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Wasserstrichziegel

Ornamentmauerwerk schmückt Ensemble

Durch die Aufteilung der Volumina auf vier Häuser anstatt auf eine Riegelbebauung entstehen Innenhöfe.

Hannover (ABZ). – In der Nähe vom Maschsee ist in Hannovers Südstadt ein Ensemble aus vier Wohngebäuden in moderner Architektur und hohem ökologischen und sozialen Standard entstanden. Das Büro SMAQ gewann den durch Bauherrin Theo Gerlach Wohnungsbau-Unternehmen GmbH & Co. KG ausgelobten Wettbewerb. Ein prägnanter roter Klinker gibt dem Ensemble eine markante Außenwirkung. Es ist ein Wasserstrichziegel der Sorte 1650 von der Klinkermanufaktur Deppe Backstein-Keramik aus Uelsen.

Das besondere Konzept des Gebäudeensembles besteht darin, dass sich die Volumina auf vier Punkthaustypen verteilt, die zueinander versetzt und leicht gedreht stehen. Durch diese Anordnung ergeben sich mehr Außenwände als in einem Riegel und damit mehr Fensterfläche zur Belichtung des Wohnraums. Außerdem entstehen trotz der hohen städtebaulichen Dichte und des geringen Grundanteils in diesem Bereich attraktive und vielseitig nutzbare Außenräume.

Während die drei ineinander verketten Häuser Raum für 54 Mietwohnungen, darunter auch geförderte, bieten, sind im davon abgelösten, freistehenden Haus zwölf Eigentumswohnungen entstanden. Dabei bilden die vier Häuser jeweils kleine, unabhängige Hausgemeinschaften. Dennoch gibt es Überschneidungspunkte. An den Schnittstellen der miteinander verketteten Punkthäuser verbinden die Wohnungen jeweils zwei von ihnen. Die großen Vier-Zimmer-Wohnungen bilden an dieser Stelle einen Brückenraum mit besonderer räumlicher Qualität, der sowohl zur Stadtteilseite als auch zur Seeseite ausgerichtet ist. Alle Häuser sind unterirdisch über eine Tiefgarage miteinander verbunden.

Die aus der Fassade heraustretenden Köpfe erzeugen Dynamik.

Die Fassaden mit einer prägnanten, roten Ziegelhaut sind aufwendig gestaltet. Der Klinker wurde eigens für das Ensemble von der Klinkermanufaktur Deppe entwickelt, produziert und als Wechselsortierung verarbeitet, so dass in etwa 50 % Vorderseite und 50 % Rückseite zu sehen sind. Die Architekten von SMAQ haben sich für die Kombination von rotem Klinker und roter Fuge entschieden, so dass sich bei Betrachtung aus der Ferne ein sehr homogenes Erscheinungsbild ergibt. "Für die Fassade haben wir uns einen intensiven Rotton gewünscht", erläutert Architekt Prof. Andreas Quednau von SMAQ die Anforderungen an Deppe Backstein.

Die zunächst homogen erscheinende Fassade strukturiert sich bei näherem Hinsehen in kassettenartige Felder, die wiederum schmückendes Ornamentmauerwerk mit rhythmisch versetzten Klinkern aufnehmen. Die unterschiedlichen Kassetten schaffen Abwechslung und sorgen für eine leichte Erscheinung. Die aus dem Mauerwerk hervorspringenden Ziegel lassen mit dem Licht wandernde Schattenspiele entstehen. Umgesetzt wurden die ornamentartigen Bereiche mittels Formsteinen mit Schattenfuge. Durch die bereits im Stein enthaltene Fuge konnte auf eine Konfektionierung auf Kopfmauerwerk verzichtet werden und das Ornamentmauerwerk als Läuferverband realisiert werden, um ein optisches Mauerwerk im Kopfverband zu erzielen. Um Bereiche mit zurückgesetztem Mauerwerk umzusetzen, griffen die Architekten auf einen 90 mm tiefen Ziegel von Deppe zurück. "Das Ensemble am Agnes-Hundoegger-Weg vereint Nachhaltigkeit mit sozialem Engagement und ausdrucksstarker Architektur", charakterisiert Geschäftsführer Dr. Dirk Deppe das Bauvorhaben. Er freut sich darüber, an dem Wohnungsbauprojekt mitgewirkt zu haben.

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