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Vorteile von Gerüst-Dauerankern

Erstes System mit DIBt-Zulassung am Markt

Von Dominik Lutzke

Ausstattung & Zubehör, Gerüstbau, Zertifikate

Der Henning Gerüstdaueranker HGD 140-003 konnte als erster Gerüstdaueranker die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erlangen.

BAD SASSENDORF. - Seit im März 2009 durch Veröffentlichung eines Merkblatts der Bundesinnung für Gerüstbau, mit Auszügen aus der neuen DIN 4426, der Nutzen von Dauerankern in wärmegedämmten Fassaden kontrovers diskutiert wird, stehen auch heute noch viele Planer, Bauherrn und auch Fachbetriebe vor etlichen Fragen im Umgang mit wiederverwendbaren Dauerankern zur Befestigung von Fassadengerüsten.

Die Wiederverwendbarkeit der Daueranker wird in der Praxis häufig angezweifelt, da unterschiedliche Gerüstsysteme, mit unterschiedlichen Feldlängen scheinbar nicht praktikabel bei der Wiederverwendung von Dauerankern sind. Auch verschiedene Hersteller mit unterschiedlichen Verankerungssystemen haben sich Gedanken gemacht, um praxisorientierte Lösungen für diese Probleme zu finden. Das Hauptargument das gegen Daueranker sprechen soll, ist zumeist der Kostenaufwand für dauerhafte Verankerungssysteme, die Bauherrn und Planer natürlich gerne vermeiden würden, genauso wie auch der Gerüstbauer, der für diese Systeme in Vorleistung treten muss. Hierbei werden aber die Vorteile dieser Daueranker vernachlässigt. Der Gerüst- oder Fassadenbauer hat durch Dauerankersysteme zusätzliche Einnahmen und kann profitabler kalkulieren und anbieten. Darüber hinaus ist der vermeintliche Nachteil von Dauerankern für den Handwerker, eigentlich ebenfalls ein Vorteil, da aufgrund der Ankerpläne und Protokolle für jedes Bauvorhaben auch der ausführende Gerüst- oder Fassadenbauer namentlich benannt ist. Somit wird dieser auch nach Jahren für Instandhaltungsarbeiten sicherlich in die Auftragsvergabe involviert. Also ein klarer Vorteil für die Nachhaltigkeit, im sonst so wechselhaften Gerüstbauhandwerk.

Ebenfalls profitiert auch der Bauherr von Gerüstdauerankersystemen, denn wo sonst bei wiederkehrenden Gerüststellungendie Fassade sprichwörtlich zum "Schweizer Käse" wird, sind hier vorgegebene Verankerungspunkte fest installiert, welche immer wieder verwendet werden können und somit auch Schäden am Wärmedämmverbundsystem ausschließen. Alleine die Schäden an neu erstellten Fassaden, die durch das Herausdrehen der oft durch Windlasten und Bewegungen der Gerüste verformten, langen Ösenschrauben entstehen, können durch Daueranker vermieden werden. Diese trichterförmigen Beschädigungen durch Ausdrehen der verformten Ösenschrauben können nur schwerlich fachgerecht verschlossen werden und bilden zumeist eine bleibende, unschöne Optik an der neuen WDVS Fassade, ungeachtet dessen, das eine Einrüstung mit Ösenschrauben länger als 7cm Schaftlänge, alles andere als Standsicher ist. Es ist festgestellt worden, das Ösenschrauben mit Schaftlängen größer als 7 cm, sich bereits bei einer Belastung von 50 kg stark deformieren und somit eine Standsicherheit für Gerüste ausgeschlossen ist.

Daueranker setzen sich langsam durch, da viele die Vorteile von dauerhaften und wiederverwendbaren Verankerungssystemen erkannt haben, was bei Natursteinfassaden und Vorhangfassaden seit Jahrzehnten bereits gängige Praxis ist.

