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Weiterarbeiten trotz Querschnittslähmung

Radlader behindertengerecht umgebaut

Der querschnittsgelähmte Straßenbauer Rafael Spitz vor seinem Arbeitsplatz – einem 25-t-Radlader. Neben ihm steht sein Reha-Manager Stefan Kalkbrenner.

Berlin (ABZ). – Innerhalb von Sekunden hat sich das Leben von Rafael Spitz radikal verändert: Auf dem Weg zur Arbeit kam sein Auto vor drei Jahren auf vereister Straße ins Schleudern und überschlug sich mehrfach. Nach der Akutversorgung mit Operation und erster Reha stand fest: Der Vater von drei eigenen und drei Stiefkindern bleibt aufgrund seiner Verletzungen an der Wirbelsäule querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Doch der 46-jährige Straßenbauer ließ sich nicht unterkriegen. Schon kurz nach dem Unfall war für ihn klar: "Ich will wieder arbeiten". Am liebsten wollte er das als Fahrer eines 25-t-Radladers machen. Auf diesem Weg wird Spitz von der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) unterstützt. Das berichtet die BG BAU aus Anlass des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember.

"Nach schweren Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten bleiben häufig gesundheitliche Einschränkungen zurück. Die medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation gehört zu den Kernkompetenzen der BG BAU", sagte Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der BG BAU. "Berufsgenossenschaftliche Kliniken und Reha-Manager der BG BAU ermöglichen vielen schwerverletzten Versicherten, ins Arbeitsleben zurückzukehren und wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen", so Bergmann weiter. 28 000 Reha-Fälle habe die BG BAU im Jahr 2017 abgeschlossen.

So sei es auch Rafael Spitz ergangen: Schon in der Zeit, als Spitz in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen versorgt wurde, habe ihn die BG BAU über mögliche Unterstützungsmöglichkeiten informiert, wie ein individuell angepasstes Auto, einen zweiten Rollstuhl für sportliche Aktivitäten oder einen behindertengerechten Umbau des Wohnhauses. "Die Reha-Manager der BG BAU", so Bergmann, "erstellen Rehabilitationspläne und koordinieren in Absprache mit Ärzten, Arbeitgebern und Verletzten alle Aktivitäten bis hin zur Genesung und einer beruflichen sowie sozialen Wiedereingliederung".

Mit einer Liftanlage komme Spitz jetzt in sein Wohnhaus und er werde künftig mit einem zusätzlichen Lift auch in seinen Keller gelangen können. Zudem sei er finanziell voll abgesichert: Nach dem Verletztengeld und Übergangsgeld beziehe er neben dem Pflegegeld seit Ende Mai eine Unfallrente von der BG BAU.

Spitz möchte so selbständig leben wie möglich. "Und dazu gehört für mich auch der Job", sagt der seit mehr als 20 Jahren mit Baumaschinen vertraute Straßenbauer. Daher suchte sein Reha-Manager, Stefan Kalkbrenner, für Spitz einen Weg zurück ins Berufsleben, der seiner Leistungsfähigkeit und Neigung entspricht. Im Verlauf eines Vorbereitungslehrgangs und einer Umschulung im Bereich Uhren und Schmuck wurde klar, dass nichts anderes die Leidenschaft für seine frühere Arbeit als Baumaschinenführer im Straßenbau ersetzen kann.

Weil die Wiederaufnahme der bisherigen beruflichen Tätigkeit Vorrang hat, nahm die BG BAU gern das Angebot des früheren Arbeitgebers an, Spitz einen Einsatz als Radlader-Fahrer zu ermöglichen. Der behindertengerechte Umbau der 25 t schweren Baumaschine wurde in die Wege geleitet. Das war der erste Sonderumbau dieser Art. Nach einem Probelauf, bei dem der Querschnittsgelähmte alle notwendigen Arbeiten mit der Baumaschine erledigen konnte, stand der erneuten Beschäftigung in seinem Wunschberuf nichts mehr im Weg. "Mein Grundgedanke war, wer Auto fährt, kann auch eine Baumaschine bedienen", sagt Spitz. Mit einem Speziallift kommt er regelmäßig in die Fahrerkabine, an einem elektronischen Zuggerät kann er seinen Rollstuhl festmachen und Gas und Bremse des Radlader steuert er nun mit einem Joystick. So kann Spitz wieder in vollem Umfang berufstätig sein.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 50/2018.

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