Von A14 bis Bauhaus-Museum

Die größten Baustellen Sachsen-Anhalts

von: Simon Ribnitzky

Magdeburg (dpa). - Autobahnneubau im Norden, ein Wander- und Skigebiet im Harz und ein neues Bauhaus-Museum in Dessau: Es wird fleißig gebaut im Land. Doch nicht bei allen Großprojekten geht es zügig voran. Ob in der Altmark oder in der Landeshauptstadt, im Harz oder den Lutherstädten: An großen Baustellen herrscht in Sachsen-Anhalt kein Mangel. Ein Überblick zum Stand der wichtigsten Projekte.


A14-NORDVERLÄNGERUNG: Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben Teilstücke bereits fertig gestellt, in Sachsen-Anhalt dauert es noch eine Weile. Baubeginn für den 8 km langen Abschnitt zwischen Colbitz und Tangerhütte soll im Sommer 2017 sein, der Bund gab 65 Mio. Euro dafür frei. An anderer Stelle wird derzeit nicht gebaut. Streit vor Gericht mit Naturschützern hatte es bis zuletzt um das sich nördlich anschließende Teilstück bis Lüderitz gegeben. Im Gegenzug für zusätzliche Maßnahmen zum Lärm- und Naturschutz verzichtet der BUND jetzt auf weitere juristische Schritte - auch hier kann also bald mit dem Bau begonnen werden. Die Nordverlängerung der A14 soll künftig Magdeburg mit Schwerin verbinden - insgesamt reicht die Autobahn dann von der Ostsee bis zur A4 bei Dresden. Anfang der 2020er-Jahre soll es soweit sein.

CITY-TUNNEL MAGDEBURG: Eines der größten kommunalen Bauprojekte im Land sind die Arbeiten rund um den Magdeburger Hauptbahnhof. Der City-Tunnel soll 350 m lang werden, Autos dann unterirdisch am Hauptbahnhof vorbeifahren. Darüber ist eine Bahn für Straßenbahnen, Radfahrer und Fußgänger vorgesehen. Die Kosten für das umstrittene Projekt belaufen sich derzeit der Stadt zufolge auf rund 100 Mio. Euro - weit mehr als ursprünglich geplant. Wegen Verzögerungen beim Bau werden weitere Mehrkosten erwartet. Die Baustelle ist derzeit ein Nadelöhr. Um den Bau zu beschleunigen, soll sie ab April auch für Fußgänger, Radfahrer und Straßenbahnen gesperrt werden. Fertig werden soll der Tunnel bis Herbst 2019. Der BUND fordert, die Bauarbeiten wegen der Kostensteigerung abzubrechen.

BAHNKNOTEN HALLE: Die Modernisierung des Eisenbahnknotens dauert noch bis Ende 2019. Ende November war der Hauptbahnhof für eine Woche komplett gesperrt, weitere Vollsperrungen sollen nötig sein. In das Bauprojekt investiert die Deutsche Bahn rund 750 Mio. Euro. Die Maßnahmen sind Teil der Arbeiten an der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke von Berlin nach München. Diese soll bis Dezember nächsten Jahres komplett befahrbar sein. Halle ist auf dieser Strecke ein wichtiger Knotenpunkt.

ERLEBNISGEBIET SCHIERKE: Im Harz zwischen Schierke und Braunlage soll eine länderübergreifende Erlebnisarena entstehen. Geplant ist, das Gebiet das ganze Jahr über als Wander- und Skigebiet zu nutzen. Insgesamt sollen 25 Mio. Euro investiert werden. Zu sehen ist allerdings noch nichts: Erst im Frühjahr 2017 könnten die Planungen soweit sein, dass an einen Baustart zu denken sei, heißt es bei der Stadt Wernigerode. Bereits begonnen hat der Umbau des Eisstadions. Die unter Denkmalschutz stehende Arena in Schierke, einem Ortsteil von Wernigerode, soll überdacht werden und Kühltechnik erhalten. Im Sommer soll die Halle dann für andere Sport- und Kulturveranstaltungen dienen. Der Rohbau ist bereits abgeschlossen, im Dezember 2017 soll die Arena fertig sein.

BAUHAUS-MUSEUM DESSAU: Gerade erst begonnen haben die Bauarbeiten zum neuen Bauhaus-Museum in Dessau. Anfang Dezember wurde der Grundstein für das 25-Mio.-Euro-Projekt gelegt. Es entsteht eine gläserne Hülle mit einem schwebenden Balken. Das Museum soll zum 100.  Gründerjubiläum der Architektur- und Designschule im Jahr 2019 fertig sein. Das Bauhaus Dessau verfügt mit rund 40 000 Exponaten über die weltweit zweitgrößte Bauhaus-Sammlung - nur Berlin besitzt mehr. Bislang fehlt in Dessau allerdings der Platz, sie zu zeigen. Mit dem neuen Museum soll sich das ändern.

REFORMATIONSJUBILÄUM WITTENBERG: In der Lutherstadt gehen die Bauarbeiten zum Reformationsjubiläum im Mai auf die Zielgerade. Das Lutherhaus wird noch bis Anfang Februar für die Gäste aus aller Welt schön gemacht. Dann kehren auch die Exponate zurück, die während der Bauarbeiten in den USA gezeigt wurden. Am Augusteum zieht sich die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts noch bis Anfang April. Es entstehen unter anderem weitere Ausstellungsräume für die Nationale Sonderausstellung 2017.

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