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Wacker Neuson Universe 2018

Digitalisierung rückt zunehmend in den Fokus

Von Robert Bachmann

Sechs Tage lang konnten sich Kunden, Händler und Experten aus ganz EMEA kürzlich am österreichischen Produktionsstandort Hörsching über die aktuellen Neuentwicklungen bei Wacker Neuson informieren.

Neues aus Hörsching

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Hörsching/Österreich. – Sechs Tage lang konnten sich Kunden, Händler und Experten aus ganz EMEA kürzlich am österreichischen Produktionsstandort Hörsching über die aktuellen Neuentwicklungen bei Wacker Neuson informieren. Neben der Erweiterung der zero emission-Serie stand dabei v. a. das Thema Digitalisierung im Fokus. Neben der Zentrale in München gehört das Werk in Hörsching bei Linz zu den wichtigsten Produktionsstandorten des Unternehmens. Seit der Fertigstellung des Neubaus im Jahr 2012 werden dort unter modernsten Produktionsbedingungen die Bagger und Dumper von Wacker Neuson gefertigt. Rd. 17 000 Maschinen werden dort nach Angaben des Herstellers pro Jahr gefertigt. Der richtige Rahmen also für das Wacker Neuson Universe, das in diesem Jahr ganz im Zeichen innovativer Produktneuheiten aus dem Kompaktmaschinenbereich stand. Für das internationale Fachpublikum bot die hauseigene Leistungsschau sowohl die Gelegenheit, einen eindrucksvollen Blick hinter die Kulissen der Produktion zu werfen, als auch viele der neuen Produkt- und Servicelösungen direkt auszuprobieren.

Als Gastgeber begrüßten Martin Lehner, CEO und Vorstandsvorsitzender der Wacker Neuson Group, sowie Vertriebsvorstand Alexander Greschner und Gert Reichetseder, Geschäftsführer der Wacker Neuson Linz GmbH, die Besucher. Sie nutzten gleichsam die Gelegenheit, um die anwesenden Pressevertreter über die aktuelle Geschäftsentwicklung des Unternehmens zu informieren: 2017 sei für die gesamte Branche ein überaus erfolgreiches Jahr gewesen, erklärte Lehner. So auch für die Wacker Neuson Gruppe, die mit einem Wachstum von 13 % im Jahr 2017 schneller gewachsen sei als der Markt.

Wie in der Branche insgesamt würden sich aus dieser Entwicklung auch bei Wacker Neuson Herausforderungen ergeben: Kapazitätsengpässe bei Materialien, Rohstoffen und im Fachkräftebereich sowie daraus resultierende Preissteigerungen, längere Lieferzeiten und geringe Ersatzteilverfügbarkeiten.

Auf der Intermat in Paris erstmals vorgestellt, konnte der neue Elektro-Minibagger EZ17e in Hörsching nun ausgiebig getestet werden.

Ein Wermutstropfen für das Unternehmen dürfte auch die Ende Mai ausgelaufene strategische OEM-Partnerschaft im Bereich Minibagger zwischen Wacker Neuson und dem amerikanischen Baumaschinenhersteller Caterpillar sein. Ein Ersatz sei derzeit nicht geplant. Sowohl Lehner als auch Greschner zeigten sich gegenüber der Presse jedoch zuversichtlich, die entstehende Lücke aus eigener Kraft kompensieren zu können, und verwiesen auf zahlreiche weitere strategische Allianzen wie der erst im vergangenen Jahr geschlossenen Kooperation mit John Deere, die sich im Agrarmaschinengeschäft von Wacker Neuson bereits deutlich bemerkbar mache. Die Zielsetzung für das Geschäftsjahr 2018 ist ein weiteres Wachstum von 9 %, wie Lehner erklärte.

Mit welchen Produktinnovationen Wacker Neuson seine Kunden zu überzeugen gedenkt, zeigte sich anschließend in der Maschinenausstellung. Zu den Higlights gehörten einmal mehr die zero emission-Produkte von Wacker Neuson – jüngst ergänzt durch den vollelektrischen Zero Tail-Minibagger EZ17e. Erstmals auf der Intermat in Paris vorgestellt, konnten die Gäste des Wacker Neuson Universe in Hörsching erstmals Hand an den neuen 1,7 t Elektro-Bagger legen.

Als neuestes Mitglied der zero emission-Familie präsentierte Wacker Neuson in Hörsching den Elektro-Raddumper DW15e mit Allrad-Antrieb und 1,5 t Nutzlast. Der DW15e ist jeweils mit einem eigenen Elektromotor für den Fahrantrieb und für die Arbeitshydraulik ausgestattet, um Leistung bedarfsgerecht und unabhängig abzunehmen und den Energieverbrauch zu minimieren. Beim Bremsen der Maschine oder bei Bergabfahrt wird die Energie zurück in den Akku gespeist. Diese wird daher nicht wie üblich in Wärme umgewandelt, sondern zum Laden des Akkus genutzt. Die laut Hersteller wartungsfreie Batterie wird mit integriertem Ladegerät geliefert, das an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose angesteckt werden kann.

Sowohl der EZ17e als auch der DW15e werden dem Hersteller zufolge ab 2019 verfügbar sein.

Vertriebsvorstand Alexander Greschner informierte über die aktuelle Entwicklungsstrategie der Wacker Neuson Gruppe.