Es herrschte große Unsicherheit im Umgang mit Gerüstdauerankern vor, da es bislang keine Systeme mit bauaufsichtlicher Zulassung gab. Wohl haben bislang alle Hersteller von Gerüstverankerungssystemen statische Nachweise für Ihre Produkte und auch dementsprechende Freistellungen von Zulassungen, sind demnach aber eigentlich nur für temporäre Verankerung von Gerüsten zugelassen. Auf Nachfrage beim Deutschen Institut für Bautechnik, welche auch die Zulassungen für Bauprodukte erteilt, wurde hierzu klar unterschieden und wie folgt definiert: "Verankerungen von Fassadengerüsten, die dauerhaft im Bauwerk verbleiben und wiederholtverwendet werden, bedürfen für den Nachweis ihrer Verwendbarkeit einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung oder einer Zustimmung im Einzelfall. Verankerungen von Fassadengerüsten, die nur einmalig und temporär verwendet werden, sind entsprechend der ,Handlungsanweisung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten' der Berufsgenossenschaft für Bauwirtschaft zu behandeln. Eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung oder eine Zustimmung im Einzelfall ist hier nicht erforderlich."

Demnach ist ein sogenannter Daueranker nur dann ein wirklicher Daueranker, wenn dieser auch wiederverwendbar ist und eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung hat. Produkte ohne bauaufsichtliche Zulassung können demnach auch Verwendung finden, aber eben nur als temporäre bzw. einmalige Befestigung von Gerüsten, ohne wiederkehrende Befestigung am Anker.

Diese Aussage kann nicht grundsätzlich getroffen werden, denn im heutigen, hochtechnisierten Zeitalter gibt es Kunststoffe, die Metall in welcher Form auch immer, die Stirn bieten können und deutliche Vorteile bringen. So auch im Fall des Henning Gerüstdauerankers HGD 140-003, der als erster Gerüstdaueranker die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erlangen konnte und somit die Nase vorn hat, gegenüber den temporären Gerüstverankerungen aus Stahl. Zudem hat der Henning Gerüstdaueranker aus Kunststoff den Vorteil der thermischen Entkopplung und vermeidet dadurch Wärmebrücken in WDVS Fassaden. Weitere Vorteile die daraus resultieren sind natürlich auch das geringe Gewicht des Henning Dauerankers und die Wirtschaftlichkeit, denn bei einem Stückpreis von unter 25 Euro für die zugelassenen Komponenten des Dauerankersystem, bleiben die zusätzlichen Kosten in einem überschaubaren Rahmen für jedes Projekt. Dieser Daueranker ist auch äußerst schnell montiert, da nur ein Arbeitsgang mehr erforderlich ist, als bei einer Verwendung der bisher üblichen Ösenschrauben. Als Zeitrichtwert gibt der Hersteller für die Montage zwei bis drei Minuten pro Anker an und mit dem eigens entwickelten Spezialwerkzeug zur Aufnahme in Akku-Schraubern sogar noch weniger.

Immer mehr Kunden setzen auf das Henning Dauerankersystem, da es zu den bereits aufgezählten Vorteilen auch als Gesamtsystem überzeugt. Der Hersteller bietet auch einen Wärmedämmblock an, der den Daueranker passgenau umschließt, somit schnell in der WDVS Fassade integriert ist und eine deutliche Zeitersparnis mit sich bringt.

Zusätzlich vermeidet das Gesamtsystem auch hier wiedermal Wärme- bzw. Kältebrücken durch den Dämmblock und natürlich auch durch die thermische Entkopplung des glasfaserverstärkten Kunststoff Dauerankers. Beim Gerüstabbau wird dann die Verschlusskappe in den Daueranker eingedreht, wo zuvor noch die systemeigene Gerüstösenschraube montiert war und so lässt sich auch jederzeit ein Gerüst am selben Daueranker wiederkehrend befestigen, ohne Schäden an der WDVS Fassade und ohne erneute Bohrlöcher.

Das Henning Gerüstdauerankersystem ist derzeit ausgelegt auf die gängigsten Wärmedämmbereiche zwischen 140 und 240 mm zuzüglich Putz und Anstrich, soll aber bald auf größere Dämmbereiche erweitert werden, auch für eine Verankerung im Untergrund mit alternativen Befestigungsmitteln. Wer also über den Tellerrand hinausschaut und sich nicht grundsätzlich jeder Neuerung gegenüber verwehrt, wird feststellen, das Neuerungen nicht nur der Sicherheit dienen, sondern in jedem Bereich auch durchaus Vorteile bringen, die sich jeder Anwender, Planer und Bauherr zu Nutzen machen kann.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 5/2015.

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