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Wärmeschutz durch Innendämmung

Denkmalgeschützte Kasernen umgebaut

Xella, Dämmstoffe, Modernisierung und Sanierung

Donnerschwee-Kaserne in Oldenburg: Der sogenannte Thomasblock ist das älteste Gebäude der Kaserne. Während die anderen Kasernen-Bauten zumeist aus dem Baujahr 1937 stammen, wurde das ehemalige Kaserneneingangs-Gebäude im Jahr 1882 errichtet. Der viergeschossige Gebäudeblock steht wie der Großteil der Kasernengebäude unter Denkmalschutz.

Oldenburg (ABZ). – Die ehemalige Donnerschwee-Kaserne in Oldenburg wird seit Ende 2014 sukzessive zu einem neuen Stadtquartier umgebaut. In einem ersten Bauabschnitt erfolgen u a. die Sanierung und der Umbau des sogenannten Thomasblocks. Zum von der Stadt Oldenburg geforderten Energieeffizienzhausstandard KfW 70 trägt maßgeblich eine aus denkmalpflegerischen Gründen erforderliche Innendämmung aus Multipor-Mineraldämmplatten bei. Sie sorgen laut Hersteller durch geringe Wärmeleitfähigkeit und eine rationelle Verlegung per Klebemörtel für einen wirtschaftlich erzielten hohen baulichen Wärmeschutz.

In der Kaserne Donnerschwee waren einstmals bis zu 12 000 Soldaten stationiert. Anfang der neunziger Jahre begann die schrittweise Verlegung von Einheiten an andere Standorte, bis im Jahr 2007 die Nutzung als militärische Einrichtung endete. Die danach weitgehend brach liegende Anlage wurde im Herbst 2012 von der Projektgesellschaft Parkresidenz Oldenburg GmbH & Co.KG mit ihrem geschäftsführenden Gesellschafter Gerald Breschke erworben Nach seinen Vorstellungen sollte auf dem rund 19 ha großen Gelände ein großzügiger Wohnpark mit über 700 Wohnungen und viel Grün drumherum entstehen. Die Planung übernahm der für den Investor schon bei anderen Konversions-Projekten tätige Architekt Uwe Thal aus Magdeburg. Er entwarf in enger Abstimmung mit der Stadt Oldenburg für das zu entwickelnde Stadtquartier ein zukunftsfähiges, sozialverträgliches Konzept. Für die neue Mischnutzung wurde neben Kleingewerbe und Dienstleistungsunternehmen vorrangig eine große Bandbreite unterschiedlichster Wohnformen und Wohnungstypen vorgesehen. Sie deckten die Wohnungsansprüche von Singles, Senioren und Familien ab und umfassten neben exklusiven Maisonette-Wohnungen u. a. auch preisgünstige Sozialwohnungen.

Zentrales Ziel bildete die möglichst weitgehende Erhaltung der vorhandenen Bausubstanz. Außer einigen Neubauten auf vorhandenen freien Flächen beinhaltete das Konzept deshalb vor allem die Sanierung und den behutsamen Umbau der ehemaligen Kasernengebäude zu Wohnraum. Im November 2014 wurde in einem ersten Bauabschnitt u. a. mit den Sanierungs- und Umbaumaßnahmen am Kasernengebäude mit der Nummer 25 begonnen. Der sogenannte Thomasblock ist das älteste Gebäude der Donnerschwee-Kaserne. Während die anderen Kasernen-Bauten zumeist aus dem Baujahr 1937 stammen, wurde das ehemalige Kaserneneingangs-Gebäude schon im Jahr 1882 errichtet. Der viergeschossige Gebäudeblock steht wie der Großteil der Kasernengebäude unter Denkmalschutz. Besonders beeindruckend sind außer dem repräsentativ wirkenden Erscheinungsbild mit Dicken von 68 bis 56 cm die imposanten Abmessungen der Außenwände aus Backsteinmauerwerk.

Für den umgebauten Thomasblock wurden insgesamt 81 Wohneinheiten mit Größen zwischen 50 und 160 m² eingeplant. Sie erhielten im Erdgeschoss jeweils eine Terrasse oder wurden dank einer vorgestellten Balkonanlage mit einem Balkon ausgestattet. Bei der Festlegung der Grundrisse achteten die Planer darauf, die Innenwände weitgehend zu erhalten. Die nachträglich zur Barrierefreiheit und zum erhöhten Komfort eingebaute Aufzuganlage wurde außen auf der Gebäuderückseite angeordnet.

