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Weltgrößter landbasierter Kran

Giganten werden aus Stahl gefertigt

Eingesetzt werden die Giganten aus Dillinger Stahl bspw. im Hafenumfeld, wo extreme Lasten gestemmt werden müssen.

Dillingen (ABZ). – Europas führender Grobblechhersteller Dillinger hat sein Sortiment an Blechen mit unerreichter Dicke und Qualität erneut erweitert. Thermomechanisch gewalzte (TM-) Bleche der Marke DI-MC stehen für die Güten S355 und S460 nun auch in 150 mm Dicke zur Verfügung. Die höchstfesten Dillmax-Markenstähle gibt es jetzt in noch größeren Dicken und mit nochmals verbesserten Eigenschaften. So ist die Festigkeitsstufe Dillmax 965 ab sofort auch als 120 mm dickes Blech lieferbar. Für Dillmax 690 T gewährleistet der Hersteller deutlich höhere Kerbschlagzähigkeitswerte als sie in den Normen EN 10025-6 oder ASTM A514 genannt werden.

Generell lässt sich Dillinger nun für die gesamte Dillmax-Produktfamilie beim Qualitätsversprechen in die Pflicht nehmen, indem sie die innere Reinheit durch werkseitigen Ultraschall (UT) gewährleistet. Bei sehr hohen Blechdicken gibt es dieses Plus an Sicherheit auch durch optional vereinbarte scharfe Ultraschall- Anforderungen und Gewährleistung der Eigenschaften in Blechdickenrichtung (Z-Güte nach EN 10164). Alle Dillmax-Markenstähle unterschreiten mit ihren Kohlenstoffäquivalenten CEV/CET deutlich die Norm. Dadurch ermöglichen sie Schweißprozesse, die nach gängigen Regelwerken wie die EN 1011 verbindlich berechnet werden können. Die niedrigen CEV/CET-Werte senken die Vorwärmtemperaturen und tragen so auch zur Wirtschaftlichkeit bei. ALE, international führender Transport- und Schwerlastspezialist, setzt in großem Umfang auf diese Stahlgüten von Dillinger. Sowohl in dem weltgrößten landbasierten Schwerlastkran AL.SK350 als auch in dem modularen Hubsystem Mega Jack trägt Dillmax maßgeblich zu Machbarkeit und Sicherheit bei.

Hochbeanspruchte Konstruktionen mit großen Dicken, für die höchste Festigkeit, extreme Zähigkeit und verlässliches Schweißen von elementarer Sicherheitsbedeutung sind, erhalten durch das erweiterte Leistungsspektrum der Dillmax-Stähle neue Möglichkeiten. So vertrauen u. a. Hersteller von Schwerlastkranen und Hebezeugen mit extremen Last- und Sicherheitsanforderungen auf diese Stahlgüten. Paradebeispiele hierfür sind die Hebezeuge des Schwertransport- und Kranunternehmens ALE. Das Unternehmen zählt zu den weltweit größten Schwerlasttransport- und Hubanbietern. Außerdem entwickelt und baut es gigantische landbasierte Schwerlastkrane sowie ein Hubsystem, das komplette Ölplattformen bis zu 50 m hoch anhebt. Auf der ganzen Welt gibt es keine Hebezeuge, die vergleichbare Hubkräfte wie die Krane AL.SK190 und AL.SK350 oder der Mega Jack haben. Für alle Modelle dieser Kraftpakete setzt ALE auf leistungsstarke Dillinger Stähle.

ALE wurde 1983 im britischen Stafford gegründet und ist heute mit mehr als 30 Niederlassungen ein führender Global Player im Bereich Hub, Transport und Montage schwerer, unteilbarer Lasten. Die riesigen Krane und Hubsysteme werden maßgeschneidert auf die ebenso anspruchsvollen wie spektakulären Kundenprojekte konstruiert. Regelmäßig stellt das Unternehmen dabei neue Rekorde mit den Tragleistungen seiner Hebezeuge auf. Einsatz finden diese Giganten überall dort, wo extreme Lasten beim Bau von Industrie- und Förderanlagen oder Infrastrukturprojekten gestemmt werden müssen. Dazu zählen Offshore-Plattformen ebenso wie Projekte im Hafenumfeld, in der Bergbau-, Chemie- und Energieindustrie oder auch in der Architektur.

