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Wechselvolle Unternehmensgeschichte

Dortmunder Bauspezialist Caspar Köchling besteht seit 120 Jahren

Heute führen Christoph Köchling, Christian Quante und Harry Strasburger (v. l.) das Unternehmen.

Dortmund (ABZ). – Das Spezialbauunternehmen Caspar Köchling prägt seit 120 Jahren das Bild der Stadt Dortmund: an Kirchenbauten, den Vorplätzen des Opernhauses, Gebäuden von Versicherungsverwaltungen und Energieversorgern, aber auch Dächern von Privathäusern waren seine Mitarbeiter beteiligt. Es ist eines der ältesten Unternehmen in Dortmund.

Am 1. Januar 1900 hat der 28-jährige Dachdecker- und Schieferdeckermeister Caspar Köchling aus Kallenhardt im Sauerland das Dachdeckerunternehmen in der Jägerstraße 23 in Dortmund eröffnet. Der Borsigplatz war keine 500 Meter entfernt, ebenso das Werkstor der Hoesch-Hüttenwerke. Die stetig zunehmende Industrialisierung des Ruhrgebietes versprach Arbeit und Aufträge. Das Unternehmen wuchs, bis zum zweiten Weltkrieg entwickelte es sich zu einem angesehenen Handwerksunternehmen, das seine Arbeit vor allem rund um Kohle und Stahl und vor allem rund um den Firmensitz fand. Im Jahr 1906 wurde ein repräsentatives, fünfgeschossiges Gründerzeithaus mit Bauhof in der Jägerstraße geplant und gebaut. Für die Bestückung der Baustellen reichten bis 1939 Handkarren, so regional war das Tätigkeitsfeld. Das erste Automobil kam erst in das Unternehmen, als Caspar Köchlings Sohn Werner Köchling, der Jahrgang 1920 geboren wurde, den Führerschein erhielt. "Es war ein Opel Kapitän", erzählt der heutige Inhaber Christoph Köchling. "Mein Großvater soll darauf Wert gelegt haben, mit Hut in das Auto einsteigen zu können."

Maurer in den 1950er Jahren.

Als Werner Köchling nach dem Krieg 1945 aus der Gefangenschaft kam, musste er von vorn anfangen. Firmengründer Caspar Köchling starb noch im Jahr des Kriegsendes. Das Gründerhaus war im zweiten Weltkrieg zerstört worden, ebenso der Wagen.

In den Jahren des Wirtschaftswunders wuchs das Unternehmen rasant. Wiederum waren es Zechen und Stahlwerke, die dringend Dachdecker und Maurer benötigten. Werner Köchling fand sein fachliches "Steckenpferd" in der Abdichtung: Großbaustellen führten die Spezialisten der Caspar Köchling GmbH zu U-Bahn-Abdichtungen bis nach Bonn und Belgien. Auch eine Niederlassung in Mainz gab es in den 1970er Jahren zeitweise. Eigene wasserdruckhaltende Flanschkonstruktionen wurden entwickelt, produziert und eingebaut.

Ab den 1980er Jahren konzentrierte sich der Mittelständler auf klassische Dachabdichtungs- und Dachdeckerarbeiten sowie auf Maurerarbeiten in Modernisierung, Umbau und Instandsetzung. Mit Beginn der 1990er Jahre und mit dem Eintritt des heutigen Inhabers, Christoph Köchling, dem Enkel des Firmengründers, wurde die Betoninstandsetzung ein zusätzlicher Schwerpunkt.

Als Werner Köchling im Jahr vor dem 100. Firmengeburtstag verstarb, übernahm nach der Jahrtausendwende Christoph Köchling das Unternehmen. Es entwickelte sich stetig weiter. Die klassischen Dachdecker- und die Hochbauarbeiten in Umbau und Modernisierung sind aber heute noch das Kerngeschäft.

"Als alteingesessenes Unternehmen übernehmen wir soziale Verantwortung und bilden in jedem Jahrgang mindestens vier junge Menschen zu Dachdeckern und Maurern aus", sagt Christoph Köchling. Mittlerweile seien auch Dual-Studierende im Fachbereich Bauingenieurwesen ein fester Bestandteil der Ausbildungsarbeit im Unternehmen. "Hier finden wir die perfekte Synergie zu unseren anderen beiden Geschäftszweigen, dem schlüsselfertigen Umbau von Wohnungen und Geschäftseinheiten und den Ingenieur- und Architektenleistungen." In allen vier Bereichen – Dach, Maurer, schlüsselfertiger Umbau und Ingenieurleistungen – ist das Unternehmen in den vergangenen Jahren stark gewachsen: "Wir sind heute mit knapp 50 Handwerkern, Meistern und Ingenieuren und vier Geschäftszweigen ein leistungsfähiger Mittelständler."

Caspar Köchling gründete das Unterenehmen (hier mit seiner Ehefrau Maria).

Um die immer komplexer werdenden Aufgaben zu erfüllen und um die Nachfolge einzuleiten, verstärken seit drei Jahren Geschäftsführer Harry Strasburger und Prokurist Christian Quante die Führungsebene. "Anders wären so anspruchsvolle Ingenieurleistungen wie die Instandsetzung der Tiefgarage Westentor in Dortmund, die kürzlich wiedereröffnet wurde, nicht umsetzbar", so Christoph Köchling. Neben seiner Tätigkeit als Gesellschafter-Geschäftsführer ist er auch bundesweit regelmäßig Referent auf Fachsymposien zum Thema "Instandsetzung von Tiefgaragen". Der Architekt ist mit seinem Planungsteam, das von Bauingenieur Christian Quante geleitet wird, mit einer Vielzahl von anspruchsvollen Umbauten befasst. "Vom Rechenzentrum bis zum Verwaltungsbau: immer ist es unser Anspruch, baubare Architektur zu planen. Wir sind Konstrukteure und Baubetriebler aus Leidenschaft", sagt Christian Quante.

Geschäftsführer Harry Strasburger, verantwortlich für die handwerklichen Bereiche Dach und Maurer, ergänzt: "Das Ingenieur-Know-how gibt uns auch in der Ausführung mit unseren eigenen Dachdeckern und Maurern immer wieder die Impulse, um Qualität von Grund auf zu bauen."

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