Sanierung und Umbau übernahm als Generalunternehmer die mit Konversionsprojekten erfahrene Fa. Briesenhof aus Marl. Aufgrund der denkmalpflegerischen Vorgaben war für den baulichen Wärmeschutz der Fassaden eine Innendämmung gefordert. Hierbei bot sich aufgrund einer geringen Wärmeleitfähigkeit von nur 0,042 W/(mK) und hoher nachhaltiger Umweltverträglichkeit sowie insbesondere aus wirtschaftlicher Sicht die Multipor-Mineraldämmplatte der Xella Deutschland GmbH als ideale Lösung an. "Mit der Multipor-Dämmplatte hatte ich auch schon bei anderen Sanierungsprojekten positive Erfahrungen gemacht", betont Bauleiter Werner Elsberger.

Ein wesentlicher Vorteil war bspw., dass eine Dampfsperre nicht verlegt werden musste. Die diffusionsoffenen Multipor Mineraldämmplatten verfügen über einen hohen Anteil von geschlossenen, wärmedämmenden Luftporen. Anfallendes Tauwasser wird dadurch temporär von den Zellwänden der Luftporen aufgenommen und durch die natürliche Austrocknung der mineralischen Dämmung feuchteausgleichend an die Raumluft abgegeben. Die feuchteregulierende Wirkung der Dämmplatten trägt so für die zukünftigen Wohnungsnutzer zudem zu einem behaglichen Raumklima bei. Vorteilhaft war wie bei allen Bauvorhaben auch der gewährleistete hohe Brandschutz. Die nicht brennbaren Dämmplatten der Baustoffklasse A1 nach DIN 4102 erzeugen zudem unter Brandbelastung weder Rauch noch giftige Gase. Die Verlegung der Dämmplatten (600 x 390 x 100 mm) auf der Innenseite des Außenmauerwerks war aufgrund ihrer ausreichenden Fixierung mit dem kombinierten Armierungs- und Klebemörtel des Plattenherstellers unkompliziert. Eine Verdübelung der Dämmplatten musste nicht erfolgen. Die Holzbalkendecken konnten am Wandanschluss geöffnet werden, so dass zeitsparend eine durchgehende geschossübergreifende Innendämmung verlegt wurde.

Im Vergleich zu oft sehr schadhaften Wandoberflächen anderer Altbauten erwies sich die Innenseite des Außenmauerwerks als relativ stabiler Untergrund. "Eine Stabilitätsverbesserung oder Überarbeitung der Wandoberflächen war in der Regel nicht erforderlich", so Elsberger. "Nur in den ehemaligen Feuchträumen mussten natürlich die Fliesen abgeklopft werden." Der speziell auf die Multipor-Platte abgestimmte Mörtel wurde exakt nach den Herstelleranleitungen angerührt. Nach dem vollflächigen Auftrag auf die zu klebende Dämmplatte erhielt er zur besseren Haftung eine Durchkämmung per Zahntraufel. Beim anschließenden Einschwimmen an die Wand achteten die Verarbeiter beim Ansetzen der Platte insbesondere auf einen Abstand von rund 2cm zur zu stoßenden Platte. Dank der minimalen Fugenabstände konnte auf eine Fugenverspachtelung weitgehend verzichtet werden. Insgesamt wurden bis Juni letzten Jahres rund 3500 m² Multipor-Dämmplatten montiert. Neben der Dämmung der Außenwände dämmte man bis zu einer Einbindetiefe von ca. 0,5 m auch die in die Außenwände eingebundenen Innenwände mit 2 cm dicken Multipor-Platten. "So konnte die Gefahr von entstehenden Wärmebrücken verhindert werden", erklärt Heiko Gärtner von der Xella Deutschland GmbH. Er war als zuständiger Gebietsleiter Multipor bei allen Fragen zur Innendämmung für den Bauleiter erster Ansprechpartner und trug mit hilfreichen Tipps vor Ort zu einem schnellen Einbau bei.

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