Weniger Besucher, mehr Fachgespräche

Positives Fazit von Veranstaltern und Ausstellern zur Nordbau

von: Miriam Herrmann und Kai-Werner Fajga
Veranstalter, Aussteller und Besucher strahlten, als die größte Fachmesse im norddeutschen Raum ihre Türen öffnete – endlich war wieder NordBau-Zeit. Und somit reichlich Gelegenheit für den persönlichen Austausch – bei der Mehrheit der Händler und Anbieter stand die Kontaktpflege auch im Mittelpunkt. Dirk Iwersen, Geschäftsführer der Holstenhallen Neumünster und damit Chef der NordBau, zog eine durchweg positive Bilanz: 40 300 Besucher und 587 Aussteller machten die 67. NordBau zu einem Erfolg. Ministerpräsident Daniel Günther, Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen und Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender der Hansewerk AG, übernahmen gemeinsam die offizielle Eröffnung der Fachmesse.
NordBau Neumünster
Zur NordBau 2022 konnten über 40.000 Besucher begrüßt werden, das Freigelände war erneut ausgebucht, die Aussteller freuten sich über viele Besucher. In Zeiten von Fachkräftemangel haben verschiedene Akteure der Baubranche ihre Präsenz auf der NordBau genutzt, um sich als Ausbildungsbetrieb oder Studienort vorzustellen. Foto: Kai-Werner Fajga

Neumünster. – Nicht nur die Fachbesucher kamen voll auf ihre Kosten: Auf dem Freigelände weckten insbesondere die mit Strom betriebenen Baumaschinen das Interesse der Gäste. Die Themen Elektromobilität und alternative Antriebe stehen bei vielen Unternehmern angesichts steigender Kosten und strenger werdenden Auflagen derzeit hoch im Kurs. Daher widmete sich die Sonderschau in diesem Jahr dem Energieträger Wasserstoff. Schleswig-Holstein möchte hier europaweit eine Vorreiterrolle bei Erzeugung, Verteilung und Nutzung einnehmen, fördert verschiedene Projekte.

In Gesprächen mit den beteiligten Akteuren wurde deutlich, dass die Bundespolitik dringend gefordert ist, die Rahmenbedingungen sowie die Förderkulisse zu verbessern, um die Produktion von grünem Wasserstoff zu beflügeln. Denn nur mit einem Mix aus "grünen Energien" könne sich Deutschland unabhängig machen, so die einhellige Meinung. Eine weitere Sonderschau befasste sich mit dem Thema "Baustoff Holz" und dessen verschiedene Einsatz- und Nutzungsmöglichkeiten. Im neuen Holstenhallen Congress Center informierten sich rund 4300 Fachbesucher bei über 60 Veranstaltungen. Das neue HCC wurde erst im Mai eröffnet und umfasst nun eine Fläche von 1680 Quadratmetern.

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Zur offiziellen Eröffnung war der große Saal im NordBau-Hauptgebäude prallgefüllt, viele Vertreter aus Politik und von Institutionen waren der Einladung gefolgt. Foto: Kai-Werner Fajga

Die Messe bot auf dem ausgebuchten Freigelände und in den Hallen Besuchenden die Bandbreite an Produkten für den Hoch- und Tiefbau – mit zahlreichen Neuheiten und Trends: Baumaschinen und Baugeräte, Kommunaltechnik und Werkzeug, E-Mobilität und Energietechnik. Besonders die Verfügbarkeit und Lieferfähigkeit von Baumaschinen und -geräten standen im Fokus. DieAussteller lobten nicht nur die wertvollen Kontakte und Anfragen, sondern auch die direkten Verkäufe auf der Messe. Und sie betonten, dass in diesem Jahr zwar weniger Besucher die Messe besucht hätten, dafür die Qualität der Gespräche besser und mehr Zeit für die Kunden vorhanden gewesen sei.

NordBau Neumünster
"Wie sind Fachhandelspartner von Milwaukee und präsentieren uns erstmals in einer Halle der NordBau. Durch unser breites Portfolio heben wir uns vom Wettbewerb ab", verrät, Bernd Otto, Regional Key Account Manager North bei Milwaukee. Foto: Kai-Werner Fajga

Für viele private Bauleute, Eigenheimbesitzer, Mietende und Handwerker wurde der Beratungsstand von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, Haus & Grund Schleswig-Holstein, der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen und dem Fachverband Sanitär Heizung Klima Schleswig-Holstein zum Anlaufpunkt für die Energieberatung. Fragen zur Einsparung von Energie, Umrüstung des Energieträgers und Vorbereitungen für neue Heizsysteme standen im Fokus und wurden von den unabhängigen Fachleuten beantwortet. Gleich nebenan konnten sich Interessierte bei Herstellern von Heizungen über geeignete Produkte, Einsetzbarkeit und Lieferzeiten informieren. So konnte bei vielen die Unsicherheit rund um das seit Juli geltende neue Energiewende- und Klimaschutzgesetz Schleswig-Holstein ausgeräumt und erste Planungen begonnen werden.

Die Sonderschau in Halle 6 widmete sich dem Energieträger Wasserstoff. Unterschiedliche Partner wie Energieversorger, Hochschulen, Industrieunternehmen und Stadtwerke präsentierten Forschungen, aber auch die Bereiche, in denen bereits Wasserstofftechnologie eingesetzt wird sowie die Herausforderungen und die Wichtigkeit der flächendeckenden Energiewende. Zentral in der Halle konnten sich Interessierte an einem Wasserstoff-Modell über den Kreislauf der Herstellung informieren – Grundlagen für die Energie der Zukunft.