2008 setzte ALE mit dem AL.SK190 erstmals einen Weltrekord: Mit seinem 141,3 m langen Hauptausleger, einer max. Tragfähigkeit von 4300 t und einem Lastmoment von 196 000 mt war er der weltweit hubstärkste landbasierte Kran. Sein Ballast-Radius von 32,1 m ermöglicht es, dass alle Hübe von einem Standort aus erledigt werden können, so dass kostenaufwändige Ab- und Wiederaufbauten entfallen. Der AL.SK setzt bei Hüben bis zu 4000 t Seilwinden ein. Für schwerere Hübe steht ein spezielles Litzenhubsystem zur Verfügung. 2011 folgte mit dem AL.SK350 der große Bruder, der seitdem den weltweiten Größenrekord als Landkran hält. Mit seinem 141,2 m langen Hauptausleger bewältigt er eine max. Traglast von 5000 t. Die Ausladung des AL.SK350 beträgt bei Maximallast 12 m, so dass er ein Lastmoment von 354 000 mt hat. Bislang unerreicht ist er auch durch seinen Ballast-Radius von mehr als 49,2 m.

Neben dem Litzenhubsystem ist er ebenfalls mit einer schnellen Seilwinde ausgestattet, die ebenfalls Hübe bis zu 4000 t übernimmt. Mit 3000 t ist der AL.SK350 auch selbst ein echtes Schwergewicht. Beide Schwerlastkräne sind durch eine feststehende Spitze als verlängerter Ausleger modular erweiterbar. Bei einer Länge von bis zu 100 m kann sie bis zu 340 t heben. Gefertigt aus höchstfestem Stahl trägt sie dazu bei, dass die Kolosse noch schwerere Lasten in einem nochmals erweiterten Radius in noch größere Höhen heben können. Eine zusätzliche Herausforderung bei der Konstruktion dieser Krane ist laut Ronald Hoefmans, Technischer Direktor des Schwerlastspezialisten, die Teilelänge. Denn sie darf für den Containertransport 12 m nicht überschreiten. Außerdem müssen die Konstruktionen einfach und schnell aufzubauen sein. Deshalb ist aus seiner Sicht höchstfester Dillmax-Stahl unverzichtbar, um die angesichts der Dimensionen der Krane anfallenden Kräfte aufzunehmen. Aber auch die nur von Dillinger lieferbaren Formate der Blechlängen und -dicken bedeuten für ihn entscheidende konstruktive und wirtschaftliche Vorteile in der Fertigung. Ein Beispiel dafür sind die Zugstangen des AL.SK350, die aus 10 m langen Blechen von höchstfestem Dillmax 1100 gefertigt werden. Für den Hauptausleger und den hinteren Mast fertigt ALE sogar 11,4 m lange Elemente aus Dillmax 690 und Dillmax 890. Auch für die Konstruktion der Abspannung und der Kreuzstreben verlässt sich Ronald Hoefmans auf die Stahlgüten Dillmax 690 und Dillmax 890. Bei dem Unterwagen kommen 5,7 m große Bauteile aus Dillmax 690 zum Einsatz. Die erforderliche Robustheit der Krangiganten bei Einsätzen mit arktischen Temperaturen von -40 °C wird dabei durch die hohe Zähigkeit der eingesetzten Dillmax-Güten gewährleistet.

Mit dem Mega Jack entwickelte ALE ein Spezialsystem für die Installation oder Verlagerung von Offshore-Plattformen mit Gewichten bis zu 60 000 t. Damit die Wellen sie nicht erreichen, haben diese Plattformen eine Höhe von 25 m. "Unsere Kunden errichten diese Plattformen komplett am Boden und heben diese anschließend mit dem Mega Jack auf die erforderliche Höhe an. Nach dem Hub wird eine Rahmenkonstruktion unter der Plattform positioniert, um die Plattform mit einem Verschubsystem auf einen Frachtkahn zu verladen. So wird die Plattform verschifft und schließlich auf den Gründungspfählen installiert", erklärt Ronald Hoefmans. So hob bspw. ein Mega Jack die 100 km vor der Küste Malaysias gelegene Malikai Plattform 40 m hoch und transportierte diese 90 m weit.

Mega Jack ist ein Spezialsystem für die Installation oder Verlagerung von Offshore-Plattformen mit Gewichten bis zu 60 000 t.

