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Wandel vom Wegwerfprodukt zur Systemkomponente

Öl als wertvolles "Bauteil"

Von Milorad Krstic

Milorad Krstic´ ist Vorstandsvorsitzender der Kleenoil Panolin AG.

Dogern.– Was das Blut im Kreislauf eines lebenden Organismus ist, ist das Öl im Kreislauf einer Maschine. Dieser Vergleich ist so zulässig wie zutreffend. Vergleichbar zu dieser Betrachtungsweise können die Handlungen gestaltet werden. Bei Unwohlsein oder Krankheiten bei Mensch oder Tier würde kein Mediziner auf die Idee kommen, einen "Blutwechsel" vorzunehmen. Medizinisch–technisch wäre das relativ einfach möglich. Dennoch würde man einem Arzt, der derartiges empfiehlt, die Approbation entziehen. Die richtige Vorgehensweise ist vielmehr, das Blut gründlich zu analysieren – was auch gemacht wird. So bekommt man "Einblick" in den erkrankten Organismus. Die Symptome können besser verstanden und Maßnahmen für die Genesung empfohlen werden. So die Medizin. Ganz anders wird bei unseren komplexen Maschinen verfahren. Der Wechsel von Öl wird oft sogar als "Prophylaxe" empfohlen. Nach einem Schaden werden Öle – wie selbstverständlich – gewechselt. Die wichtigen Informationen über die Schadensursachen, die darin enthalten sind, landen sinnfrei im Altöl. Nicht selten wird nach einem (meistens unnötigen) Ölwechsel in Richtung des nächsten Ausfalls gearbeitet. Danach beginnt alles wieder von vorne.

Ein weiterer Fehler, der häufig gemacht wird, ist, dass Öle mehrheitlich nach ihrem Verkaufspreis bewertet werden. Die meistens kommerziell ausgebildeten Mitarbeiter in den Einkaufsabteilungen vergleichen dann die Normen und Zulassungen und übersehen dabei häufig, dass es sich dabei oft nur um die Mindestanforderungen handelt. So bleibt in einer Vielzahl von Fällen unberücksichtigt, dass die gesamten Ölkosten in der Regel deutlich weniger als 1 % der gesamten Maschinenbetriebskosten ausmachen können. Diesen Minimalsatz noch weiter senken zu wollen, ist bei halbwegs gründlicher Betrachtung unlogisch. Dank der pauschal ausgerufenen Sparzwänge wird dieses aber oft praktiziert. Erst recht wird dabei übersehen, dass bis zu 50 % der Gesamtbetriebskosten einer Maschine von Zustand und Qualität der eingesetzten Öle abhängen. Das betrifft Verschleiß, Systemstörungen, Ausfälle, Maschinenlebensdauer und den Energieverbrauch. Wenn Öle vorwiegend nach dem Preiskriterium angeschafft werden, dann wird in der Regel auch für Ölpflege ungern weiteres Geld ausgegeben. Das Argument heißt dann meistens, dass das Öl billig ist und deswegen Ölpflege unwirtschaftlich erscheint. Es wird aber übersehen, dass es bei der Ölpflege nicht nur um die Erhöhung der Lebensdauer des Öls geht. Primär geht es darum, die im Öl vorhandene Kontamination zu entfernen und so erhöhtem Verschleiß, Systemstörungen und Maschinenausfällen entgegenzuwirken sowie Wartungskosten zu senken. Ganz nebenbei werden damit auch Öl- und Energieverbrauch gesenkt. Die im Öl vorhandene Kontamination löst bekanntlich über den Verschleiß Leistungsabfall und somit auch höheren Energieverbrauch aus. Idealerweise sollten Öle wie Hydraulik-, Getriebe- und/oder Motoröle weniger als Wegwerfartikel und mehr als wertvoller Bauteil angesehen werden. Über die turnusmäßigen Ölanalysen können wertvolle Hinweise auf den Aggregatzustand gewonnen werden. Moderne Öle sind meistens teil- oder vollsynthetisch und beinhalten Hochleistungsadditive. Sie können durch Vermeidung von erhöhter Kontamination deutlich länger in den Aggregaten verbleiben als das meistens für die Maschinen empfohlen wird. Mit einer vernünftig ausgelegten Nebenstromfiltration können aus den Ölen die meisten abrasiv und katalytisch wirkenden Verunreinigungen ausgefiltert werden.

Durch die spektrochemische Elementenanalyse kann somit deutlich erfolgreicher über einen längeren Zeitraum aus dem Öl "herausgelesen" werden, in welchem Verschleißzustand sich die jeweilige Maschine befindet. Bei turnusmäßigen, prophylaktischen und/oder vorzeitigen Ölwechseln gehen diese Informationen unwiederbringlich verloren.

Ideal ist eine Kombination von Nebenstromfiltration mit Ölanalysensensoren. Wir nennen dieses, "das integrierte Fluidkonzept". Mit sehr geringem finanziellem Aufwand und überschaubarem Hard- und Softwareeinsatz erfolgt mit den Ölsensoren ein Zustandsabgleich in sehr kurzen Intervallen, meist in wenigen Minuten. Wenn deutliche Abweichungen festgestellt und angezeigt werden, kann durch eine komplette Ölanalyse sowohl der Grund als auch die Ursache ermittelt werden. Die erforderlichen Maßnahmen werden dann zustandsabhängig eingeleitet.

Im Zuge der verschärften Abgasvorschriften und den Diskussionen über CO2- und Feinstaub werden neben den Kraftstoffen auch eingesetzte Schmieröle kritisch betrachtet. Öle mit Leichtlauf-Eigenschaften können mitunter in erheblichem Umfang energieeinsparend wirken. Diese Eigenschaft, verbunden mit längeren Ölwechselintervallen, bedeutet automatisch geringere CO2-Belastung bzw. eine günstigere CO2-Bilanz. Um speziell hierfür eine aussagekräftige Zertifizierung vornehmen zu können, gibt es das Panolin-Greenmachine-Konzept. Alle erwähnten Vorteile kommen aber nur dann zur Geltung, wenn die Öle nicht aus Gewohnheit weggeworfen, sondern als wertvoller Bauteil einer Maschine angesehen werden.

Der Autor ist Vorstandsvorsitzender der Kleenoil Panolin AG

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 04/2019.

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