Die Innovationsfreudigkeit, die Wacker Neuson u. a. mit seinem frühzeitigen und umfangreichen Engagement im Bereich alternativer Antriebstechnologien bewies, ist nach Aussage von Martin Lehner, CEO und Vorstandsvorsitzender von Wacker Neuson, ein zentraler Stützpfeiler des aktuellen wie künftigen Unternehmenserfolgs. Diese Investition zahle sich nun aus, so Lehner. Während die gesetzlichen Bestimmungen zur Abgasreduzierung stetig strenger würden, könne Wacker Neuson bereits heute eine ganze Linie an Produkten anbieten, mit denen sich eine innerstädtische Baustelle komplett emissionsfrei und nahezu geräuschlos betreiben lasse. "Der konsequente Ausbau der Wacker Neuson zero emission Linie ist für uns die logische Konsequenz, wenn wir in die Zukunft blicken", so Lehner. Künftig soll es in jeder Hauptproduktgruppe mindestens ein emissionsfreies Produkt geben, wie der CEO erklärte.

Wichtig sei dabei, dass die Entwicklung nicht nur dem aktuellen Trend folge, sondern sich für die Kunden auch wirtschaftlich rechne. Ein zentrales Thema sei immer wieder die Laufzeit der Batterien. Vertriebsvorstand Alexander Greschner verwies in diesem Zusammenhang auf die rasante Geschwindigkeit, mit der sich die Akku-Technologie weiterentwickle. Habe man zu Beginn noch mit Akkus gearbeitet, die bei einem Gewicht von etwa 9 kg Energie für rd. 45 Min. boten, komme die neueste Generation bereits auf ein Verhältnis von 60 Min. Laufzeit bei 6 kg Gewicht.

Neuigkeiten gab es aber auch bei den klassisch dieselbetriebenen Baumaschinen. So präsentierte Wacker Neuson in Hörsching erstmalig auch den neuen 9 t Radlader WL95. Der größte Radlader im Sortiment wurde für besonders schweren Materialumschlag konzipiert, wonach insbesondere große Bauunternehmen und Recyclingbetriebe zunehmend verlangen würden. Mit dem neu entwickelten Getriebe ecospeedPRO, einem stufenlosen hydrostatischen Getriebe, fährt der WL95 ohne Schaltvorgang bis 40 km/h und besitzt laut Hersteller dabei eine höhere Zugkraft als vergleichbare Modelle. Der WL95 ist ab Oktober verfügbar.

Erstmals konnten außerdem die neuen "dual view"-Raddumper von Wacker Neuson getestet werden, die es von der 6- bis zur 10 t-Klasse geben wird. Die Bezeichnung "dual view" verweist auf das Drehsitz-Konzept der Dumper, wobei sich die gesamte Bedien- und Sitzkonsole bei Bedarf um 180° drehen lässt und dem Bediener damit immer eine klare Sicht in die Fahrtrichtung ermöglicht.

Zu den Highlights der Maschinenausstellung gehörte auch die neuen "dual view"-Raddumper von Wacker Neuson mit drehbarer Sitz- und Bedienkonsole.

Viel Raum wurde in Hörsching dem Thema Digitalisierung eingeräumt. Auch bei Wacker Neuson spielt diese Entwicklung eine zunehmend wichtigere Rolle. Von der Produktentwicklung über die Produktion selbst bis hin zu digitalen Lösungsangeboten für den Kunden und neuen Marketinginstrumenten befasst sich das Unternehmen umfassend mit diesem Thema.

Gezeigt wurde u. a. die neue Telematik-Lösung mit eigener App, die es nun auch erlaubt, CAN Bus-Daten direkt von der Maschine in das System zu überführen. Daneben wurden aber auch experimentellere Ansätze vorgestellt. U. a. demonstrierte Wacker Neuson einen simulierten Serviceeinsatz, bei dem sich der Techniker an der Maschine mittels einer Mixed-Reality-Brille von Experten aus der Ferne anleiten ließ, um eine Maschine zu reparieren.

An zwei weiteren Stationen wurden verschiedene Einsatzmöglichkeiten für Virtual-Reality-Brillen demonstriert. So können in der virtuellen Realität bspw. verschiedene Szenarien in der Produktion simuliert werden, etwa die planmäßige Montage eines Unterwagens, wie sie in der Demo gezeigt wurde. Damit könnten bspw. neue Mitarbeiter eingearbeitet werden. Auch neue Produkte und deren Handhabung können in der Virtuellen Realität lebensecht visualisiert werden. Das wiederum könnte ein nützliches Tool für den Vertrieb sein oder ein Werkzeug, um frühzeitig wichtiges Kundenfeedback einzuholen.

Auch mit dem Thema 3D-Druck befasst sich Wacker Neuson intensiv. Das Verfahren ermöglicht es u. a., ohne größeren Produktionsaufwand und in kurzer Zeit Prototypen neuer Bauteile anzufertigen. In Zukunft könnten derartige Technologien es bspw. erlauben, anhand von archivierten CAD-Daten Ersatzteile nachzuproduzieren, die regulär nicht mehr gefertigt werden.

Ganz oben auf der Agenda stehe die Vernetzung der verschiedenen Produkte. Langfristig sollen damit auch Themen wie das autonome Fahren bzw. die Automatisierung von Maschinenanwendungen in den Fokus rücken. Aktuell befinde man sich jedoch noch in einer umfassenden Experimentierphase, wie die Experten vor Ort betonten. Wichtig sei, Vieles auszuprobieren. Durchsetzen könne sich am Ende jedoch nur, was auch einen Mehrwert für den Kunden mit sich bringe.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 28/2018.

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