Das modulare Hubsystem besteht aus einzelnen stählernen Hubtürmen, von denen jeder 5200 t heben kann. Je nach Aufgabenstellung können diese Türme kombiniert und somit die Gesamthubkapazität auf bis zu 100 000 t erweitert werden. Diese gigantische Hubkraft bietet der Ölindustrie dadurch die sonst nicht vorhandene Möglichkeit, Module in dieser Größe zu bauen und an einem Tag ohne weitere Geräte zu bewegen. Mit dem Mega Jack 800 verfügt ALE seit 2014 über eine nochmals stärkere Variante dieses Hubsystems. Bei beiden Hubgiganten sind die höchstfesten Dillinger Markenstähle in vielen Komponenten im Einsatz: So gewährleisten bspw. bis zu 240 mm dicke Bleche der Stahlgüten Dillmax 690 die geforderte Stabilität der Hubbalken.

Ob Riesenkrane oder Hubsystem: Ronald Hoefmans vertraut bei allen drei Kolossen auf die Kompetenz und Qualität von Dillinger. Die extremen Formate der Bleche und die außergewöhnlichen Eigenschaften der Dillmax-Stähle sprechen für ihren Einsatz in diesen Hebezeugen, die alle anderen Geräte dieser Art in den Schatten stellen. So ermöglichen die unerreicht großen Bleche wirtschaftliche Abmessungen in der Produktion. Für Ronald Hoefmans sind "die höchste Festigkeit und Kerbschlagzähigkeit der Stähle für unsere Konstruktionen unverzichtbar". Die sehr guten Verarbeitungseigenschaften tragen außerdem zur kostensparenden Fertigung und Nutzung der Giganten entscheidend bei, bedeuten sie doch geringere Verarbeitungskosten, Montagezeiten und Transportaufwände. "Dabei gibt uns Dillinger mit geprüften Qualitäten die notwendige Sicherheit", sagt Ronald Hoefmans. Er ergänzt: "Hinzu kommt, dass wir mit AncoferWaldram Steelplates, dem niederländischen Tochterunternehmen von Dillinger, einen leistungsstarken und geschätzten Partner für die Lieferung und Bearbeitung haben. So erhalten wir fertige Brennzuschnitte und komplette Baugruppen, die wir in unsere Prozesse perfekt integrieren können." Basis der hochfesten Feinkornbaustähle der Marke Dillmax ist Stahl höchster Reinheit, der bei Dillinger zu den weltweit dicksten Brammen und Blöcken vergossen wird.

Durch das anschließende Walzen mit 11 000 t Walzkraft werden die Bleche bis in den Kern homogenisiert. Ihre außergewöhnliche Festigkeit erhalten sie durch Wasservergütung mit anschließender Anlassbehandlung. Das verleiht den Dillmax-Güten auch für ALE das notwendige Format für Konstruktionen, die ohne Bleche in diesen Dicken und mit diesen Eigenschaften nicht realisierbar wären.

Auch bei einer anderen hoch- und höherfesten Stahlgüte wartet Dillinger mit einem erweitertem Leistungsangebot auf: Die thermomechanisch gewalzten (TM-) Bleche der Marke DI-MC gibt es jetzt für die Güten S355 und S460 in noch größerer Dicke. So stehen diese Güten nun auch in 150 mm Dicke zur Verfügung und greifen damit der geplanten Aufnahme dieser Dicken in die anstehende Neuausgabe der Norm EN 10025-4 vor. Die TM-Bleche zeichnen sich durch besonders wirtschaftliche Verarbeitungseigenschaften aus, da sie deutlich niedrigere Kohlenstoffäquivalente CET/CEV enthalten als normalisierte Stähle der gleichen Festigkeitsklasse. Dadurch lassen sie sich trotz ihrer Dicke wesentlich besser schweißen und bei geeigneter Parameterwahl kann das Vorwärmen entfallen. Konstante Streckgrenzen von 355 MPa für den 150 mm-Dickenbereich und 460 MPa bei einer Dicke von 120 mm leisten überdies einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit und Sicherheit anspruchsvoller Stahlkonstruktionen. Ihr wirtschaftlicher Einsatz wird insbesondere durch Stückgewichte von bis zu 32,5 t und Breiten weit über 4000 mm Breite unterstrichen, die projektspezifisch optimale Blechgrößen ermöglichen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 27/2019.

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