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Wegen Coronavirus

Baubetrieb in Österreich weitestgehend eingestellt

In zahlreichen Ländern wird der Baustellenbetrieb wegen der Ausbreitung des Coronavirus derzeit stillgelegt. In Deutschland gebe es dafür keine Notwendigkeit, meint das Bauunternehmen Goldbeck.

Wien/Österreich (sow). – Die Baustellen in Österreich stehen zum großen Teil still. So haben die Unternehmen Porr und Strabag den Betrieb von jeweils 1000 Baustellen in Österreich zum größten Teil eingestellt. Auch die Autobahn- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft ASFINAG hat nach einer Pressemitteilung viele Baustellen auf Autobahnen und Schnellstraßen gestoppt. Nur auf solchen, die unmittelbar für die Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses notwendig sind, wird weiterhin gearbeitet.

Hintergrund ist eine Verordnung des Bundesministeriums für Soziales nach dem COVID-19-Maßnahmengesetz. Diese besagt, das Mitarbeiter bei beruflicher Tätigkeit mindestens einen Meter Abstand voneinander einhalten müssen. Dem Ergebnis einer Evaluierung zufolge sei dies bei vielen Baustellen nicht gewährleistet, so die Strabag SE in einer Pressemitteilung. Vor allem wegen der gesellschaftlichen Verantwortung sehe das Unternehmen sich gezwungen, diesen drastischen Schritt zu gehen und den Baubetrieb einzustellen, sagt Strabag SE-Vorstandsvorsitzender Thomas Birtel.

Der Betrieb werde bis auf weiteres eingestellt, mindestens jedoch, solange die Verordnung gelte, so die Strabag SE. Die Baustellen werden gesichert und für einen mehrwöchigen Stillstand vorbereitet.

Einzelne Projekte, die im übergeordneten öffentlichen Interesse stehen, werden eingeschränkt weitergeführt. Auch Porr führt Bauarbeiten zur Aufrechterhaltung essenzieller Infrastruktur und fast fertig gestellte Baustellen weiter durch. Dabei werde der Abstand von einem Meter unter den Mitarbeitenden eingehalten.

Die Porr wird ihr gewerbliches Personal und den Großteil ihrer Angestellten in Österreich zur Kurzarbeit anmelden. Dies teilte das Unternehmen in einer Stellungnahme gegenüber der ABZ mit. Entlassen werde aber niemand. Strabag SE löst eine „Anzeige über die beabsichtige Auflösung von Dienstverhältnissen“ nach dem Österreichischen Arbeitsmarktförderungsgesetz aus. Dies geschehe „höchst vorsorglich“ so das Unternehmen.

Porr kritisiert, dass es keine klare und einheitliche Regelung für die Schließung von Baustellen in Österreich gebe. Eine solche sei aber unerlässlich. Auftraggeber sollten verpflichtet werden, ihre Baustellen zu einem bestimmten Termin, beispielweise nach Ostern, wieder zu öffnen, fordert das Unternehmen. Dabei sollte die Verordnung so angepasst werden, dass ein effizientes Arbeiten auf der Baustelle möglich sei. Gesundheit und Sicherheit stünden jedoch an erster Stelle. Daher sollten bei Wiederaufnahme der Bauarbeiten Risikogruppen wie beispielsweise ältere Personen oder Menschen mit Vor- oder Grunderkrankungen nach der Vorstellung der Unternehmens bis auf Weiteres von der Arbeitspflicht ausgenommen werden.

Auf den internationalen Märkten der Porr werde der Baubetrieb weiter fortgeführt, so das Unternehmen. Dies betrifft auch die Baustellen in Deutschland. Strabag SE teilte mit, es lasse sich nicht verlässlich abschätzen, inwieweit es in anderen Konzernländern zu temporären Baueinstellungen komme.

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