystemen wird die WDF nicht an die bestehende Wand geklebt, sondern freistehend davor aufgemauert. Dadurch werden von vornherein Probleme vermieden, wie sie beispielsweise durch lose Putzstellen entstehen können. Auch stellen Unebenheiten im Bestand kein Problem dar, denn intakter Bestandsputz muss im Regelfall nicht entfernt werden. Nicht zuletzt erfordert diese Konstruktion keine Gewebeeinlage – sie gewährleistet somit eine unproblematisch durchführbare und bewährte Planziegelverarbeitung. Herkömmliche Elektroinstallationen sowie die sichere Anbringung von Gegenständen sind mit dem richtigen Werkzeug beziehungsweise empfohlenen Dübeln möglich. Die WDF zeichnet sich im Vergleich zu herkömmlichen Dämmsystemen durch eine robuste, langlebige Konstruktion sowie niedrige Instandhaltungskosten aus. Poroton-WDF ist faktisch betrachtet eine massive Ziegelwand, gefüllt mit dem natürlichen Dämmstoff Perlit. Sie ist einfach und sicher in der Verarbeitung und bietet einen hohen Brandschutz. Das System erfüllt alle Aspekte einer baubiologisch sinnvollen und ökologischen Wärmedämmung.

Es trägt dazu bei, Energiekosten erheblich zu reduzieren und steigert den Wert einer Immobilie. Poroton-WDF ist ein diffusionsoffenes, kapillaraktives Innendämmsystem. Die porige Struktur des mineralischen Baustoffs ermöglicht eine optimale Feuchtepufferung im Innenraum und schafft auf diese Weise ein angenehmes Wohnklima. Die umsichtige Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes unter Erhalt und Rekonstruktion der ursprünglichen Fassade zeigt, dass die strengen Auflagen seitens des Denkmalschutzes durchaus mit den Forderungen der EnEV in Einklang zu bringen sind. Mit einer Innendämmung mit Poroton-WDF konnte die ursprüngliche Bausubstanz erhalten bleiben, und damit auch der typische Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes von 1809. Im Zuge der Umbauarbeiten wurde eine Gedenktafel restauriert, auf der die Jahreszahl 1568 zu lesen ist und die auf den Deutschherrenorden zurück geht, der in diesem Jahr das Schloss fertig gestellt hat. Die Tafel schmückt jetzt die Fassade des neu sanierten Wohngebäudes.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 51/2020.

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