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"Dies ist unser erster Versuch als Aussteller auf der NordBau. Wir haben recht hohe Erwartungen und schauen optimistisch auf die Messe", erläuterte Vertriebsleiter Stefan Ehrlich in Begleitung von Marketing-Mitarbeiterin Julya Velibakova. Foto: Kai-Werner Fajga

Zudem gab ein anschaulicher Zeitstrahl erstmals einen Überblick über die zeitlichen Stationen, die bis ins Jahr 2045 zur geplanten Klimaneutralität in Deutschland nötig sein werden. Ein spezielles Seminar bot tiefgreifende Informationen in politische, wirtschaftliche und technische Aspekte rund um die grüne Energie der Zukunft.

Vom Baum zum Bauwerk, das galt es bei der Sonderschau in Halle 8 zu entdecken. Besonders in Zeiten der Einsparung fossiler Rohstoffe ist der nachwachsende Baustoff Holz laut dem Veranstalter besonders gefragt. Deshalb gab es an dem Stand Informationen über die verschiedenen Einsatz- und Nutzungsmöglichkeiten. Zudem wurde die Präsentationsfläche mit täglichen Vorführungen und der begleitende Holzbautag mit Expertenvorträgen von den Besuchern rege angenommen, so die NordBau-Organisatoren.

Auf der zentralen Anlaufstelle der Architekten- und Ingenieurkammer SH, der TH Lübeck, der FH Kiel und des BKI (Baukosteninformationszentrums) in Halle 1 präsentierten sich zum ersten Mal gemeinsam die "Initiative Bauwesen", das "Forum Kreislaufwirtschaft Bau – Wiederverwendung I Recycling" und ein Forschungspavillon der Technischen Hochschule Lübeck aus nachwachsenden Rohstoffen. Damit wollten die Studierenden aufzeigen, dass Forschung ein wesentlicher Bestandteil der Bau- und somit auch der Energie- und Wohnungswirtschaft sein soll.

NordBau Neumünster
Rüdiger Christophel, C. Christophel GmbH, macht deutlich, dass das Unternehmen mit seinen Maschinen auf die Entwicklungen des Marktes eingeht. "Es gibt viele Potenziale, die noch ungenutzt sind", sagt Christophel. Foto: Miriam Herrmann
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"Wir sind zum ersten Mal auf der Messe und zeigen unser neustes Produkt Plus-Line", erläutert Alexander Rittler, Director bei der Walter Group/Containex. Foto: Kai-Werner Fajga
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"Für uns ist die Nordbau ein Heimspiel, hier finden wir unsere angestammte Klientel," erklärt Peter Oppermann, Geschäftsführer der Oppermann & Fuss GmbH. Für das Unternehmen aus Quickborn "ist das hier praktisch wie eine Hausmesse. Mit vielen Kunden sind wir seit 40 Jahren eng verbunden, mittlerweile sind daraus zahlreiche Freundschaften entstanden. Ich finde es ist eher ein "meet and greet"." Foto: Miriam Herrmann
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Für Vertriebsleiter Patrick Völler (M.) und sein Team der MRWL GmbH stand die Vorstellung der Produkte an erster Stelle: "Bei den Tankanlagen konnten wir eine erhöhte Nachfrage für AdBlue-Produkte feststellen. Aber auch die Doppelmatten-Zäune stießen auf Interesse. "Da spielt natürlich auch Diebstahlsicherung eine große Rolle", betont Völler. Foto: Maschinenring Westfalen-Lippe
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"Wir nennen die NordBau auch die gemütliche Messe im Norden", erklärt Peter Wassenaar von Hydraram. Mit seinem Kollegen Klaas Nicolai (r.) geht es ihm darum, eine schöne Tradition und Kontakte zu pflegen. Foto: Miriam Herrmann
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Christian Paffen, Bereichsleiter Vertrieb (l.), und Falk Bösche, Geschäftsführer der Swecon Baumaschinen GmbH (r.), haben zusammen mit Frank Schmitt, GPPE Product Manager bei Volvo CE, den EC18 E vorgestellt. Der Bagger feierte Deutschlandpremiere. Foto: Miriam Herrmann
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Jens Schlüter, Geschäftsführender Gesellschafter der Baumaschinen + Nutzfahrzeuge GmbH, setzt unter anderem auf Maschinen von JCB: "Die Geschäfte laufen konstant gut – die Nachfrage und der Informationsbedarf der Kunden ist hoch." Sarah Rupperath, Marketing Manager bei JCB Deutschland, betont: "Wir sind sehr zufrieden mit der NordBau." Foto: Miriam Herrmann

In Zeiten von Fachkräftemangel haben verschiedene Akteure der Baubranche ihre Präsenz auf der NordBau genutzt, sich als Ausbildungsbetrieb oder Studienort vorzustellen. Unter dem Motto "Faszination Bauberufe" organisierte die nordjob-Bau wiederzahlreiche Treffen von Bauverbänden, Industrie und Handwerksbetrieben mit interessierten Schülerinnen und Schülern, die einen passenden Ausbildungsplatz suchen. Zudem machten festliche Freisprechungsfeiern der Dachdecker, Schornsteinfeger und Straßenwärter sowie ein Leistungswettbewerb der Maler- und Lackiererinnung Schleswig-Holsteins auf die beruflichen Möglichkeiten im Handwerk und Bauwesen aufmerksam.

Die nächste NordBau wird vom 6. bis 10. September 2023 auf dem Messegelände Holstenhallen Nordmüster stattfinden.

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